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Sandy Dillon
: Shoreline (One Little Indian Records / Zomba)
Sandy Dillon wird wegen ihrer Quertreiber-Songs sowie der extravaganten Stimmbandakrobatik gern als kleine Schwester von Tom Waits bezeichnet. Dabei verfügt die charismatische Sängerin und Songautorin keineswegs über eine von Zigaretten und Wiskey geteerte Stimme.
Vielmehr nennt sie ein schneidend hohes Organ ihr eigen, das von naivem Säuseln bis zum spitzen Schrei die gesamte Stimmbandskala abdeckt. Auf ihrem letzten Album sang sie jedoch überraschend moderat. Ebenso hat sie ihre musikalische Nische zwischen Blues, Coffeehouse-Jazz und Acidrock gegen neue Stilistiken und Techniken getauscht, die von elektronischen Samples, Beats und Sounds geprägt sind, ohne das übliche Rockinstrumentarium auszuklammern.
Auch wenn Sandy Dillon jetzt zugänglicher als früher klingt, Durchschnittkost kommt bei ihr nicht auf den Tisch. Von melancholischen Pianoballaden und tänzelndem Psycho-Funk über fast puristischen Pop und dunkle Torch-Songs ("Shoreline" mit Heather Nova) bis zum Garagenrock kreiert die Ausnahmesängerin eine abwechslungsreiche Preziosen-Show. (Fredy)
25. August 2003