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Aereogramme
: Seclusion (Undergroove / Rough Trade)
Stimmt die Theorie, so haben wir von AEREOGRAMME aus Glasgow jetzt nicht mehr so viel Gutes zu erwarten, denn mit dem dritten Album entscheidet sich, ob es mit einer Band bergauf oder bergab geht. "Seclusion" ist das dritte Werk der drei Schotten und nach dem grandiosen Debut "A Story in White" und dem nicht minder famosen Nachfolger "Sleep and Release" (siehe auch die Kritiken im Soundcheck) ist "Seclusion" bislang das schwächste Album von AEREOGRAMME.
Doch so einfach ist das nicht, "Seclusion" ist mit nur sechs Songs und einer Länge von knapp 32 Minuten mehr EP als komplettes Album. Zudem ist es zwar schwächer als seine Vorgänger, hat aber immer noch seine Höhepunkte, wie zum Beispiel das fast elfminütige "The Unravelling", das AEREOGRAMME in Höchstform bietet. Also ein ruhiger Song, der immer wieder ausbricht mit lauten, teils Heavy-Metal-artigen Passagen. Post-Rock trifft auf Noise-Explosionen, verzerrte Gitarren und herzzerreißende Melodien. Mal leise, mal laut, mal eruptiv, mal episch, also typisch AEREOGRAMME, wie wir sie alle lieben.
Doch da sind auch die Songs, die mehr klassisch Rock sind, Songs wie "Lightning strikes the Postman" und "Inkwell", die zwar auf ihre Weise beeindrucken, aber nicht gerade zu den Highlights im Schaffen von AEREOGRAMME gehören. Um nicht missverständlich verstanden zu werden, sie sind zwar nicht das Beste, was AEREOGRAMME je geschaffen haben, aber in ihrer Art und Weise immer noch sehr gute, durchaus hörbare Songs.
Dafür besticht die CD durch exzellentes Bonus-Material. Als Quicktime-Video bieten uns AEREOGRAMME den von ihnen selbst geschriebenen Horror-Kurzfilm "Seclusion", dessen Regie der schottische Regisseur Stephen Morrison übernahm. Der Film ist insgesamt zweimal enthalten mit jeweils verschiedenen Soundtracks. Das Werk selbst ist eine Hommage an das japanische Horrorkino mit viel Blut, Geistern und traumatisierten, jungen Frauen, zusammengekauert unter Urinalen. Nichts für Zartbesaitete ist "Seclusion" ein Schocker, der verstört und den Hörer und Zuschauer provoziert. (Smilo)
18. Oktober 2004 |

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