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Kenny White
: Symphony In 16 Bars (o-tone music | Wildflower | edel)
Schon als Sechsjähriger spielte Kenny Lieder nach, die er im Radio gehört hatte. Sein Vater, dessen Bruder bereits ein etablierter Künstler in den Kreisen des 'Borscht Belt' war (beliebte Urlaubsregion, hauptsächlich der jüdischen New Yorker in den Catskill Mountains, d.Ü.), machte sich Sorgen. College, dachte er. Bitte, College! Vielleicht Medizin? Doch so sollte es nicht kommen – stattdessen gab es Klavierunterricht. Dabei war Kenny es jedoch bald leid, sich ständig sagen lassen zu müssen, dass „wirklich alle Noten“ der Mozart-Stücke gespielt werden müssten und dass eine Veränderung derselben die Musik nicht wirklich besser machte. Und so schob er seinen Lehrer sanft aber sicher langsam von der Bank. Kenny beschloss, weiter Klavier zu spielen ... auf seine eigene Art.
Aber nun der Reihe nach:
Entwurzelter New Yorker zieht nach Boston. Bekommt Auftritte mit Livingston Taylor und später mit Jonathan Edwards. Erkennt, dass Boston – obschon hübsch und sauber – nicht die gleichen Möglichkeiten bietet, wie New York. Rollt also (Boston) Red Sox – Fahne und Larry Bird – Shirt ein und geht zurück nach New York. Wird rasch eine feste musikalische Größe im Bereich der Fernseh- und Radiowerbung. Und so schreibt und produziert er hunderte von Werbemusikstücken in den folgenden Jahren, so dass ein Millionenpublikum seine Musik zu hören bekommt – natürlich anonym. Während er also der Werbemusik einen dauerhaften Stempel verpasst, arbeitet er auch mit Linda Ronstadt, Dwight Yoakam, Gladys Knight, Aaron Neville, Ricky Skaggs, Al Jarreau, Kim Carnes und vielen anderen.
Er trifft während dieser Zeit die aufsteigenden New Yorker Musiker Marc Cohn & Shawn Colvin, hilft auf ihren Alben aus und produziert „I Don't Know Why“ auf Shawn's Fat City, was ihr eine Grammy-Nominierung für 'Best Pop Vocal' einbringt.
Trifft bald darauf Peter Wolf; sie werden umgehend musikalische Verbündete. Produziert das von der Kritik hoch gelobte Fools Parade und Sleepless; bei Letzterem arbeitet er zusammen mit Keith Richards. Das 'Rolling Stone Magazine' bezeichnet Sleepless als sofortigen Klassiker. Zwischendurch bereichert er viele Filme mit seiner Musik, darunter Message in a Bottle, Ed TV, A Walk on the Moon, Forces of Nature, Where The Heart Is, Edie & Pen, und – nicht zuletzt – vier John–Sayles-Filme. Er wird als einer der umwerfendsten Pianisten der Popmusik bezeichnet, eine Einstufung, die unzählige Journalisten und Kritiker der USA übernehmen.
Kenny erwacht eines Morgens, kratzt sich am Kopf und erkennt, dass ihm die wahre Leidenschaft bisher vielleicht abgegangen ist. Stellt fest, dass er über eine große Sammlung handwerklich guter, einfühlsamer und hoch musikalischer Kompositionen verfügt. Stellt darauf Liste mit Topmusikern als Verstärkung zusammen, um mit ihm das (2002 veröffentlichte) Album Uninvited Guest zu kreieren. Dann geht er auf Tour, ruft Freunde an, die mit ihm zusammen gearbeitet haben und informiert sie über seine veränderten Lebensumstände: er will ab sofort so viel wie möglich unterwegs sein.
Erhält darauf Einladungen von Cheryl Wheeler, Jonathan Edwards, Shawn Colvin, Peter Wolf und Richard Shindell, bei ihren Konzerten mitzuspielen. „Ausgezeichnet“, sagt Kenny und packt wiederum Red Sox – Fahne, Larry-Bird-Shirt und Rasierer und macht sich auf den Weg. Die Kritiken von Uninvited Guest sind begeistert – es wird gar 'Album of the Week' in George Grahams Radio-Show 'Mixed Bag', gewinnt dadurch die Aufmerksamkeit vieler beliebter DJ's und Radiosendungen, u.a. Meg Griffin vom Sirius Satellite Radio & Mountain Stage.
Ein paar Jahre nach der Debütveröffentlichung Uninvited Guest versammelt Kenny White abermals eine geballte Ladung Talente für die Aufnahmen zu seiner zweiten CD Symphony in 16 Bars mit Gastauftritten von Al Anderson (NRBQ, Gitarre), Marc Cohn (Background-Gesang), Amy Helm (Gesang), Merrie Amsterburg (Gesang) sowie den herausragenden Leistungen von Jay Bellerose (Paula Cole, Joe Henry – Schlagzeug), Larry Campbell (Bob Dylan, Gitarre), Shawn Pelton (SNL, Sheryl Crow – Schlagzeug), Dan Rieser (Marcy's Playground, Norah Jones – Schlagzeug), Larry Saltzman (Simon & Garfunkel – Gitarre). Während er das meiste selber produzierte, holte er sich für ein paar Stücke zusätzlich Paul Bryan (Aimee Mann – Bass- und akustische Gitarre) und David Barratt.
Symphony in 16 Bars macht da weiter, wo Uninvited Guest aufgehört hat. Wie in einem Woody-Allen-Film geht es um eine Hauptfigur in New York City, die die verschlungenen Pfade des Herzens und der Seele inmitten von Wirrungen der Liebe und ständigen Veränderungen erkundet. Eine Vorabkopie von Symphony landet in den Händen der Folk-Legende Judy Collins, die es schließlich auf ihrem Independent-Label 'Wildflower Records' heraus bringt. (Fredy)
9. Mai 2008 |

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