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Schiller
: Leben (Polydor Island)
Nach knapp zwei Jahren Sendepause ist Schiller der Produzent und Komponist Christopher von Deylen, der nach den Chart-Alben ZEITGEIST und WELTREISE, mehr als einem halben Dutzend Hit-Singles und der Trennung von seinem Ex-Kollegen Mirko von Schlieffen nun alleinverantwortlich für das Musikprojekt Schiller zeichnet, zurück.
Wie kann eine Schiller CD beschrieben werden? Man schliesst die Augen und verfällt in einen Traum zwischen Trance und Pop, Club und Car-Stereo, Track und Song. Schiller steht für die konsequente Weiterentwicklung moderner Popmusik mit allen verfügbaren Mitteln. Im Vergleich zu WELTREISE ist LEBEN kompromissloser: Die Titel, die Single-Potenzial haben sollen, sind eindeutig als solche erkennbar. Die Titel, die dies nicht brauchen, weil ihre Funktion darin besteht, das Album als Gesamtwerk strahlen zu lassen, diese Titel versuchen erst gar nicht, Singles sein zu wollen. Deshalb passiert es auch nicht, dass auf einen eigentlich perfekten Instrumental-Track (Anspiel-Tipps: "Einklang" die tiefe Verbeugung vor den frühen Tangerine Dream und die keltisch angehauchte Hobbit-Hymne "Mittelerde") noch Gesang um des Gesanges Willen aufgeschraubt wird.
Dass LEBEN ein SCHILLERndes Pop-Gesamtkunstwerk sein möchte, liegt natürlich auch an der Auswahl der muskalischen Gesangs-Gäste: Auf WELTREISE waren es nur Peter Heppner und Kim Sanders, bei LEBEN sorgt die größere Zahl von Sängern allein durch die Tatsache, dass sie singen schon dafür, dass sich viele Titel eher wie Songs denn wie Elektronik-Tracks anhören.
Ich muss gestehen, das es mir der Song "Dream of you" mit Peter Heppner von Wolfsheim ziemlich angetan hatte. Doch durch die restlichen Schiller-Tracks irre ich wie in einem Wachtraum und kann nicht so recht gefallen finden an den dahinplätschernden süsslichen Melodiebögen und blubbernden Rythmen. Mehr Weichspüler, denn Pathos, schade eigentlich. (Fredy)
18. Oktober 2003 |

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