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Daniel Stoyanov
: Draußen vor der Tür (Beats around the Busch Music / Sony/BMG)
Etwas an ihm ist anders, als man es bei einem 21jährigen erwartet. Sind es die ernsten Augen? Der tiefe Blick? Die Ruhe, die von ihm ausgeht? Man kann es schwer festmachen und doch bleibt der Eindruck: Daniela Stoyanov ist anders. Nachdenklicher, wissender, reifer und vor allem interessanter. Nichts an seinem Album ist gewöhnlich: nicht der Blickwinkel, nicht die Wahl der Worte, nicht die Kompositionen und schon gar nicht seine Stimme, die leise ist, aber eindringlich, die sich nicht aufdrängt aber deutliche Spuren hinterlässt.
„Draußen vor der Tür“ ist der Titel des Albums und für Daniel eine Art Lebensmotto. Kein lautes, pubertäres Outlaw-Gehabe, keine verbitterten Phrasen, sondern glasklare Beobachtungen, hauchfeine Nuancen und eine filigrane Lyrik, die manche Text zu purer Poesie werden lässt.
Draußen vor der Tür, das ist ein Ort, an dem Daniel sich zuhause fühlt. Hier sind die Gefühle echt, ist die Angst berechtigt, der Mut ungebrochen, der Schmerz unerträglich. Die glatte Oberfläche liegt ihm nicht, lag ihm noch nie.
Geboren in Sofia, Bulgarien, als Sohn einer Künstlerfamilie, kam Daniel 1990 nach Deutschland und erlebte das Land als „aufgehende Blumenknospe“, wie er es beschreibt: Riesensupermärkte, der heiße Sommer, die Fußballweltmeisterschaft ließen die schwere Zeit in Bulgarien vergessen. Doch alles hat seinen Preis: beide Eltern konnten ihren Beruf als Schauspieler in Deutschland nicht ausüben, mussten sich Brot-und-Butter-Jobs suchen, die kleine Familie ernähren. Umso enger rückte man zusammen, umso größer die Unterstützung für den Sohn, der schon früh die Leidenschaft zur Musik entdeckte und der schnell merkte, dass, sobald er sang seine Eltern ihre Sorgen vergaßen: also sang er.
Bereits mit 11 Jahren steht Daniel im Studio vor dem Mikrofon und beginnt bei Produktions- und Plattenfirmen anzuklopfen. Er dreht kleine Videos und schafft es als 13jähriger furchtloser Knirps in die MTV Mittagssendung „Kitchen“, wo er bei den Hipsters mächtig Eindruck schindet. Während andere in seinem Alter experimentieren, wie man am besten betrunken wird, experimentiert Daniel mit Texten und Melodien. Unzählige Blöcke, Zettel, Hefte hat er zu dem Zeitpunkt bereits voll geschrieben. Mit 18 fand Daniel, es sei an der Zeit, das Schicksal in die Hand zu nehmen und schickte ein Videotape an die Naidoo-Herberger Produktion. Wenig später hat er das Ticket nach Mannheim in der Hand und steht kurz darauf Xavier Naidoo in der Gesangskabine gegenüber und singt mit ihm den Refrain zu „Was wird mich erwarten“. Daniel bestand die Reifeprüfung vor den Produzenten, das Abitur und unterschrieb den lang ersehnten Plattenvertrag.
Ab da begann die Arbeit am eigenen Album. Und die war nicht immer leicht aber immer lehrreich und spannend. Es wurde getüftelt und umgeschrieben und solange gefeilt, bis Daniel mit sich und dem Ergebnis zufrieden war. Das kann dauern, bei jemandem, für den der gerade Weg selten der beste ist, jemand, der sich lieber durchs Dickicht schlägt, auf dem Weg Neues entdeckt und andere Perspektiven sucht. Doch es hat sich gelohnt, keine Kompromisse zu machen. Genauso, wie es sich für uns lohnt diesen alltäglichen und ungewöhnlichen Ort einmal genauer anzuschauen. Denn dahin lädt uns Daniel Stroyanov ein. Draußen vor der Tür. Willkommen.
Myspace
Video „Mehr als ein Lied“ (Smilo)
15. Februar 2008 |

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