| Konzertbericht
Boogieman und The Awesome Machine - Tor 3 GM-Hütte
Das
Tor 3 in GM Hütte hatte seine Pforten mal wieder
für krachigen Live-Sound aus Skandinavien geöffnet.
„Boogieman“ aus Schweden machten an diesem
Abend den Opener für „The Awesome Machine“
und ließen es ordentlich scheppern.
Die Zuschauer in der leider viel zu spärlich
besuchten Location wussten den Auftritt zwar zu honorieren,
aber richtige Stimmung kam leider nicht auf. Nichts
desto trotz kann man Boogieman zu ihrer aktuellen Scheibe
und ihrer enormen Bühnenpräsenz nur gratulieren.
Es ist schon dufte, was sie so auf die Bühne zaubern.
Nach
einer kurzen Pause kamen dann die Schweden „The
Awesome Machine“ auf die Bühne.
Wer vorher dachte Boogieman hätten schon gerockt,
der wurde verdammt nochmal eines bessern belehrt. Jedes
einzelne Riff hat einem förmlich die Ohren weggebraten.
Dabei hatten die Jungs ein schweres Handicap mit sich
rumzutragen. Ihr eigentlicher Frontmann mußte
für diesen Auftritt passen, er fiel wegen Krankheit
aus. Doch anstatt den Gig zu kanzeln, entschieden sich
„The Awesome Machine“ für einen „Aushilfssänger“.
Dieser hatte nicht die geringsten Probleme die Songs
mit dem gewohnten Druck rüberzubringen.
Seine Stimme erinnerte so manches mal an den alten
Phil Anselmo von Pantera, und noch Stunden später
dröhnten mir die Vocals durch die Ohren. Es lag
vielleicht auch daran, das dieses Konzert eines der
lautesten Liveshows war, welche ich jemals besucht habe.
Die
wenigen Leute, die an diesem Abend im Tor 3 waren, wissen
was ich meine. Und die Leute die nicht da waren, haben
wirklich etwas verpasst. Einen Ersatzsänger der
rockt, einen Gitarristen , der oftmals vor der Bühne
lag und seine Gitarre quälte und Basser und Drummer,
die wild bangend gekickt haben, dass ihre Instrumente
nur so qualmten.
Also bei der nächsten Gelegenheit, die sich wahrscheinlich
im Frühjahr ergibt, nix wie hin zu den äußerst
sympathischen Mannen aus Schweden!
Interview mit The Awesome Machine im Tor 3 GM-Hütte
am 14.11.2003
Elektrolurch:
Wie würdet ihr jemandem eure Musik beschreiben
der euch nicht kennt?
Christian: Die Leute meinen immer wir spielen Stonerrock.
Das stimmt zwar im Grundsatz, aber seit unseren Anfängen
haben wir uns enorm weiterentwickelt, haben experimentiert
und spielen jetzt eher eine Mischung aus normalem Rock‘n´Roll
und Heavy Metal. Es ist definitiv kein Stonerrock mehr.
Elektrolurch: Seit wann gibt es “The Awesome
Machine“ eigentlich schon?
Christian: Seit Ende 1996.
Elektrolurch:
Wart ihr Schulfreunde, oder woher kanntet ihr euch?
Christian: Tobbe kannte ich durch seine Freundin. Lasse
und Tobbe kannten sich schon seit ihrer Kindheit, und
Anders kannten wir aus einer anderen Band.
Elektrolurch: Seit ihr das erstemal
in Deutschland unterwegs und wie gefällt es euch
?
Christian: Nein, wir sind bereits das vierte mal in
Deutschland unterwegs und Deutschland ist echt geil.
In Schweden bekommt man nur Gigs, wenn man eine Coverband
ist bzw. Mainstream Musik macht . In Deutschland ist
die Szene größer und die Leute gehen auch
in der Woche auf Konzerte und nicht wie in Schweden
nur am Wochenende. Außerdem ist das Bier in Deutschland
lecker und viel billiger als bei uns.
Elektrolurch:
Vor wie vielen Leuten spielt ihr so?
Christian: Das ist verschieden so zwischen 50 und 300
. Unser größter Gig war in Göteborg,
unserer Heimatstadt. Dort spielten wir vor über
600 Leuten.
Elektrolurch: Wie lange seit ihr jetzt schon in Deutschland
und wie lange bleibt ihr noch?
Christian: Wir sind jetzt seit 3 Tagen hier und bleiben
noch bis zum 23. November. Im Frühjahr kommen wir
aber wahrscheinlich wieder, weil wir, wenn möglich,
durch ganz Europa touren wollen . Man muss viel touren
um bekannter zu werden. Man wächst schließlich
mit dem Erfolg. Das hat schon in den 70er und 80er Jahren
funktioniert und auch in den 60er Jahren war es nicht
anders.
Viele
Leute würden für 15 Minuten Ruhm alles machen.
Wir machen auch fast alles, nur uns wird es in 10 Jahren
immer noch geben. Es ist, als wenn man einen Stein ins
Wasser wirft. Die Wellen ziehen immer größere
Bahnen und auf ein Tief folgt immer ein Hoch. Diese
Superstar Castings sind doch der letzte Müll.
Elektrolurch: Vielen Dank für das Interview und
ein erfolgreiches Konzert.
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