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NATHANIEL MERRIWEATHER
: Lovage – Music To Make Love To Your Old Lady By (75 Ark / Tommy Boy / eastwest)
Selten bin ich so positiv überrascht worden. Da bekam ich vor einigen Wochen den Newsletter der Plattenfirma, mit dem Betreff HipHop. Das bedeutet normalerweise, dass die Mail ungelesen in den passenden Ordner verschoben wird um dann einige Zeit später, noch immer ungelesen, gelöscht zu werden. Manchmal überfliege ich den Inhalt kurz, zeige jedoch nur geringes Interesse. HipHop ist so gar nicht mein Genre. Diesmal war jedoch alles anders. Ein Album von Nathaniel Merriweather a/k/a Dan The Automator wurde angekündigt. Der hatte zuletzt mit den Gorillaz überwältigenden Erfolg und war auch vorher kein unbeschriebenes Blatt. Als oft gelobter und sehr erfolgreicher Producer und Musiker hatte er sich bereits in verschiedenen Projekten hervorgetan. Nun also eine Album unter seinem Handsome Boy Modeling School Namen Nathaniel Merriweather. Aber eigentlich nicht wirklich ein Soloalbum. Neben Gästen, wie Gorillaz-Partner Damon Albarn, Kid Koala, Afrika Bambaata, Chest Rockwell und Maseo von De La Soul, leisten auch Jennifer Charles (Elysian Fields) und der genauso vielseitige wie fleissige Mike Patton (Ex-Faith No More, Fantomas, Tomahawk, Mr. Bungle, etc.) ihren Beitrag. Und der geht über blosse Gaustauftritte weit hinaus. Die beiden steuern den Hauptteil der Vocals bei und haben sich auch am Songwriting beteiligt. Gerade der Gesang der beiden macht dieses Album und seine "etwas anderen Liebslieder" zu einem echten Erlebnis. Lüstern, erotisch, lasziv, überzeugend. Untermalt wir das ganze durch fliessende Beats, an Filmmusik erinnernde Streicher und die geschickten Hände von Kid Koala an den Turntables. Im Intro zu "Lovage-Music To Make Love To Your Old Lady By" preist Prince Paul das Album in den höchsten Tönen an. Er kriegt all die wunderschönen Frauen nur durch dieses Album seines Handsome Boy Modeling School Buddy Nathaniel Merriweather. Da kommt Exstase auf, selbst wenn sämtliche stimulierenden Substanzen versagen.
Meine "alte Dame" mag die Platte nicht, ich finde sie grossartig. Mit HipHop hat das ganze auch nicht soviel zu tun, eher TripHop. Vielleicht ist es eine "ziemlich eigenwillig Visison von Hip-Trip-Hop", wie es in der Pressinfo heisst. Ist ja auch egal, welches Etikett das fertige Produkt aufgedrückt bekommt, es eignet sich jedenfalls gut für lange Winternächte. Sexy! (Volker)
4. Dezember 2001 |

1 User Kommentare
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