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Soundcheck: V.A. - VERVE UNMIXED / REMIXED 2 
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V.A. : VERVE UNMIXED / REMIXED 2 cover

V.A. : VERVE UNMIXED / REMIXED 2 (Verve / Universal)

Verve Remixed 2 // Unmixed 2 ist als Einzeltonträger, sowie auch als limitierte Doppel-CD, Remixed 2 auch als Triple Vinyl im Handel erhältlich! Das Tracklist der Unmixed 2 mit den Originalversionen ist identisch mit dem der Remixed 2.

Eine in Jazzkreisen recht gewagte Idee hatten die Initiatoren des "Verve Remixed"-Projekts, als sie vor zwei Jahren namhafte Remixer und Produzenten darum baten, klassische Jazztracks ihrer Verve-Lieblingskünstler zu überarbeiten. Das fertige Werk erschien im Frühling 2002 (sowie parallel dazu ein "Verve Unmixed"-Album mit den Originaltracks) und sorgte naturgemäß für Kontroversen; schließlich hatten sich hier Dancefloor-Spezialisten wie Richard Dorfmeister, Thievery Corporation, Masters At Work, De-Phazz, Tricky und MJ Cole an hehrem Liedgut von Jazzikonen wie Ella Fitzgerald, Billie Holiday, Dinah Washington, Nina Simone und Sarah Vaughan vergriffen.

"Daß die Remixer allesamt ein sicheres Gefühl für Jazz haben, zeigen alle zwölf Stücke dieses Albums", entwarnte Focus Online sogleich in einer Rezension. "Man hört und erkennt die Stimmen der Originalkünstler, trotzdem klingen alle Stücke neu und originell. Akustische und elektronische Instrumente verschmelzen zu einer gelungenen Mischung, die jede After-Work-Party bereichern würde. 'Verve Remixed' ist allein schon eine tolle Sache. Noch mehr Spaß macht das Album jedoch, wenn man sich noch die 'Unmixed'-CD mit den Originalversionen gönnt. Und dabei feststellt, daß Jazz alleine auch schon ganz schön groovy und funky sein kann." Das Album erntete aber nicht nur etliche hervorragende Kritiken, sondern entpuppte sich auch als kommerzieller Erfolg: Allein in den USA verkaufte sich das "Verve Remixed"-Album über 100.000 Mal, weltweit konnten mehr als 300.000 Stück abgesetzt werden.

"Verve Remixed 2" dürfte wohl ein noch größerer Erfolg beschieden sein, da sowohl die stilistische Bandbreite der bearbeiteten Originale als auch die der Remixer deutlich größer ausgefallen ist. Die DJs, die diesmal zum Zuge kamen, gehören entweder zur Crème de la crème des internationalen Dancefloor-Underground oder befinden sich im Zenit ihrer Popularität. Als 12"-Singles werden außerdem vor Erscheinen von "Verve Remixed 2" Nina Simones "Sinnerman" (Felix Da Housecat's Heavenly House Remix) und Dizzy Gillespies "Manteca" (Funky Lowlives Remix) veröffentlicht werden. Mit diesen beiden Nummern wird auch das Album beginnen.

Gerade bei "klassischen" Aufnahmen von großen Interpreten gestaltet sich das Unternehmen Remix besonders schwierig. Hier gilt es mehr als anderswo, die Atmosphäre des Originals zu erhalten und das Stück gleichzeitig in einen neuen Kontext zu überführen - eine Aufgabe, die der größte Teil der beteiligten DJs und Produzenten auf "Verve Remixed 2" mit Bravour gemeistert hat. Denn da hält sich der Respekt vor dem Ausgangsmaterial und die künstlerische Kreativität wunderbar die Waage. Matthew Herbert's zärtlich-filigrane Bearbeitung von Oscar Brown Jr.'s "Brother Where Are You" etwa ist ein Parade-Beispiel für ein harmonisches Zusammenspiel von Gestern und Heute; oder Sarah Vaughan's "Whatever Lola Wants", das sich unter den Händen des Gotan Project in eine bittersüße Tango-Dub-Nummer verwandelt.

Insgesamt läßt sich aber feststellen, das die Remixe nicht an die Magie der Originale herranreichen und ich persönlich die VERVE UNMIXED 2 bevorzuge. (Fredy)   1. September 2003
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