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Soundcheck: MAMA BOOM! - Bestens 
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MAMA BOOM! : Bestens cover

MAMA BOOM! : Bestens (Raboisen Records)

Yeah! MAMA BOOM!'s Debüt-Album ist da. Dancehall meets Rock'n'Roll, norddeutscher Witz, pumpende Grooves und kantige Gitarren-Riffs: Mit BESTENS liefert MAMA BOOM! eine ebenso vielseitige wie lässig-flowende Werkschau ihres Schaffens ab. Die Band um Gitarrist Don DiNero und Sänger Pascal macht vor Genregrenzen ebensowenig halt, wie Verfolgungsjagden vor roten Ampeln. Und dabei verfolgt MAMA BOOM! immer das gleiche Ziel: Den ureigenen Style in ein lässiges Gewand rockig-treibender Beats zu kleiden und ihn anschließend derwischgleich auf die Crowd loszulassen. Ragga trifft Rock trifft Elektronika trifft Rap. Das ist MAMA BOOM! And That's Entertainment...

Die Jungs gehen gnadenlos nach vorne. Bereits 2004, kurz nach Erscheinen ihrer ersten EP "Mund Auf! Augen Zu!", supportet MAMA BOOM! Ferris MC. Während Pascal und Don DiNero - MAMA's Masterminds - zwei weitere EPs im Eigenvertrieb unter die Leute bringen, stehen sie schon bald mit Namen wie Gentleman, Clueso, Dendemann und den Ohrbooten gemeinsam auf der Bühne. Und spätestens seit MAMA BOOM! 2006 beim FIFA Fanfest 20.000 jubelnde Fans zum Ausrasten gebracht hat, ist klar: "Die Jungs sind begnadete Entertainer" (Hamburger Morgenpost). Bestens unterhält auch MAMA's Album-Erstling "BESTENS", das am 24. Oktober 2008 bei Raboisen Records erscheint.

Auf BESTENS beweist MAMA BOOM! einmal mehr, wo ihre Kernkompetenz liegt: Alle Stücke des Albums präsentieren sich als geschickt arrangierte Popperlen mit hohem Hitpotenzial. Der Eröffnungstrack "Gute Idee", der den weit über die Reggae-Szene hinaus bekannten Dr. Ring Ding featured, weist mit einer guten Portion selbstironischem Humor den Weg in die 13 Stück starke LP. Weiter geht es mit "Mok Wi": Hier bekennt sich Sänger Pascal über einen fetten Dancehall-Groove zu seinen norddeutschen Roots. Und auf dem dreckig-bouncenden, sozialkritischen Titel "Mehr" steuert der Hauptstädter P.R. Kantate eine Strophe in seinem typischen Berlingua-Style bei. MAMA LAUT! Zu viel versprochen? Na, dann ist ja alles BESTENS.

Liegt MAMA BOOM!'s Fokus eindeutig auf funky Uptempo-Tunes, beweist sie mit "Die Besten", dass sie auch gefühlvolle Balladen schreiben können. Ein echter Ladies-Track über die Irrungen und Wirrungen der schönsten Nebensache der Welt. Auch die erste Single "Revolution" - eine flinke Calypso-Nummer - zeigt: MAMA BOOM! sind wahre Ladiesmen.

Und was macht MAMA BOOM!, wenn sie nicht im Studio ist? Dann steht sie auf der Bühne. Bei mindestens 50 Konzerten im Jahr ist sie auch im europäischen Ausland ein gern gesehener Gast. Ein kleiner Auszug aus MAMA's Tourkalender: Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein, Belgien. Wo die MAMA aufspielt wird gerockt, geraved, gebounced. Bei ihren energetischen Live-Shows bekommen Pascal und Don DiNero Unterstützung von HotStepper am Bass und Henk van Thomsen am Schlagzeug.

Am Anfang der Bandgeschichte waren Live-Auftritte allerdings gar nicht vorgesehen. Don DiNero und Pascal begegnen sich an der Uni, wo beide Kulturwissenschaften studierten. Im Studio-Seminar rühren sie ihre Talente in einen Melting-Pot: Die MAMA BOOM!-Ursuppe beginnt zu kochen. Pascal, Party-MC und Trommler, bringt sein Feeling für Beats und seine karibischen Wurzeln mit ein. Der designierte Popstar Don DiNero, durch seine Vor-Band ZUCKER im Songwriting geschult, sorgt für geschmeidige Gitarrenriffs und blue-eyed Soul. In Hamburg wird die Vision einer stilübergreifenden modernen Tanzmusik dann weiter verfolgt - zunächst als reines Studioprojekt. Die ersten Produktionen finden eine begeisterte Hörerschaft. Und da beide als Performer mit anderen Projekten bereits keine unbeschriebenen Blätter sind, wird der Ruf nach einem Live-Auftritt immer lauter. Der erste Gig, noch als Duo, sitzt. Anders als das ravende Publikum - der Clubdecke meist näher als dem Dancefloor. Der Rest ist Geschichte...

REWIND... zunächst die Geschichte mit dem KING:

RAISED ON ROCK - MAMA BOOM! verehrt den Rock'n'Roll. Deshalb das Ausrufezeichen. Deshalb ihr Sound. Und deshalb auch der King als Myspace-Freund No.1. Er hat zwar noch nie einen Kommentar hinterlassen, trotzdem ist er immer da. Im Timbre der Stimme, in den Gitarrenriffs und in MAMA's Herz. Als sie noch klein und weit davon entfernt waren, zusammen Musik zu machen, haben Don und Pascal Elvis' Songs verschlungen. Kaum den Flegeljahren entwachsen, haben sie sich zu verschiedensten Gelegenheiten selbst am Oeuvre des Kings versucht - nicht immer virtuos, aber mit umso größerer Leidenschaft. Don hat für Konfirmandengruppe, Ruderclub und die Fußgängerzone von Minden den Freizeit-Elvis gegeben. Zur selben Zeit weilte Pascal im 6170 Kilometer entfernten Scranton/Pennsyslvania, wo er in der Kommune seiner Oma den Morgenkreis mit dem King aufmischte. Pascal und Don lieben die Energie, den Verve und den Twang des Rock'n'Roll - und übertragen das jetzt einfach mal undogmatisch auf die Tanzflächen, Bühnen und Soundsystems des 21. Jahrhunderts: It's a Ragga'n'Roll-Thang!

A LITTLE LESS CONVERSATION - Pascal und Don DiNero treffen sich an der Uni im possierlichen Lüneburg, wo mehr oder minder schlaue Menschen es ihren Gehirnen wortreich besorgen. Für den designierten Popstar Don DiNero ist das nichts. Wenn der spröde Ostwestfale nicht mit Nachbarin Tine Wittler im Chor singt, vergräbt er sich in seinem Studio, schreibt Popsongs für seine Band Zucker und gondelt mit Major-Deal und Nightliner durchs Land. Klingt gut, nur gebracht hat's leider nix. Auch dem tanzwütigen, bongoschwingenden Halb-Haitianer Pascal wird an der Uni zu viel gelabert. Er spittet lieber ins Mic: Als Party-MC, der weiß, wie man Popos rockt, kann er sich vor Einladungen kaum retten. Aber immer wenn das Licht anging, war eben Schluss, deshalb MAMA BOOM! Über den Weg laufen sich Don und Pascal bei einem Elvis-Tribute-Projekt mit Mentor und Ex-Elvis Drummer Ron Tutt. Spätestens jetzt wird ihnen klar, dass man gemeinsame Sache machen sollte. Als Pascal mit Ragga-Beats ankommt, sagt Tutt adieu und die beiden erschaffen die MAMA. Pascal will Dancehall produzieren, Don Popmusik mit Gitarren. Pascal braucht Beats, die brennen, Don Melodien für Millionen. Am Anfang steht der Konflikt - nur gut, dass sie einen gemeinsamen Nenner haben: 50ies Rock'n'Roll.

FEVER - Die ersten Tracks produziert das ungleiche Duo in einem Einraumstudio auf der Hamburger Reeperbahn. Neben einer alten Fostex-Bandmaschine und der Steinberg Echo-"Karlette" das wichtigste Utensil: Ein Espresso-Kocher der alten Schule. Das 35qm-Studio dient Don übrigens nebenher noch als Wohnung. Die koffeingeschwängerten Produktionen kommen nicht nur bei den beiden Chefrockern selbst gut an. Man - und Frau! - will das neue Projekt unbedingt live sehen. Bei 75 Prozent Kommilitoninnen-Anteil im Kulturwissenschaftsstudiengang erscheint Pascal und Don die Aussicht auf einen Gig an der Uni ungemein attraktiv. Der erste Auftritt im völlig überfüllten und deshalb überhitzen Wohnzimmer der Studentenvertretung verlangt MAMA BOOM! alles ab - 3x müssen sie ihr drei Songs umfassendes Repertoire spielen. Von da an sind sie die Attraktion auf jeder Studentenparty. Und wer braucht schon mehr als 1 x 2 Meter Bühnengröße?

SKIP...

Dass es dabei nicht geblieben ist, dürfte klar sein. Die Bühnen wurden größer und die Veröffentlichungen erreichen nun erstmals Albumlänge. Mit dem Longplayer BESTENS gönnen Pascal und Don ihrem innig geliebten Rock'n'Roll eine wahnwitzige Stil-Orgie. Alle dürfen sie ran: Soca, Dancehall, Drum'n'Bass, Hip Hop, Ska, Electro. Angesichts der funky-freshen Nachkommenschaft ist bei diesem Style-Gang-Bang am Ende völlig egal, wessen Lenden hier wen befruchtet haben - Hauptsache, der King denkt sich von oben: "THAT'S ALRIGHT MAMA!"
(Fredy)  21. September 2008
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