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5BUGS
: Tomorrow I'll Play God (Rockhit Records - AL!VE)
Breitwand-Melodien auf dem Punkrock-Silverscreen 5BUGS haben auf ihrem zweiten Longplayer "Tomorrow I'll Play God" die Essenz gefunden, mit der sie ihre Songs direkt in die Musikfelder der Großhirnrinde des Hörers diffundieren lassen und dort dauerhaft implantieren: Melodien im Breitwand-Format, eingebettet in ausgetüftelte und trotzdem gradlinige Arrangements, die das Beste aus den Weiten der Punkrock-, Rock-, Emo- und nicht zuletzt Pop-Welten kondensieren.
Für Gesangslinien wie die der 5BUGS würden andere Bands wahrscheinlich ihre lukrativen, sozialversicherungspflichtigen Vollzeitjobs hergeben. Den fünf jungen Berlinern dagegen scheinen diese unglaublichen Harmonien geradezu zuzufliegen und so verklingt keiner der 11 Tracks von "Tomorrow I'll Play God", ohne dass man eine Melodie-Portion zum Mitnehmen eingepackt bekommt. Dabei wird die kraftvoll-helle Stimme von Sänger Chris Dumhard in den ausgefeilten Songstrukturen getragen von den variantenreichen Riffs und Licks der Gitarristen Florian Nowak und Stefan Fehling und der druckvoll-präzisen Rhythmus-Arbeit von Bassist Daniel Kokavecz und Drummer Samy El-Munayer. Überraschende Breaks und Tempiwechsel tragen ihren Teil dazu bei, dass das Album äußerst kurzweilig daherkommt.
Fürs Moshpit-Bouncing findet sich genauso der richtige Soundtrack auf dem Silberling der 5 Berliner wie fürs lockere Mitwippen an der Bar. Während Uptempo-Songs wie der Opener "Appetite at first Sight", das vielseitige" Visions" oder das programmatische "Fighting in the Name of Rock 'n' Roll" dominieren, wirken 5BUGS bei "The Air I breathe" und "Just another tragic Story" fast zerbrechlich. Stücke wie "Order to Kill" oder "No one's there" legen dagegen deutlich einige Härte-Briketts nach und runden den hohen Energiewert des Longplayers zwischen Punkrock-Brett und Emo-Melancholie ab. Die Band hat sich im heimatlichen Studio Zeit genommen, mit dem Blick fürs Detail immer wieder an "Tomorrow I'll Play God" geschraubt und so ein sehr dichtes, eingängiges und überzeugendes Gesamtwerk geschaffen, das auch in Sachen Sound- und Produktionsstandard höchsten Ansprüchen gerecht wird. Also: CD einlegen und das rockende Melodie-Cinemascope der 5BUGS zwischen die Ohren projizieren.
Seit ihrem 2004er Debüt-Album "To no one else except you" haben sich die 5BUGS durch ihre unermüdliche Präsenz auf den Konzertbühnen der Bundesrepublik und Österreichs zu einer der spielstärksten deutschen Bands des Genres entwickelt und wissen eine enthusiastische Fanbasis hinter sich. Die herausragenden Live-Qualitäten der Band bescherten ihr u.a.einen Auftritt bei ROCK AM RING 2006 und diverse Supportshows für bekannte Acts wie Donots, Such A Surge, Mad Caddies und Strung Out. (Fredy)
11. November 2006 |

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