| Am Montag
13.6. erschien das neue Backstreet Boys Album „Never gone“ (Kritik siehe Soundcheck).
Zwei der Boys, Howie und Brian, berichten ausführlich über
die Entstehung des Albums, über die letzten Jahre,
Drogen und wie man wieder zueinander fand. 1. Das Album heißt „Never Gone“.
Für die meisten Leute sieht es allerdings eher
danach aus, als ob ihr – abgesehen von Nick -
in den letzten 4 Jahren komplett von der Bildfläche
verschwunden wart.
Howie: Wir haben vor 4 Jahren eine Pause unserer
Gesundheit zuliebe genommen. Wir hatten alle das Gefühl,
dass das nötig ist, weil wir davor 8 Jahre nicht
zur Ruhe gekommen sind. Wir brauchten einfach Zeit,
um uns auszuruhen, was wir am Ende unserer letzten
Tour „Black & Blue“ merkten. Wir hatten
alle keine Kraft mehr. Außerdem sind so viele
Sachen passiert: der 11. September, AJ ging in den
Entzug, das ganze Ende der Tour hatte einen schlechten
Beigeschmack.
Wie gesagt, wir haben dann eine Pause
unserer Gesundheit zuliebe genommen, damit jeder von
uns die Möglichkeit hatte, seine eigenen Sachen
zu verfolgen. Brian hat jetzt einen zweijährigen
Sohn, Kevin hat am Broadway gespielt, Nicky hat eine
Soloplatte gemacht, und AJ und ich haben ebenfalls
an Alben gearbeitet, sowie Brian. Jetzt sind wir wieder
zusammen gekommen und haben über 50 Songs für
dieses Album aufgenommen, „Never Gone“ ist
einer der 12 Songs, die auf dem Album sind. Es geht
darin eigentlich um Kevins Vater, der verstorben ist.
Und der Song sagt einfach, dass er niemals weg sein
wird, egal wo er ist, in Kevins Herz ist er immer noch
da. Zufällig war das ebenfalls ein passender Titel
für das Album. Auch wenn die Leute dachten, wir
kommen nicht mehr zusammen, alle gehen getrennte Wege – wir
hatten das Gefühl, niemals voneinander entfernt
gewesen zu sein. Wir hatten ja in der Zeit auch Kontakt
untereinander. Es fühlte sich einfach richtig
an, das Album „Never Gone“ zu nennen. 2. Wie war denn das erste Zusammentreffen?
Brian: Es fühlte sich wirklich gut an, wieder
zusammen zu sein! Wir sind zum erstem Mal vor etwas
mehr als 2 Jahren wieder zusammen gekommen. Wir alle,
also ich, Howie, Kevin und Nick sind nach Chicago geflogen,
weil AJ dort bei Oprah Winfrey auftreten sollte. Er
und seine Mutter sollten in der Show über seinen
Entzug reden und dass er wieder trocken ist. Das war
er damals seit einem Jahr. Wir sind also alle nach
Chicago geflogen und haben ihn in der Show überrascht.
Danach sind wir zu Kevin ins Hotel gegangen und haben
darüber gesprochen, wie es weiter gehen soll, über
eine neue Platte und eine Tour. Wie Howie schon gesagt
hat: Wir hatten alle die Möglichkeit gehabt, unsere
eigenen Sachen zu machen und wieder Individuen zu werden,
was für eine Zeit auch schön war, weil jeder
seine Batterien wieder aufladen konnte, sowohl was
die eigene Person als auch das Geschäftliche angeht.
Einfach um in besserer mentaler Verfassung zu sein,
um ein erneutes Arbeiten miteinander wieder zu wollen.
Wir haben das ja auch alle vermisst. Wir haben die
Fans vermisst, und wir haben die besten Fans auf der
ganzen Welt! Sie haben uns immer sehr unterstützt,
sowohl als Einzelpersonen als auch als Band. Letztes
Jahr haben wir den 12. BSB Geburtstag gefeiert, es
ist also schon eine ganz schön lange Zeit! 3. In Chicago habt ihr also zum ersten Mal daran gedacht, überhaupt
wieder zusammen zu arbeiten?
Brian: Als wir uns in Chicago getroffen haben, hatten
wir vorher schon das ein oder andere Mal darüber
gesprochen, wieder was zusammen zu machen. Wir dachten
natürlich vorher nicht dran, dass Chicago der
entscheidende Moment für den Wiedereinstieg wird,
weil wir schon Monate davor davon gesprochen hatten.
Ich habe mit AJ und Kevin telefoniert, Kevin mit Howie,
ich mit Nick, Kevin mit Nick – also wir haben
Telefon-Pingpong (playing telephone tag) gespielt,
um herauszufinden, wie es bei jedem einzelnen mental
aussieht, ob wir das alle wollen, wieder zusammenzukommen
und neu anzufangen.
Und als wir uns dann in Chicago
alle trafen – jemandem gegenüber zu stehen
ist anders als mit ihm zu telefonieren. Die Show war
sehr emotional, wir sind alle sehr stolz auf AJ, seit
3 Jahren ist er nun trocken. Er hat sein Leben umgekrempelt
und wir sind stolz auf ihn. Es ist gut, zurück
zu sein! 4. Habt ihr ihn aktiv im Entzug unterstützt?
Howie: Kevin hatte Gelegenheit, ihn dort zu besuchen.
Wir alle – wir haben ja die Tour für ihn
abgebrochen. Uns war klar, dass am Ende unsere Gesundheit
viel wichtiger ist, als jeder Erfolg. Wir hatten
den Eindruck, dass es nicht richtig wäre, ohne
ihn weiter auf Tour zu gehen. Er brauchte Zeit, um
seine Sachen zu regeln, und um trocken wieder zurück
zu kommen. Wir haben ihn also schon unterstützt. 5. War das nach vier Jahren individuellem Leben nicht
auch schwer, sich wieder in eine Gruppe von fünf
Leuten einzufügen?
Howie: Ich weiß nicht, ob das schwer war. Wir
alle müssen Kompromisse eingehen, um in dieser
Band zu sein, das ist die eine Sache. Es geht nicht
nur um dich. Die Chance, die sich für uns durch
die Pause ergab war, dass wir uns selbst finden konnten.
Manchmal verliert man sich selbst, wenn man in einer
Band ist, du hast keine Individualität mehr und
keine Kontrolle über dein eigenes Leben. Du bist
auch verantwortlich für vier andere Leute.
Es
hat also Höhen und Tiefen, aber letztendlich fühlen
wir uns alle stärker als Band als Individuen.
Als wir vorhin über die Fans gesprochen haben:
Egal, wo wir waren, oder was wir taten, die Fans haben
uns auch als Individuen unterstützt. Aber es kamen
natürlich immer wieder Fragen wie: Wann kommt
das nächste Backstreet Boys Album? Wir merkten
also, dass wir wohl als Ganzes besser sind.
Als wir
dann wieder zusammen waren, war sofort wieder alles
in vollem Gang. Ich hab gestern noch zu Brian gesagt:
Als wir in England waren, dachte ich, dass ich gar
nicht sagen kann, ob das letzte Mal schon lange her
ist oder gerade erst gestern war. Das vermischt sich.
Es fühlt sich - zumindest für mich, ich weiß nicht
wie es bei den anderen Jungs aussieht – wie ein
kurzer Moment an (schnippt mit den Fingern), und überhaupt
nicht wie eine Pause. 6. Wie war der erste Tag im Studio?
Brian: Der erste Tag im Studio war ein bisschen schwierig.
Wir haben ja jeder einzeln viele neue Sachen kennen
gelernt, wie Howie schon gesagt hat. Einige von uns
haben in der Pause weiterhin gesungen, andere nicht.
Wir mussten also versuchen unsere Stimmen (Chops,
heißt eigentlich Kotelett, meint aber hier
wohl Stimmvolumen, Lunge, etc…) wieder zu bekommen.
Das war hart für mich, weil ich die Zeit davor
Windeln gewechselt, und kein bisschen gesungen habe.
Klar, Kinderlieder, aber das reicht nicht für
eine Studiostimme. Bei mir hat es eine Woche gedauert,
bis die Stimme wieder da war. Aber bei jedem von
uns hat es dann schnell gepasst, es hat nicht lange
gedauert, bis jeder wieder in seiner individuellen
Rolle in der Band war und wir wieder genau da waren,
wo wir früher auch als Band waren. Es war gut
und ziemlich entspannt. Wir haben anderthalb Jahre
an dieser Platte gearbeitet, so lange haben wir noch
nie an einem Album gesessen.
Wir wollten uns nicht
abhetzen und es erst mal offen halten, in welche
Richtung die Musik geht, den Kopf dafür freihalten,
und jetzt sind wir alle fünf sehr stolz auf
jeden Song auf dem Album. Wenn wir jetzt auf unser
Album „Millenium“ zurück blicken – so
haben wir uns damals auch gefühlt. Wir sind
mit dem Aufbau der Songs auf dem Album sehr glücklich. 7. Wie sah die Arbeit an dem Album aus? Was gab es
für Einflüsse?
Howie: Wir haben einiges selbst geschrieben. Kevin
hat von den Songs, die es aufs Album geschafft haben, „Never
Gone“ geschrieben. Ich hab einen Song geschrieben,
der als Bonustrack drauf ist, ich weiß nicht,
ob auch hier in Deutschland, aber auf jeden Fall war
er in Japan als B Seite auf der Single „Incomplete“ drauf,
auch in England. Zusammen haben wir einen Song geschrieben,
der heißt „Rush In Through Me“ (???).
Das war wirklich cool, wir hatten das erste mal die
Möglichkeit, wieder einen Song zusammen zu schreiben,
seit wir auf den Bahamas das „Black & Blue“ Album
geschrieben haben.
Das war vor 5, 6 Jahren. Eine tolle
Erfahrung, wir haben gemerkt, wo jeder seine Stärken
hat, wenn wir zusammen schreiben. Einer hat mehr an
den Melodien gearbeitet, einer mehr an den Texten,
und Kevin war der oberste Kritiker. Er hat uns gesagt,
was cool ist und was nicht. Seine Rolle ist eben die
des kreativen Beraters. Aber es war gut.
Es gibt einen
Song auf dem Album …(überlegt, dann zu Brian)…wie
heißt der noch mal? „Weird World“!
Da geht es um den 11. September. In dem Song heißt
es: „Ich soll in dieses Flugzeug steigen, aber
ich werde kein Ticket kaufen… Es ist fast wie
am „Orange Day“ (Feiertag der protestantischen
Iren): Hier sind wir, nach Hause zurück gekehrt,
aber gleichzeitig sind wir auch im Krieg. Es beschäftigt
sich schon damit, wie das unser Leben in den letzten
vier Jahren beeinflusst hat. 8. Habt ihr denn jetzt Angst, in ein Flugzeug zu steigen?
Brian: Nein, es gibt ja strenge Sicherheitskontrollen.
Das Reisen hat sich für immer verändert.
Mein kleiner Sohn wird nie wissen, wir das ist, auf
den letzten Drücker am Flughafen anzukommen
und es gerade noch ins Flugzeug zu schaffen. So wird
es nie wieder sein.
Aber diese Welt ist jetzt genau
deswegen auch sicherer. Nur weil sich der 11. September
auf amerikanischem Boden ereignet hat, bedeutet ja
nicht, dass es nur Amerikaner betroffen hat. Die
ganze Welt war betroffen. Es ist schrecklich, dass
erst solche Tragödien passieren müssen,
damit die Welt zusammen rückt, und alles aus
einer Perspektive sieht. Für mich ist das schwer
zu verstehen. 9. Um noch mal auf die Studioarbeit zurück zu
kommen: Wie sah das genau aus?
Howie: Das meiste haben wir in Los Angeles aufgenommen.
Fast alle von uns haben da ein Haus. Brian und ich
auch, obwohl wir da nicht die meiste Zeit wohnen, es
sind eher ein Zweithäuser. Aber es ging gut. Als
erst mal wieder alles seinen gewohnten Gang lief, war
es wie bei jedem Album davor. Alle kamen ins Studio,
nahmen ihre Parts auf, wir hingen zusammen rum, haben
Videospiele gespielt oder telefoniert. Ein paar mal
haben wir zusammen Refrains aufgenommen, damit es sich
voller anhört. Aber meistens ist es so, dass jeder
von uns einzeln ins Studio geht, um seine Strophe oder
den Refrain aufzunehmen.
Das ist ein 8-10 Stunden Tag.
Erst als wir den 50. Song aufgenommen haben wurde es
ein bisschen monoton. Aber wir haben nur deswegen 50
Songs aufgenommen, weil wir . wie Brian schon sagte – uns
offen halten wollten, wohin es geht. Wir haben mit
einer R’n’B Richtung angefangen und etwa
in der Mitte der Aufnahmen kam Max Martin dazu, der
berühmte Produzent, der alle unsere vergangenen
Hits produziert hat. Er hatte einen Song für uns,
der „Climbing The Walls“ heißt, das
ging mehr in eine Pop-Rock-Ecke. Von da an ging es
mehr in diese Richtung mit dem Album, also in den letzten
6 bis 8 Monaten. Die letzten drei Songs, die wir aufnahmen,
landeten direkt auf dem Album. 10. Geht ihr eigentlich auch zusammen aus, wenn ihr
die ganze Zeit aufeinander hockt?
Brian: Wir machen eigentlich jetzt viel mehr zusammen
und verbringen Zeit miteinander. Wir haben einen ganz
anderen Respekt voreinander, jetzt wo wir nach der
langen Pause wieder zusammen sind. Es ist anders. Wir
waren für so viele Jahre an der Spitze, das war
auch ein Segen, aber wie Howie schon gesagt hat, wir
hatten unsere Individualität vergessen. Nick ist
jetzt 25, er hat mehr als sein halbes Leben in der
Band verbracht, er war 12, als es mit uns losging.
Wir sehen ihn jetzt anders, und er uns auch, weil
wir uns gegenseitig verstehen. Wir wissen, wie wir
uns
gegenseitig reizen können (push someones button),
wenn’s denn unbedingt nötig ist, bzw. wenn
es nicht nötig ist! Nein, wir gehen schon zusammen
aus, zum Essen. Erst letzte Nacht waren wir mit der
englischen Plattenfirma zusammen essen, haben geredet, über
die Zukunft gequatscht, die Tour, damit alle auf der
gleichen Wellenlänge bleiben. Es tut gut, Zeit
miteinander abseits der Arbeit zu verbringen. Diesmal
sollte es zumindest ausgeglichen sein. Heute gehen
ein paar von uns Kart fahren, einige gehen schlafen.
Mal sehen, was passiert. Man muss das (Kart fahren)
eben machen, wenn man hier ist! Das haben wir immer
in den letzten 10, 11 Jahren gemacht, wenn wir in Köln
waren. Das macht super viel Spaß! 11. Wird bei euren Konzerten etwas anders sein?
Howie: Wir tanzen nicht mehr so viel, wir sind ein
bisschen älter geworden, deswegen fällt
es schwerer, einige Teile des Körper so zu bewegen,
wie noch vor ein paar Jahren. Klar, da sind natürlich
die typischen Songs wie „Backstreet’s
Back“, „All I Have To Give“, Songs,
die eine bestimmte Choreographie haben. Aber dieses
Album geht ja mehr in eine Pop-Rock-Richtung. Es
geht mehr um die Band, um das Live Spielen, deswegen
ist nicht so viel Choreographie nötig. Die Show
ist also ein bisschen abgespeckt. Im Sommer werden
wir wahrscheinlich in Australien und den USA auf
Tour gehen, danach kommen wir nach Europa. Die Bühne
wird wie gesagt abgespeckter sein. Wir werden nicht
alles in die Luft jagen, was geht, Pyrotechnik und
so. Nicht so viel Schnickschnack diesmal. 12. Ihr spielt also auch die alten Songs auf Tour?
Howie: Wir spielen die alten Songs. Einige haben
wir noch mal neu bearbeitet, es gibt neues Grooves
und
vielleicht auch mit einem anderen Song gemischt.
Damit bleibt es auch für uns frischer. Aber
die Fans werden die Songs auf jeden Fall erkennen. 13. Glaubt ihr, dass sich eure Fans auch verändert
haben, bzw. dass ihr jetzt andere Fans habt?
Brian: Ich denke, es hat sich ein bisschen verändert,
aber nicht sehr viel. Vor einem Monat haben wir eine
kleine Clubtour in den USA gemacht, das waren Konzerte
in der Größe von 800 bis 5.000 Leuten. Das
Publikum war ein bisschen älter, mehr im College-Alter.
Wir haben in einigen kleinen Clubs gespielt, wo sowieso
nur 18-jährige und Ältere, bzw. 16-jährige
und aufwärts rein durften. Aber wenn man genau
geschaut hat, dann hat man auch 7, 8-jährige Kinder
mit ihren Eltern gesehen. Außerdem kommen jetzt
viel mehr Jungs zu den Konzerten. Sie sehen das jetzt
wohl so, dass es jetzt OK ist, die Backstreet Boys
zu mögen. Wir sind nicht mehr unbedingt eine Boyband!
Da sind wir wohl etwas raus gewachsen, hoffe ich. Auch
Erwachsene sind dabei. Unsere Zuschauer sind zwischen
8 und 80 Jahre alt, selbst Großeltern sind im
Publikum. Diese Platte haben wir für uns und für
unsere Fans gemacht, und die sind nicht nur zwischen
12 und 18 Jahre alt. Wir wollen Leute ansprechen, die
Musik lieben, Leute, die gute Musik mögen. Wir
haben uns sehr angestrengt, gute, qualitativ hochwertige
Musik zu machen. Es ging nie um Quantität, immer
um Qualität, die man auch nach zehn Jahren noch
hören soll. „Quit Playing Games“, „As
Long As You Love Me“, „All I Have To Give“,
diese Songs werden immer noch gespielt. Wir hatten
großartige Songs und damit wollen wir auch weiter
machen. 14. Vor den Hotels warten nach wie vor die Mädchen…
Brian: Aber auch ein paar Jungs sind da draußen.
Acht oder neun haben wir gesehen, als wir rein kamen
und etwa 15-20 Mädchen. Das ist cool. Sie haben
Spaß mit unserer Musik und ich denke wirklich,
dass sie uns vermisst haben, weil wir sie auch vermisst
haben. Es tut gut, zurück zu sein. Alright! Das
ist in meinem Kopf einprogrammiert. 15. Aber ist es für euch nicht auch ein bisschen
seltsam, dass sich die gleichen Szenen abspielen, wie
vor ein paar Jahren? Mädchen, die in Hotellobbys
sitzen und euch auflauern?
Howie: Es ist auf jeden Fall umwerfend und schmeichelhaft.
Ich denke manchmal, wir haben das gar nicht verdient.
Wir sind doch nur normale Jungs. Aber irgendwie berühren
wir sie, und sie berühren uns. Welcher Mann möchte
nicht, dass eine ganze Bande Mädchen nach ihm
schreit? Wir mögen Frauen, damit das mal klar
ist. 16. Was glaubt ihr, wie die neue Single „Incomplete“ bei
den Fans ankommt?
Brian: Ich denke, die Fans, und auch die Leute die
den Song im Radio hören, werden feststellen, dass
der Sound älter wirkt. Es gibt zwar immer noch
den typischen Backstreet Boys Sound, der den Leuten
sehr vertraut ist. Die werden sich fragen: Woher kenne
ich diesen Sound? Aber gleichzeitig ist die Produktion
ganz anders. Wir reden hier von Live Drums, Live Bassgitarre,
Live Akustikgitarre und Live Geigen. Wir haben das
Album ganz anders aufgebaut, wir nennen es wirkliche
Musik. es ist viel einfacher, den Sound der CD jetzt
auf die Bühne zu bringen. Es gibt nicht mehr so
viele gebastelte Sounds, Samples oder Synthesizer,
die sich nicht echt anhören. es ist einfach wirklich
Musik. 17. In der Zeit, in der ihr pausiert habt, gab es
einen Casting-Show-Boom, aus dem einige Künstler
und Bands entstanden sind, die im Grunde nach dem gleichen
Schema zusammen gecastet wurden, wie das bei euch damals
hinter den Kulissen passierte. Was haltet ihr von diesen
Casting-Shows?
Howie: Sie sind, was sie sind. Für jemanden, der
in dieses Business einsteigen will, ist das vielleicht
die offensichtlichste und jetzt auch einfachste Art,
Entertainer zu werden. Vor allem, weil ich weiß,
dass es gerade heute sehr schwer ist, einen Plattenvertrag
zu bekommen. Die Plattenbranche hat sich sehr verändert
zu damals, als wir gerade anfingen. Es verfälscht
allerdings auch die Vorstellung davon, was wir als
Band und Künstler durchmachen mussten, um einen
Plattenvertrag zu bekommen. Aber letztendlich – die
Plattenbranche verändert sich, die Leute wollen
mehr über Künstler und Bands im TV sehen
und sie kennen lernen, bevor sie sich ihre CD kaufen.
Es braucht jedenfalls jede Menge Mut, um das zu machen.
Nicht nur, dass man von drei Leuten beurteilt wird,
sondern auch vom Rest des ganzen Landes. 18. Habt ihr irgendwas Spezielles für das einzige
Europakonzert am 31.05. in Köln geplant?
Howie: Wir sind alle sehr aufgeregt, wieder hier
zu sein, wo alles angefangen hat für uns. Bei der
letzten Tour haben wir uns wirklich schlecht gefühlt,
weil wir nicht hierhin kommen konnten. Aber das lag
eben daran, dass alles den Bach runter ging, AJ ging
in den Entzug und unser Zeitplan war im Eimer. Aber
wir sind wirklich aufgeregt. Wir haben Deutschland
als einziges Land auf unserer Promotour herausgesucht,
um hier eine Show zu spielen. Wir wollten was Besonderes
machen. 19. Wie wird die Show genau aussehen?
Brian: Es werden alte und neue Sachen dabei sein.
Die Show basiert auf dem Greatest Hits-Album, auf Chapter
One, sowie sieben neuen Songs. Es ist ein Vorgeschmack
auf etwas Neues, aber gleichzeitig reden wir auch
mit dem Publikum und fragen, ob sie die neuen Songs
mögen, wir werden über die Texte reden,
wo wir die Songs aufgenommen haben, wer sie produziert
hat … Die Leute werden einen Einblick in den
ganzen Prozess bekommen.
20. Wie lange bleibt ihr diesmal zusammen?
Howie: Wir sind gerade dabei, eine Tour zusammenzustellen,
die mindestens ein Jahr dauern wird, weil wir auf
der ganzen Welt spielen wollen. Gerade hier, weil
wir das das letzte Mal nicht geschafft haben, genauso
Australien. Wir würden super gerne in Afrika
spielen, wenn das möglich ist. Das wird also
etwa ein bis anderthalb Jahre dauern, bis das zu
Ende geht. Und danach schauen wir, wie es aussieht,
wo wir stehen, und entscheiden, ob wir eine erneute
Pause machen oder an einem weiteren Album arbeiten.
Uns stehen alle Türen offen und wir fühlen
uns zusammen sehr stark. ich denke wir könnten
es wie die Eagles oder Aerosmith machen, einfach
jahrelang immer da sein. Dafür muss man eine
gute Balance zwischen dem Leben als Individuum und
dem Leben in den Band halten.
Brian: Wir hatten drei Ziele, als wir als Gruppe
wieder zusammen kamen: Erstens, immer 120% für die Band
geben, und zwar immer. Zweitens, im Auge zu behalten,
wie sich das Album entwickelt, was für ein Style
sich entwickeln würde. Drittens, dass wir es diesmal
genießen. Füreinander da sein und miteinander
reden. Und wirklich aus den Emotionen und der Freundschaft
was mitnehmen. Als wir anfingen, hatten wir nichts
und jetzt haben wir so viele Ziele erreicht. Wenn ich
zu Howie rüber schaue: er hat mir geholfen, jedes
Ziel zu erreichen, bei dem ich ihm auch geholfen habe.
Das Leben ist schön und das sollten wir auch annehmen.
Wie Howie schon sagte: wir sind als Gruppe stärker
als Individuen. Und wir erreichen mehr Leute. Es fühlt
sich gut an, zurück zu sein.
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