|
 Help
dürfte die wohl ungewöhnlichste Scheibe des Jahres sein.
Es ist die erste Platte des Interpreten, der eigentlich
Ingenieur ist und sie Schlug ein wie eine Bombe.
Einer Bombe ist auch die Entstehung des
einzigen Stücks auf dem Album, welches dafür aber eine
Länge von 54 Minuten aufweist, zu verdanken. Ja, die
Geschichte der Entstehung des Werkes ist so einzigartig,
dass sie Erwähnung finden muß.
Vor zweieinhalb Jahren hatte der französische
Künstler durch ein Preisausschreiben eine Australienrundfahrt
gewonnen. Bei einem Terroranschlag wurde dann aber ein
Loch in den Bug des Kreuzfahrtschiffes gesprengt und
es sank. Das Schiff war bei Weitem nicht ausgebucht
und so konnten alle Passagiere problemlos in die Rettungsbote
flüchten. Nur Be Stranded landete alleine in einem Rettungsbot
und trieb soweit ab, dass man ihn vergaß. Er strandete
schließlich auf einer unbewohnten Insel der Föderierten
Staaten von Mikronesien.
Nachdem er feststellen mußte, dass man
offenbar nicht nach ihm suchte oder ihn nicht fand beschloß
er die Initiative zu ergreifen. Es gelang ihm - mir
ist es ein Rätsel wie - aus teilweise angespülten Materialien,
einen kleinen Sender zu bauen. Ursprünglich hatte er
geplant Morsezeichen zu geben doch dann viel ihm auf,
dass er vergessen hatte ob drei kurz, drei lang, drei
kurz oder drei lang, drei kurz, drei lang SOS hieß.
In den folgenden Monaten baute er daraufhin
noch ein primitives Mikrofon, welches aber bedauerlicherweise
zu schlecht war um Sprache verständlich zu übertragen.
Es folgte ein Jahr von Genialität geprägter Experimente,
mit dem Ziel durch verschiedene Hilfsmittel wie Palmenrinden
und Grashalmen Geräusche zu erzeugen die zusammen mit
der Verfremdung des Mikrofons Laute ergeben, die man
dann zu Wörtern und Sätzen zusammenfügen kann.
Gelungen ist dieses Unterfangen nicht,
doch hat ein Spionagesatellit mit einem Softwarefehler
das Ergebnis der Experimente aufgezeichnet. So hatte
es dann doch noch die gewünschte Wirkung, denn
die Position des merkwürdigen Signals war schnell bestimmt
und als alle Versuche es zu entschlüsseln - man ging
ja immer noch davon aus es wäre feindlicher Funkverkehr
- fehlschlugen schickte man einen Aufklärer los, der
schließlich die Rettung von Be Stranded initiierte.
Abschließend kann man eigentlich nur
noch sagen, dass das Stück absolut hörenswert ist. Naturalistische
Instrumente deren Klänge nur von einem improvisierten
Mikrofon und Sender auf effektvolle Weise Verfremdet
werden führen zu einem einzigartigen Klangerlebniss
der Extraklasse.
Matthias |