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Soundcheck: Within Temptation - Mother Earth 
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Within Temptation : Mother Earth cover

Within Temptation : Mother Earth (Supersonic / GUN / BMG)

Es handelt sich hier um die Wiederveröffentlichung des Meisterwerks "Mother Earth", angereichert mit vier Bonustracks, darunter einem Song aus dem Debüt "Enter", einer bislang unveröffentlichten B-Seite sowie zweier Live-Aufnahmen, die das musikalische Vermögen des holländischen Metall-Sextetts um Sängerin Sharon den Adel unterstreichen. "Mother Earth" erhielt bei seiner Veröffentlichung nicht nur von der Fachpresse Bestnoten, sondern ebnete der band auch den Weg in die Benelux-charts.

Waren die beiden ersten Releases, das Debutalbum "Enter" und die nachfolgende EP "The Dance" noch aus puren, straighten Gitarrenmetal gemauert, offenbart sich "Mother Earth" mit ungeheuer bombastischen, wie theatralisch vielseitigem Pathos.
Aber im Gegensatz zu ähnlichen Versuchen einiger Kollegen, funktioniert bei WITHIN TEMPTATION das Mehr an Keyboard, das Mehr an filligranen Arrangements und orchestralen und folkloristischen Ausuferungen. Und immer zur richtigen Zeit, geht es in gnadenloser Gothicmetal-Manier kräftig zur Sache. Natürlich überzeugen die Songs in letzter Konsequenz durch die facettenreiche Stimmgewalt von Sharon Del Adels, die hier wahrlich über sich hinausgewachsen ist und Vergleiche mit Tori Amos oder Kate Bush nicht zu scheuen braucht.

Es hat sich einiges geändert gegenüber dem Deput 'Enter'. So liegt der Gesang jetzt allein auf Sharon's Schulter, oder besser Stimme. Ein Vergleich mit Theater of Tragedy springt da natürlich gleich in Vordergrund. Wobei Sharon eine der wenigen Sängerin aus dem Metalbereich ist, die singen kann, und nicht nur die Tonleiter in hoch und runter jammert. Als zweite Auffälligkeit ist der druckvolle orchestrale Sound mit etlichen Chorpassagen. Über weite Strecken bleiben die Gitarren außen vor, und Orchesterinstrumente schieben sich in den Vordergrund. So kommen 'Our Farewell' und 'Never-ending Story' ohne, und 'In Perfect Harmony' mit Akustik-Gitarren aus.

Wahrscheinlich erhebt sich jetzt der Eindruck einer 'Leiherplatte' - aber mit nichten. Vor allem 'Mother Earth' , 'Deceiver Of Fools', 'Dark Wings' und 'Caged' blieben bei mir schon nach wenigen Durchläufen hängen. Was vor allem an den herrlichen Gesangsmelodien liegt.

'Mother Earth' ist wohl weniger eine Scheibe für Metalheads, als für diejenigen die sich gern gute Rockmusik außerhalb des Radiohorizonts anhören. Für alle die 'Enter' schon was abgewinnen konnten, wird diese Scheibe auch gefallen, da immer noch Within Temptation herauszuhören sind, nur abwechslungsreicher. (Fredy)  17. Januar 2003
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