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Angeregt durch den Chicago-“Jack-Your-Body“-House-Sound bildeten Felix Buxton und Simon Ratcliffe 1994 das Duo Basement Jaxx. Die illegal veranstalteten Partynächte in ihrer Heimat Brixton, im Süden Londons, waren schnell mehr als ein Geheimtipp und die beiden brachten ihren unverkennbaren Sound unter das begeisterte Club-Publikum.

Bevor das erste Album in den Handel kam, hatten Ratcliffe und Buxton bereits 12 Singles auf ihrem Label Atlantic Jaxx veröffentlicht, darunter Club-Erfolge wie “Samba Magic“, “Belo Horizonte“ oder “Fly Life“, das 1997 sogar Platz 21 der UK-Charts erreichte. Ihre DJ-Skills waren mittlerweile auch ausserhalb Englands gefragt und führten das Duo über den ganzen Erdball.

1998 gelang es Basement Jaxx einen Vertrag mit XL Recordings abzuschliessen und damit bot sich dem Duo die Gelegenheit in Zukunft mehr Zeit in ihre eigene Musik zu investieren und nicht ständig als DJ’s unterwegs zu sein.

Die Arbeit trug schon bald erste Früchte: Im April 1999 veröffentlichten sie die Single “Red Alert“, die das Lob der Kritiker erntete und massives Airplay in den USA und im UK verzeichnete und der erste Top 5 Hit des Duos wurde. Die nächste Single “Rendez-Vu“ konnte den Erfolg wiederholen und war der zweite Vorbote auf das Debütalbum “Remedy“, welches mit “Jump & Shout“ und “Bingo Bango“ zwei weitere Top Ten Hits enthielt.

Das Album war in der Heimat der Basement Jaxx und in den Vereinigten Staaten extrem erfolgreich, brachte dem Duo drei Brit Awards Nominierungen ein und löste im Vereinigten Königreich die “Nu-House-Welle“ aus, deren Mittelpunkt, so die englische Musikpresse, Basement Jaxx bildeten.

Eigentlich waren sie der Konkurrenz zu diesem Zeitpunkt schon weit voraus, da sie ihren weltoffenen Stilmix aus Techno, Garage, Funk, House, Disco, Soul, R’n’B, Pop, Ragga, Hip Hop, 2Step und Latin, zumindest in Ansätzen, bereits Jahre zuvor pflegten. Auch Punk wurde als Element ihres Sounds ausgemacht, denn genau wie bei den Kollegen von Underworld oder den Chemical Brothers geht es bei Basement Jaxx auch um das “Herumpogen“. Auch als Producer und Remixer, etwa für Kathy Sledge, INXS oder die 80’s-Legende Pet Shop Boys, waren Ratcliffe und Buxton gefragt.

2001 erblickte dann das zweite Album das Licht der Welt. Der Titel “Rooty“ ist von den “Rooty Nights“ abgeleitet, jenen Partys die das Duo im Süden Londons, in einem Pub veranstaltete. Mit der Vorabsingle “Romeo“ konnten sie in Punkto Airplay und Verkaufszahlen in ihrem Heimatland noch mal einen Sprung nach vorne machen und das Album verschaffte ihnen erstmals Einzug in die deutschen Media-Control-Charts. Die zweite Single “Where’s Your Head At“ mischt bis heute die Clubs dieser Welt auf. Den Gesang steuerten eher unbekannte Vokalisten, wie Kele Le Roc und Elliot May bei.

Für das neue Album “Kish Kash“ (Oktober 2003) liessen sich Felix Buxton und Simon Ratcliffe wieder zwei Jahre Zeit, um an ihrem Sound zu feilen. Die Erwartungen werden voll erfüllt und der Longplayer enthält wieder eine Reihe von Stücken, die die Tanzflächen füllen und die Stimmung zum kochen bringen werden.

Mit House Music hat das ganze mittlerweile nicht mehr viel zu tun. Die meisten Tracks gehorchen den typischen Songstrukturen, geblieben ist die Vielfalt der Einflüsse, die mittlerweile ja ziemlich hip ist.

Neu ist der Beitrag namhafter Sänger. So konnte Punk-Ikone Siouxsie Sioux für den Titeltrack “Cish Cash“ gewonnen werden. Getroffen haben sich Siouxsie, Felix und Simon bisher nicht. Die Basement Jaxx nahmen Kontakt mit ihr auf, schickten einige Ideen für Songs und bekamen den Gesang mit der guten alten Post zurück. Herausgekommen ist eines der Highlights des Albums.

Neben der mittlerweile 46-jährigen Punk Veteranin, geben sich die 71-jährige Totlyn Jackson und der 18-jährige UK-HipHop-Shooting Star und Mercury-Award-Gewinner Dizzee Rascal die Ehre.

In diesem Sinne ist “Kish Kash“ generationenübergreifend. Zur grossen Freude von Felix, der seit Jahren ein Fan ihrer Musik ist, steuerte Meshell Ndegéocello die Vocals zu “Right Here’s The Spot“ und “Feels Like Home“ bei. Der Opener “Good Luck“ wurde auf die Belrays Sängerin Lisa Kekaula zugeschnitten und, last but not least, auch Ex-N*Sync JC Chasez kommt zu Wort.

Das mag vielleicht überraschen, aber mit ihm hat das Duo den richtigen Mann für “Plug It In“ gefunden. Versucht haben sich an dem Stück mehrere Sänger, aber das Ergebnis war nie zufriedenstellend. Ein unerwartetes Treffen mit JC Chasez beendete die Suche nach dem richtigen Sänger für das Stück: “Es war exakt das was wir uns erhofft hatten“, erklärt Simon. “Er ist sehr flexibel. Wir fragten ihn, ob er Falsett singen kann und er hat einen fantastischen Falsett-Gesang, mit einem “Princey-Feel“. Bedenken wegen seiner Vergangenheit in einer extrem poppigen Boyband waren schnell verflogen: “ Fuck it. If it works, it works.“

Gerne hätten sie auch Missy Elliott als Sängerin gewonnen, aber die Kontaktaufnahme stellte sich als schwierig heraus: Über die Sekretärin kamen sie nicht hinaus. Vielleicht klappt das ja beim nächsten Longplayer.

“Kish Kash“ dürfte das Duo jedenfalls noch erfolgreicher und bekannter machen, als es sowieso schon ist. Das Werk entzieht sich gekonnt dem üblichen Schubladendenken und dürfte der Dance-Szene frische Impulse geben. Vielleicht werden sie ja auch hierzulande noch richtig gross.

Basemnet Jaxx Discographie:

• Kish Kash (2003)
• Rooty (2001)
• Bingo Bango ( 2000)
• Jaxx Unreleased (1999)
• Red Alert (1999)
• Remedy (1999)
• Atlantic Jaxx Recordings: A Compilation (1997)

 
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