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Soundcheck: Chalice - Bare 
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Hier im Elektrolurch-Soundcheck findet ihr zur Zeit 3382 Besprechungen. Wenn wir eure Veröffentlichungen besprechen sollen, schickt euren Stuff an die Redaktion.

Ihr könnt zu den einzelnen Platten und CD's euren Kommentar abgeben oder im Vote die weitere Entwicklung des Elektrolurch beinflussen.

Chalice : Bare cover

Chalice : Bare (Rockphone Records/Soulfood)

Überraschung, Überraschung...
...filigrane Akustikgitarrenarbeit war bislang nicht gerade das, wofür die fünf Hamburger Rocker von Chälice bekannt waren.
Ihr Hang zur Melodie war zwar schon immer unverkennbar, aber es knallte doch regelmäßig ziemlich heavy aus den Boxen, wenn man sich das bis dato jüngste Machwerk "Shotgun Alley" oder die vier Vorgänger reinzog. Doch was ist das?
Plötzlich kommen sie uns unplugged, d.h. warme Akustikgitarren statt verzerrter Soli, abgefahrene Percussion-Spielsachen statt der bekannten heavy Drums, ein echtes Piano statt Keyboards... Und die Songs?
Merkwürdig bekannt und doch total anders, teilweise roliend und grauend wie der Opener "Body and Soul" (wer erinnert sich an das vergleichsweise straighte Original auf "Chameleonation"?), teilweise filigran und zerbrechlich wie das wunderschön geratene ""Somewhere" (den Fans der ersten Stunde noch bekannt vom 98er-Opus "Persistence of Time"), teilweise sogar angejazzt und mit Bläsern garniert wie das jetzt plötzlich melancholische "Turn Into" (einer der Klassiker auf "Chameleonation"), oder einfach nur rotzig dahingerockt wie "Hollywood Daze" oder "Kick It" vom "Shotgun Alley"-Album, dessen Titelsong hier übrigens auch noch eine Veredelung ganz eigener Art erfahren hat. Was ist das Konzept von "BARE"?
"Es ist so was wie ein kleines Dankeschön an unsere treuen Fans", erklärt Sänger Gino Naschke. "Wir haben ja immer schon während unserer Shows kleine Akustik-Sets gespielt, die bei den Leuten immer unglaublich gut angekommen sind. Seit Jahren schon liegen sie uns in den Ohren, dass wir da endlich mal `ne Scheibe draus machen sollen, und jetzt haben wir endlich nachgegeben", fügt Hauptkomponist und Gitarrist Oliver Scheer hinzu. Und so sind sie dann quer durch ihre eigene Geschichte gewandert, als sie sich im HASTINGS-Studio zu Hamburg für ein langes Weekend verbarrikadierten, um einfach drauflos zu jammen und zu testen, ob sich die von den Fans so sehr beschworene Magie einstellen würde. Und?
"Wir waren selbst total überrascht, wie gut es sich anhört", erzählt Steve Lagleder, seines Zeichens Bassist der Band und hier einmal mehr auch als Zweitbesetzung an der Akustik-Klampfe zu bewundern. "Es waren unheimlich emotionale Momente, als wir den alten Sachen neues Leben einhauchten und dabei spürten, wie cool es ist, mit ein paar ganz simplen Instrumenten den Leuten -hoffentlich- mitten ins Herz zu spielen. Und mit "Hi be there" haben wir extra für diese Session immerhin auch einen brandneuen Song fabriziert." So so, und wenn alles so geil ist, wieso kommt die Scheibe dann erst jetzt, ein gutes Jahrzehnt nach Beginn des "Unplugged-Booms"?
"Weil wir nun mal Dickschädel sind, die sich von Anfang an mehr an ihren eigenen Vorstellungen orientiert haben als an den sogenannten Gesetzen des Marktes", lacht Gino, der Shouter. "Ehrlich gesagt ging uns dieser Unplugged-Hype sehr lange ziemlich auf den Zeiger. Wir wollten eben gerade nicht das machen, was alle machen."
Und so waren sie immer, die symphatischen Hamburger Jungs.
Zeit, den Gang jetzt ein wenig rauszunehmen und sich entspannt zurückzulehnen?
Natürlich nicht!
"Klar wollen wir auch mit der neuen Scheibe touren", sagt Oliver Scheer, "das wird bestimmt super-spannend, schon weil wir dann auch live zeigen können, was für ein begnadeter Pianist unser neuer Keyboarder Axel Hoffmann ist! Ich würde allerdings nicht ausschließen, dass wir eventuell auch die eine oder andere Stromgitarre mit am Start haben werden..."
Bleibt abschließend nur noch zu erwähnen, dass Chälice, die sich bereits bei "Shotgun Alley" mit der ohne Preiserhöhung beigefügten "Best Of"- Scheibe als äußerst generös erwiesen hatten, erneut ein fettes Paket geschnürt haben.
Zusätzlich zu den neuen Aufnahmen gibt`s auf "BARE" nämlich noch so gut wie alles, was die Band in früheren Jahren bereits mit Akustikgitarren fabriziert hat, und zwar in der Originalversion!
Ein reizvoller Kontrast zu den Neuaufnahmen und ein weiterer Beweis dafür, dass sie nie vergessen haben, wem sie alles und vor allem dieses Album verdanken, ihren unermüdlichen Fans!
(Pressetext)


LINE-UP:
Gino Naschke - Leadgesang
Oliver Scheer - Akk. Gitarre
Steve Lagleder - Akk. Gitarre, Bass, Background-Gesang
Michael Mehl - Percussion, Schlagzeug, Background-Gesang
Axel Hoffmann - Piano


TRACKLIST:
ALMOST LIVE AT STUDIO 1 - THE ACOUSTIC SESSION
1. Body & Soul
2. I`ll Be There
3. Shotgun Alley
4. Turn Into
5. Hollywood Daze
6. Run For Cover
7. Somewhere
8. Can`t You Feel It
9. Kick It
10. Falling


BONUSTRACKS (Original Album Versions)
11. T.W.I.M.T.B.
12. Make A Cross
13. My Own Paradise
14. Apart
15. Wonderland
16. Amnesty
17. The Rain Is Gone
18. Hold On To The Years


DISCOGRAPHIE:
IN WONDERLAND (1995)
PERSISTENCE OF TIME (1998)
DIGITAL BOULEVARD (2000)
CHAMELEONATION (2002)
SHOTGUN ALLEY (2005)
BARE(2007)


www.chalice.de (Hans Korte)  10. September 2007
110V
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