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Soundcheck: Janove Ottesen - Francis' Lonely Nights 
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Janove Ottesen : Francis' Lonely Nights cover

Janove Ottesen : Francis' Lonely Nights (Virgin / EMI)

Den meisten dürfte Janove Ottesen als charismatischer Frontmann des Kaizers Orchestra bekannt sein. Mit Francis' Lonely Nights veröffentlicht der Norweger nun sein erstes Soloalbum.
Dieses grenzt sich musikalisch deutlich von dem Sound seiner Hauptband ab. Anstelle treibender Ompa-Songs, wie sie für das Kaizers Orchestra so typisch sind, frönt Janove hier doch eher ruhigeren Tönen in bester Singer / Songwriter Tradition. Auch singt er diesmal nicht in seiner Muttersprache sondern trägt die zwölf Stücke komplett in Englisch vor.
Das ihm dieser andere Sound gut zu Gesicht steht wird schnell deutlich. Schon der Opener "Her Face" ist ein starker Einstieg in das Album. Getragen von Akustik-Gitarren entfalten Streicher und Mundharmonika ein ganz besonderes Flair, welches sich im Laufe der Scheibe noch zu verstärken weis. Dreh- und Angelpunkt auf Francis' Lonely Nights ist aber die ausdrucksstarke Stimme Janove Ottesens. Gefolgt wird "Her Face" vom mit Bläser-Parts eindrucksvoll instrumentierten "Black And White Movie", welches zusammen mit "This City Kills" zu den beschwingtesten Stücken des Albums gehört und von seinen Vocallines am meisten an das Kaizers Orchestra erinnert. "Juliet" kommt leicht schräg und augenzwinkernd daher und entwickelt zum Ende hin noch echte Funk-Qualitäten. Den Kern des Albums bilden aber kleine, ruhige, auch mal melancholisch angehauchte Stücke, bei denen die Gitarre und Janoves Stimme im Vordergrund stehen. Dabei kann es auch schon einmal recht countryesk zugehen, wie bei "Neighbour Boy", welches fast ein wenig an 16 Horsepower erinnert.
Und wenn nach knapp 48 Minuten die letzten Töne vom Rausschmeißer "Wonderful Show" verklungen sind, ist man sich sicher, dass Janove Ottesen ein tolles, sehr persönliches Album gelungen ist, welches sich musikalisch nicht unbedingt mit dem Schaffen seines Hauptarbeitgebers vergleichen lässt, Freunden handgemachter und ehrlicher Musik aber in freudige Erregung versetzten dürfte. Das macht Lust auf mehr und vielleicht findet Janove nach dem nächsten Output des Kaizers Orchestras ja wieder die Zeit für ein weiteres Soloalbum. Ich würde es mir wünschen!
(Jens)   8. März 2005
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