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Soundcheck: Radiopilot - Leben passiert 
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Hier im Elektrolurch-Soundcheck findet ihr zur Zeit 3382 Besprechungen. Wenn wir eure Veröffentlichungen besprechen sollen, schickt euren Stuff an die Redaktion.

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Radiopilot : Leben passiert cover

Radiopilot : Leben passiert (Columbia / Sony/BMG)

Gestaltungskraft. Inszenierungsgabe. Abgrenzungswille. Perfektionsdrang. Gute Songs. Keine Frage: Jede junge Band ist bestrebt, bei ihrer ersten Platte nach Möglichkeit keinen Fehler zu machen. Doch mit welcher Präzision die fünf Berliner Musiker, die seit 2006 unter dem Bandnahmen Radiopilot unterwegs sind, die Umsetzung ihrer musikalischen, stilistischen, visuellen und kommunikativen Idealvorstellungen betreiben, setzt Maßstäbe.
Lukas Pizon, Rafael Triebel, Florian Büttner, Benjamin Steinke und Christoph Hengelhaupt von Radiopilot haben nicht nur den Willen, etwas mit ihrer Musik zu bewegen, sie verfügen auch über die dazu notwendigen Skills. Und sie haben überhaupt keinen Nerv, sich bei ihrer selbsterwählten Aufgabe von Szene-Richtlinien die Arbeitsweise diktieren zu lassen. Unabhängigkeit ist ihnen wichtig. Und gerade deshalb unterschrieben die Fünf im August 2007 bei Columbia Deutschland, einem Label des Majors SONY BMG. Für Radiopilot kein Widerspruch. "Der Independent-Gedanke war ja ursprünglich mal, dass man machen kann, was man möchte", erklärt Gitarrist und Songschreiber Rafael Triebel, "doch wenn man sich hier in Berlin die Szene anschaut, dann sind die Indie-Bands wesentlich verkrampfter als der Mainstream."
"Wir schreiben Songs, weil wir verwirrt, wütend, enttäuscht, verlassen sind. Weil das Leben ungeahnte Wege einschlägt, die man nicht vorhersehen kann. Würden wir keine Songs schreiben, wären wir bestimmt wie die Anderen auf der Straße gelandet und würden heute noch Leute vermöbeln, weil wir wütend, enttäuscht und verlassen sind. Jeder braucht ein Ventil. Das ist das unsere." hatte der Sänger, Gitarrist und Songschreiber ins offizielle Bandinfo formuliert und damit bei dem einen oder anderen Beobachter für Kopfschütteln gesorgt. Die krawallige Aussage hatte so herzlich wenig mit den durchdacht arrangierten, brit-affinen Popsongs der fünf Hauptstädter gemein. "Es liegt uns am Herzen, zu polarisieren", erläutert Lukas. "Man muss keine ein-zwo-drei-vier-Haudrauf-Mucke machen, um innere Notstände musikalisch umzusetzen. Wir sind eine Popband, diese Bezeichnung ist uns wichtig. Die Leute sollen ruhig ratlos zurückbleiben."
Dass die Fünf den exakt richtigen Mann für die Aufnahmen im Boot haben, war der Band sehr schnell klar. Olaf Opal (The Notwist, Naked Lunch, Sportfreunde Stiller, Juli etc.), der seine Studiokarriere Mitte der Neunziger mit Arbeiten für die Spermbirds und Boxhamsters startete und wenige Jahre später mit Liquido sein Chart-Debüt als Produzent feierte, war sofort Feuer und Flamme für die fünf Berliner. Nach einem ersten Treffen im Hamburger Kaiserkeller und einer zehntägigen Test-Session im Mai begannen die Aufnahmen schließlich im August 2007. Das Endergebnis, obgleich ein beherztes Jonglieren mit Genres und Soundästhetiken, soll nach dem Wunsch der Band nur eines sein: Ein großartiges Popalbum.

Tour:
22.08. Mönchengladbach - Hockey Park (Ich & Ich Support)
23.08. Halle (Saale) - Peißnitzinsel (Ich & Ich Support)
24.08. Wolpertshausen - Rock For Nature (Ich & Ich Support)
29.08. Dresden - Junge Garde (Ich & Ich Support)
30.08. Braunschweig - BraWo Bühne (Ich & Ich Support)
06.09. Plauen - Parktheater (Ich & Ich Support)
13.09. Michendorf - 161 Hz Benefizfestival (Smilo)  21. August 2008
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