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Soundcheck: Tasteless - The Sea 
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Tasteless : The Sea cover

Tasteless : The Sea (Strange Ways/Indigo)

Bislang war die Schweiz vor allem bekannt für Präzisionsuhren, Nummernkonten, Berge und Käse. Vielleicht auch noch für Kräuterbonbons. Gut, dass Bands wie TASTELESS immer wieder daran erinnern, dass es in mitten der eidgenössischen Beschaulichkeit auch gewaltig rockt.
Die Wurzeln von TASTELESS gehen zurück auf das Jahr 1997. Sänger und Gitarrist Mario Weiss gründete eine Schülerband um seine Begeisterung für Bands wie Nirvana, Silverchair und die Smashing Pumpkins umzusetzen. Mit angesagten Grunge-Covern und zumehmend eigenen Songs machte sich die Band in der Musikszene rund um ihre Heimatstadt Domdidier schnell einen Namen. Ende des Jahres holte Weiss, der die Riffgewalt seiner Band stärker betonen wollte, seinen Schulfreund Sami Isoz als Gitarristen dazu. Eine erste EP mit dem Titel "Broken Wing" brachte TASTELESS 1999 zunehmend attraktive Konzertangebote ein. Wenig später, mit Stefane Eichberger als neuem Schlagzeuger, machte man sich schliesslich an die Aufnahmen zum ersten Album.
Beim renommierten Rock Oz`Arenes Festival hatten TASTELESS den Toningenieur Sacha Ruffieux kennen gelernt, dem sie jetzt die ersten Aufnahmen probeweise zu Gehör brachten. Zwar war Ruffieux von den Songs höchst angetan, hielt allerdings nichts von der Qualität der Aufnahmen. Er lud die vier Jungs ein, die Titel in seinem Studio noch einmal neu einzuspielen. In der kreativen Atmosphäre entstanden prompt völlig andere, neue Songs. Ebenfalls beeinflusst durch einen Neuzugang im Line-up: Die Cellistin Camille Burgy sorgte mit ihrem melancholischen Instrument für eine neue Facette im harten Rocksound. "Ein Cello ist eine ideale Ergänzung zu den Gitarren", meint Sacha. "Man kann viel komplizierte Strukturen aufbauen. Außerdem sind Gitarristen notorisch faule Säcke, die so weiter ihre leichten Sachen spielen können, während sich Camille am Cello richtig konzentriert."
Im November 2003 erschien das selbstbetitelte Debüt in der Schweiz, wenig später auch in Frankreich. Die harten Gitarren, die stets die Basis des TASTELESS Sound gebildet hatten, dominierten nach wie vor, hatten jedoch - vor allem durch Burgys Cello - eine beeindruckende Tiefe und Traurigkeit erhalten. Und Ruffieux, der sich mit der Band so gut verstand, dass er 2001 als Bassist das Gründungsmitglied François Milliard ersetzte, sorgte für einen professionellen und dennoch erfrischend kantigen Sound.
"Nach diesem ersten Album sind wir erst richtig als Band zusammengewachsen", berichtet Sänger Mario Weiss. Zahlreiche Konzerte folgten und die Arbeit an weiteren Songs, die erneut perfekt Schwermut und Energie miteinander verbanden, begann.
Das aktuelle Album "The Sea" erschien in der Schweiz im Februar 2006 und zeigt TASTELESS wesentlich gereifter als zuvor. "Auf dem ersten Album wollten wir einen kalten, produzierten und fetten Sound, in dem wir unzählige Gitarrenspuren aufeinander getürmt und die Drumsounds gesampelt haben", sagt Mario. "Auf "The Sea" wollten wir das genaue Gegenteil – einen warmen Sound mit nur wenig Overdubs. Das Aufnehmen war auch völlig anders. Für die erste Platte haben wir uns über ein Jahr Zeit genommen, für "The Sea" war alles in etwa drei Wochen fertig. Wir wollten, dass die Musik spontan und direkt bleibt."
Die dunkle Stimmung der Platte war auch von persönlichen Erlebnissen geprägt. So schrieb sich Hauptsongwriter Mario auf "The Sea" unter anderem viel Liebeskummer von der Seele. "Mario tüftelt die Songs zu Hause aus und bringt sie zu den Proben mit", erklärt Sacha. "Dann beginnen wir als Band damit, sie zu arrangieren; manche Titel verändern sich dabei von Grund auf, beispielsweise "Goodbyes". Marios ursprüngliche Version war ein Stoner-Song mit einem fetten Riff. Davon ist jetzt nichts mehr übrig …"
Den Titel "The Sea" wählten die Schweizer nach dem Song, der das Album beschließt, und mit seinem Crescendo am Schluss von einem Schiffsuntergang erzählt. "Das Meer kann ruhig, wunderschön und freundlich sein, aber auch gefährlich, geheimnisvoll und wild – so ist auch dieses Platte", sagt Sacha. "The Sea" handelt von einer Reise, vielleicht auf dem Meer, vielleicht auch in deinem Kopf ... und man erinnert sich an die Menschen, die man getroffen, die man vielleicht auch verloren hat. Es ist eine Reise, die einen aufwühlt; sie lässt einen nicht unberührt." Genau wie TASTELESS` zweites Album.
(Pressetext)


www.tasteless.ch (Hans Korte)  23. März 2007
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