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Helter Skelter
: For Play (Highcat Records)
Helter Skelter aus Haltern am See kamen 2003 bei dem Kölner Indie Label 'Highcat Records' unter, wo sie Anfang November dann auch ihr Debutalbum 'For Play' veröffentlichten. Laut Band-Info ein Stück wunderbar unkomplizierte Musik, O-Ton: 'Straight To The Geradeaus' Aha! Lassen wir uns einfach mal überraschen.
Die Scheibe startet mit '18 Degrees', bestehend aus Gitarrengeschraddel und einem netten Singalong-Chorus. Leider wird das tausendmal wiederholte Motiv schon bald sehr penetrant und lässt in einem die Erinnerung an die Hobbyband der katholischen Dorfjugend hochkommen. Etwas mehr Tempo kommt zunächst beim nächsten Stück 'Still young' auf, was aber in einem Soundmatsch mündet, der durch den völlig übertrieben eingesetzten Hall-Effekten noch verschlimmert wird. Schnell weiter zum nächsten Song, bei dem man sich aber sofort fragt: 'Lief der nicht schon mal?'
Der Balladen-Versuch 'Almost unreal' geht vor allem textlich voll in die Hose. Kann man sich nicht mal etwas Neues einfallen lassen als 'You're the one who makes me feel, that there can be a real great deal'? Gähn!
'It's only Rock'n'Roll' lässt durch seinen leicht pop-punkigen Anfang ein kleines bisschen Hoffnung auf Mehr aufkommen, was aber durch die holprig-verkackte Bridge zunichte gemacht wird. Beim schmachtigen 'Dreamstealer' macht der mehrstimmige Gesang im Chorus endlich mal Sinn, aber leider muss postwendend im nächsten Song die Sinnfrage wieder mal negativ beantwortet werden.
Der Einheitsmatsch geht so weiter, wobei der traurige Höhepunkt mit 'Free as a bird' erreicht wird. Das Meeresrauschen verbunden mit der unsäglichen Reimkunst macht den Song einfach nur unterirdisch. Zum Glück ist das letzte Lied 'Summerdays go by' nicht nur das rockigste, sondern auch das beste Lied. Endlich mal wird etwas Energie transportiert.
Tja, was für ein Resumee lässt sich ziehen? Nach eigener Aussage erfinden Helter
Skelter das Rad der Rockmusik nicht neu. Richtig, es ist sogar noch schlimmer: diese Album ist einfach nur belanglos und kopiert zum Teil auf unterstem Niveau völlig ausgelatschte Pfade der Einheitsrockmusik. Das Schlagzeug klingt uninspiriert, der Gitarrenpart endet oft im Matsch, die Vocals sind derbe unsauber und wenig auf den Punkt gebracht. Jedem Song fehlt das kleine, einzigartige oder überraschende Detail, selbst der Hit zum Mitsingen fehlt. In diesem Sinne ist die Band dann auch konsequent, was in ihrer Info schon angepriesen wurde.
60V gibt es dann doch für den leichten positiven Eindruck vom letzten Song (Dabei muss man sich aber den Hidden Track wiederum wegdenken!) und der unheimlich stylischen (siehe das Fahrrad im Vintage-Look!) und kontroversen Gestaltung des Albumcovers. Ich schlage nur eine Umbenennung des Albums in 'For Skip-Taste' vor. Sorry! (Tobias)
12. Januar 2004 |

11 User Kommentare
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