Manchmal geht ein Schuss auch nach hinten
los: "Der neue Kopierschutz auf den CDs ist klasse!
Ich hol mir jetzt die Musik im Laden, anstatt sie mühselig
aus dem Netz zu saugen. Dann knack ich den Schutz und
bringe die Scheibe zurück. Umtauschen ist ja mit
dem Hinweis auf den Kopierschutz kein Problem mehr".
So weit der Kommentar eines begeisterten
Users in einem einschlägigen Internet-Audio-Forum.
In der Elektrolurch Redaktion kommttrotzdem
keine Freude auf, seit kopiergeschützte Musik-CVDs
die PCs der Redakteure traktieren: Rechner bleiben einfach
hängen, Windows zeigt sich im modischen "Bluescreen"-Bleue,
und ohne kompletten Neustart geht dann gar nichts mehr.
das nervt gewaltig, und genau das will die Musik-Industrie.
Kopiergeschützte Audio-CDs sollen
sich in Multisession-Laufwerken - jedes CD-ROM-, DVD-
& CD-RW-Drive gehört dazu - nicht mehr abspielen
lassen, denn was im PC nicht läuft, kann auch nicht
kopiert werden.
Doch hier genau setzt die Kritik der
Kopierschutz-gegner an: Mit bestimmten Kombinationen
aus Brenner und Kanck-Tools gelingt es, jeden neuen
Kopierscutz zu umgehen - was nicht zuletzt diverse Tests
in den einschlägigen Computer-fachzeitschriften
beweiesen.
CD-Piraten kann der Schutz also kaum
das Handwerk legen, dafür hindert er harmlose Hörwillige
umso gründlicher daran, die Audio-CD wie gewohnt
überall da abzuspielen wo CD draufsteht.
Da CDs mit Kopierschutz den im sogenannten
Redbook festgelegten Standard "verbiegen",
laufen si sogar in manchen Auto-CD-DVD- und in einigen
CD-Playern nicht. Besonders ärgerlich ist, dass
die Scheiben auch das CDDA-Zeichen, quasi das "Urpatent"
vom CD-Miterfinder Phillips tragen und damit irreführend
vorgeben dem Redbook-Standar zu entsprechen.
So richtig wohl scheint der Musik-Industrie
mit der Kopierschutz-Keule allerdings noch nicht zu
sein. Ob der Kunde wohl doch abgeschreckt weren könnte?
Auf den meisten CD-Hüllen jedenfalls sind die Hinweise
auf den Kopierschutz auf den Cover-Rückseiten versteckt.
Nach Ansicht des verbraucherschutzes ist das nicht korrekt.
Man fordert zumindest die deutliche Kennzeichnung der
Wölfe im Schafspelz durch einen großen Aufkleber.
Audio-CDs, die sich nicht im Autoradio
oder im DVD-Player abspielen lassen, stellen den Käufer
vor die wahl, die sogenannte CD entweder zurückzugeben,
oder eine Sicherungskopie anzufertigen, die wieder dem
CD-Standard (Redbook) entspricht.
Diverse Tests zeigen, dass man alle Audio-Kopierschutz-Techniken
umgehen kann, vorrausgesetzt, man kombiniert die richtige
Hardware mit der richtigen Software. Wie das geht lesen
sie hier
Fritz Kleingeld |