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Soundcheck: The bird and the bee - The bird and the bee 
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Hier im Elektrolurch-Soundcheck findet ihr zur Zeit 3382 Besprechungen. Wenn wir eure Veröffentlichungen besprechen sollen, schickt euren Stuff an die Redaktion.

Ihr könnt zu den einzelnen Platten und CD's euren Kommentar abgeben oder im Vote die weitere Entwicklung des Elektrolurch beinflussen.

The bird and the bee : The bird and the bee cover

The bird and the bee : The bird and the bee (EMI Blue Note)

Es gibt zahlreiche Gründe, warum Blue Note Records seit Jahrzehnten bei Künstlern, Kritikern und Publikum einen hervorragenden Ruf genießt. Ein Grund ist mit Sicherheit die musikalische Vielfalt, die unter dem Dach des renommierten Labels Platz findet.

Neben dem angestammten Jazz in den unterschiedlichsten Spielarten mit Verbindungen zur Avantgarde, zum HipHop und zur elektronischen Musik bietet Blue Note auch kunstvoller Popmusik ein Zuhause. Das jüngste und mit über 300.000 Profilaufrufen bei MySpace bereits hoch gehandelte Beispiel für diese stilistische Offenheit ist das wunderbare Duo The Bird And The Bee aus Los Angeles, dessen Debütalbum nun auf dem Blue Note Sublabel Metro Blue erscheint.

Der fabelhafte Name, den sich Sängerin Inara George und ihr Kompagnon Greg Kurstin für ihr gemeinsames Projekt ausgedacht haben, klingt nach unbeschwerter Sommerzeit. Tatsächlich offeriert das Gespann ein üppiges und farbenfrohes Bouquet aus luftig leichten Pop-Köstlichkeiten mit mannigfaltigen Referenzen an die 60er Jahre von barocken Cembaloklängen á la Left Banke bis zu den Girl-Pop-Arien einer Lesley Gore, von Klangexperimenten der Beach Boys bis zu den geschmeidigen Harmonien Burt Bacharachs. Und das ist längst noch nicht alles, was das Duo über einen Zeitraum von zwei Jahren an langen Nachmittagen in Gregs Heimstudio in Echo Park, Kalifornien in strikter Arbeitsteilung – Inara war für den Gesang, Greg für alle Instrumente verantwortlich – unter einen Hut gebracht hat.

„I Hate Camera“ etwa ist honigsüßer Elektropop mit frankophilem Flair. „Because“ flirtet mit Break Beats und einer Soundpalette, die man vor einiger Zeit noch als TripHop bezeichnet hätte. „Spark“ erinnert an die verstörend traumwandlerische Musik in Filmen von David Lynch. Und der charmante Clubtrack „F-cking Boyfriend“, der bereits die U.S. Hot Dance Club Charts erobern konnte, ist nicht weit weg vom frech frivolen Pop einer Lily Allen.

Ein Vergleich, der durchaus seine Berechtigung hat, zählt Greg Kurstin doch zu den Autoren und Produzenten hinter Lily Allens Erfolgsalbum „Alright, Still“. Der gebürtige Kalifornier ist aber nicht nur ein formidabler Songwriter, sondern galt schon als virtuoser Jazzpianist, bevor er sich überhaupt zum ersten Mal rasiert hatte. Später zog er nach New York und perfektionierte seine pianistischen Fähigkeiten als Schüler der Jazz-Ikone Jaki Byard. Zurück in Los Angeles avancierte Kurstin rasch zu einem begehrten Musiker. Er arbeitete mit Beck und produzierte und komponierte unter anderem für die Flaming Lips und Peaches.

Auch Inara George, die ein Kritiker einmal schwärmerisch als moderne Audrey Hepburn mit der Stimme eines Engels bezeichnet hat, ist kein unbeschriebenes Blatt. Sie ist die Tochter von Lowell George, dem früh verstorbenen Sänger und Gitarristen der legendären Southern Rock Band Little Feat. Aufgewachsen im Topanga Canyon in den Bergen Santa Monicas, trat sie zunächst nicht in die Fußstapfen ihres Vaters, sondern schlug eine Karriere als Theaterschauspielerin ein. Nebenbei sang und spielte sie zwar in diversen Bands, aber lange Zeit war Musik für sie nur ein Hobby. Das änderte sich erst, als eine dieser Gruppen – Merrick - einen Plattenvertrag erhielt und zwei Alben veröffentlichte.

Vor zwei Jahren nahm Inara George mit dem Produzenten Michael Andrews, der die Musik zu dem Kultfilm „Donnie Darko“ geschrieben hatte, ihr Solodebüt „All Rise“ auf. Während der Produktion des in Jazztraditionen verwurzelten Albums lernte die Sängerin den Multiinstrumentalisten und Songschreiber Greg Kurstin kennen: „Ich liebe alte Jazz-Standards und die Klassiker des American Songbook und Greg teilt diese Leidenschaft. Nach einer Probe standen wir um ein Klavier herum und unterhielten uns und kamen dabei auf die alten Songs zu sprechen. Greg setzte sich ans Klavier und drei oder vier Stunden lang spielten und sangen wir alle Klassiker, die uns einfielen.“

Seit jenem denkwürdigen Tag stand für beide fest, dass sie miteinander arbeiten wollten. Ein Album mit Jazz-Standards stand allerdings nicht zur Diskussion, obwohl Inara George, die mit ihrer Stimme zwischen der Sinnlichkeit einer Astrud Gilberto und der sphärischen Eleganz einer Julee Cruise changiert, bestens dafür geeignet wäre. Stattdessen hat das Duo für sein Debüt ausschließlich eigene Songs geschrieben, in denen verschiedene Einflüsse zusammenfinden. Jazz spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Allenfalls ungewöhnliche Akkordwechsel und einige komplexe Harmonien sowie die verträumte Cocktail- und Bar-Atmosphäre in Songs wie „Birds And The Bees“ und „My Fair Lady“ zeugen von der Liebe zum Jazz der beiden Protagonisten, denen als The Bird And The Bee eines der bezauberndsten Alben des noch jungen Jahrgangs 2007 gelungen ist. Mit federleichten Liedern wie „Again & Again“ und „La La La“ im Ohr kann der Sommer kommen. (Fredy)  22. April 2007
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