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Die Entscheidung, sein neues, drittes Album "für alle" zu betiteln, verrät viel über Laith Al-Deen.
Sein Selbstverständnis als Musiker hat - neben einer nach beinahe fünfzehn Jahren als Instrumentalist und Sänger in diversen Bands und Formationen biographischen Berechtigung - auch die Funktion einer durchaus ein wenig offensiven Abgrenzung: "Ich bezeichne mich absichtlich nicht als Künstler, ein Etikett, das ich aus dem Mund von manchen, die es für sich benutzen, als sehr beliebig empfinde. Ich bin Musiker." Und als eine seiner Aufgaben als Musiker begreift Laith Al-Deen die kreative Auseinandersetzung mit seinem Produzenten- und Co-Autoren-Team Schallbau. Diese Zusammenarbeit hat seine Karriere als Interpret von Anfang an entscheidend mitbestimmt.
Verständlichkeit und Eindeutigkeit sind gerade deutschsprachigen Künstlern häufig entgegengebrachte Ansprüche, denen sich manche Interpreten aus anderen Sprachräumen gerne absichtsvoll entziehen, wie Laith Al-Deen nicht ohne einen gewissen Neid feststellt.
Dass er sich diesen Respekt verdient hat, begreift man, wenn man zum Beginn seiner Karriere als Musiker zurückblättert. Dabei sollte man sich nicht auf den vergleichsweise steilen Verlauf der Entwicklung von Chartplazierungen, Verkäufen und Zuschauern für Laith Al-Deen seit dem Erscheinen seiner Debutsingle "Bilder von Dir" im Jahre 2000 beschränken.
Die an die großen Plattenfirmen verschickten Demos brachten nicht den großen Durchbruch, sondern die üblichen Standardabsagen. Doch einer der neugeknüpften Kontakte brachte Laith dann 1998 zum ersten Mal in die Offenbacher Schallbau Studios, wo gerade das erste Album eines sehr verheissungsvollen Duos namens Vega aufgenommen wurde. Laith sang nicht nur einen Song für das Album ein, sondern wurde auch zur Teilnahme an zwei Tourneen von Vega (als Gäste von Xavier Naidoo) geladen. Und auch wenn die Karriere des Newcomer-Duos eher kurz verlief, so sorgte sein kurzer Solo-Auftritt im Live-Programm für mehrere angenehme Überraschungen. "Henrik Kersten und Jörg Hacker von Sony Music haben mich dort gesehen, und gemeinsam mit dem Schallbau-Team die Idee einer deutschsprachigen Version von Stevie Be-Zets 'Everlasting Pictures' entwickelt, die wir dann wenig später als 'Bilder von Dir' aufgenommen haben."
In diese Zeit fällt eine weitere entscheidende Zäsur. "Ich hatte eine Ausbildung als Röntgenassistent begonnen, und bin wegen dieser Entscheidung jeden Abend mit sprichwörtlichen Kopfschmerzen eingeschlafen." Die hörten auf, als sich Laith entschloss, seine Ausbildung abzubrechen und sich völlig auf die Musik zu konzentrieren. "Das war die wichtigste Entscheidung meines Lebens. Ab diesem Zeitpunkt passierte etwas, es wurde ernsthaft, ich verabschiedete mich von Kompromissen, und Bands, in denen ich mich gebremst fühlte," erinnert er sich.
Den Beweis, dass seine neuen Songs auch unabhängig von der gewohnt erstklassigen Studioproduktion überzeugen können, tritt Laith Al-Deen deshalb demnächst wieder mit einigen Konzerten an. Im März / April 2004 geht es auf Deutschlandtournee durch bislang 24 Städte. Begleitet wird er auch hier wieder von seiner Band, bestehend aus Tobias Reiss (Keyboards), Tommy Baldu (Schlagzeug), Ole Rausch (Gitarre) und Frieder Gottwald (Bass).
Laith Al-Deen - Alles an Dir [Windows Media Video] (Fredy)
18. Januar 2004 |

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