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I'm a barbie girl, in a barbie world - Life in plastic, it's fantastic... 
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Da stand ich nun in diesem Copy-Shop, hatte Flyer für zwei verschiedene Parties zu kopieren, und wie das nun mal so ist, alle Kopierer waren besetzt. Besetzt ist eigentlich das falsche Wort, in Beschlag genommen klingt vielleicht besser, oder um es mal mit einem Fremdwort auszudrücken: okkupiert.

Okkupiert von Frauen, ach was sage ich, junge Frauen, äh, vielleicht sollte ich doch lieber Mädchen sagen oder Barbiepuppen, ja Barbiepuppen, das ist das richtige Wort.

Barbiepuppen, die Seite für Seite ganze Bücher kopierten. Rechts von mir das Kunst studierende Püppchen, das ihre farbige Bildatlanten schön auf schwarz/weiße Kopien umsetzte. Links daneben die Jura- bzw. BWL-Studentin (da gibt es ja eigentlich keinen Unterschied), die ihre juristische oder wirtschaftliche Fachliteratur auf Papier bannte. Und wiederum links davon das Double der vorher genannten, mit dem Unterschied, daß jene nicht blond, sondern dunkelhaarig war und eine Brille trug. Daneben ein leerer Kopierer, auf dem ich schon vergeblich mein Glück versucht hatte, meine wunderbaren Flyer-Kreationen zu vervielfältigen.

Nachdem ich minutenlang (Minuten, die mir schon da endlos erschienen) auf die Bedienung warten mußte, dessen Hilfe ich mir erhoffte, wurde ich lapidar abgefertigt mit den Worten: "Tut mir leid, da mußt du einen anderen Kopierer benutzen."

Da stand ich also nun, links der freie Kopierer, rechts die Kunststudentin und vor mir die beiden anderen Barbiepuppen, die sich angeregt unterhielten, meine Oma würde dazu schnattern sagen (also schnattern wie die Gänse), während sie Seite für Seite fein säuberlich kopierten.

Die Kunststudentin hielt sich zum Glück aus der Konversation raus, kein Wunder, Jura- und Wirtschaftsstudenten unterhalten sich ungern mit fachfremden KommilitonInnen, das ist nun mal eine feststehende Tatsache. Dafür schnattern sie untereinander um so mehr. Worüber sich die beiden unterhalten haben, weiß ich heute leider nicht mehr, ehrlich gesagt, ging mir das in dem einen Ohr rein und aus dem anderen sofort wieder raus. Ich glaube, es ging um irgendwelche "tollen" Parties oder Läden (Szene-Kneipen, Discotheken). Dafür weiß ich genau, was ich in jenem Moment dachte, und das versuche ich nun hier festzuhalten.

"Warum in aller Welt muß man als Student besonders als weiblicher für sein/ihr Studium ganze Bücher (und nicht nur eins) kopieren?" Das war die Frage, die mich just in diesem Moment beschäftigte. Auf eine Antwort bin ich bis jetzt nicht gekommen. Vielleicht ist es der Gruppenzwang ("Das macht doch jeder so", typischer studentischer Ausspruch), vielleicht ist es aber einfach nur "toll" oder "chic" oder "hip"?

Wenn es mir an dieser Stelle gestattet ist, dann werde ich das kurz kommentieren: "Liebe Kinder, Barbiepuppen und Sonstige: Als Student reicht es wohl vollkommen aus, sich die Bücher aus der Bibliothek auszuleihen und die entscheidenden Stellen gelesen zu haben (jene Stellen als Gedächtnisstütze zu kopieren, ist vielleicht auch noch in Ordnung).

Zur Not kann man sich das Buch auch noch kaufen, sollte aber darauf achten, daß es nicht zu teuer wird. Aber komplette Bücher zu kopieren und damit andere Leute von Wichtigerem abzuhalten, nein." So etwas macht mich wütend, und ich war wirklich kurz vorm Explodieren, denn ich mit meiner wertvollen Aufgabe, Flyer zu kopieren, wurde von meiner Arbeit abgehalten. Und dann kam noch dazu, was passieren mußte: Eines der beiden schnatternden Püppchen, es war die dunkelhaarige mit Brille, die zudem auch noch unglaublich schlecht gekleidet war (aber zum Thema "Image" gibt es irgendwann noch eine eigene Kolumne), also diese dunkelhaarige drehte sich zu mir um und lächelte mich an, und anstatt sie laut anzuschreien, sie zu würgen und am besten umzubringen und zu zerstückeln (man, was für abscheuliche Phantasien mir jetzt durch den Kopf gehen), lächelte ich zurück, und damit war meine Stimmung ganz versaut.

Unruhig lief ich hin und her und wartete und wartete. Endlich war die Mittlere der drei mit ihrem Buch fertig, und nein, sie machte nicht den Kopierer frei, sie griff zum nächsten Buch. Endgültig die Schnauze voll, wollte ich schon gehen, da beendete die Kunststudentin ihre Arbeit und machte Platz für mich. Ich also schnell meine Flyer kopiert, noch alle zurecht geschnitten und dann raus aus dieser "heilen Barbiewelt". Als ich dann endlich auf meinem Fahrrad saß, habe ich mir geschworen, vorher genau zu schauen, wer sich im Copy-Shop befindet, damit ich ungestört, meinen lebenswichtigen Tätigkeiten nachgehen kann.

Smiler
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