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CASPIAN - Interview 
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Post Rock-Höhenflüge beschert uns aktuell gerade wieder die neue Veröffentlichung von CASPIAN. Diese hört auf den Namen TERTIA und kommt vielschichtig, anspruchsvoll und erstklassig daher. Grund genug also nähere Auskünfte einzuholen! So lies es sich der Elektrolurch nicht nehmen, bei CASPIANs Phil Jamieson einmal näher nachzufragen:

ELEKTROLURCH:
Kannst Du uns kurz die Ausgangsbasis zum neuen Album beschreiben? In welcher Situation oder Phase hat sich die Band befunden, als Ihr TERTIA geschrieben bzw. aufgenommen habt?

PHIL:
Die Songs für TERTIA entstanden über einen Zeitraum von 2 Jahren hinweg, so etwa zwischen Januar 2007 und Dezember 2008. Wir schrieben das Album zwischen 4 bis 5 US- und Europatourneen in verschiedenen Proberäumen in der Nähe unserer Heimatstadt Beverly, MA.

ELEKTROLURCH:
Worum geht es bei TERTIA? Kannst Du etwas zu den neuen Songs sagen? Auch wenn ihr keine Lyrics benutzt, welche Geschichte erzählen uns die Stücke?

PHIL:
Mit dieser Platte wollten wir so natürlich wie möglich klingen, gleichzeitig aber versuchen, als Band unseren Sound in neue Gefilde zu pushen. Wir wollten etwas schaffen, das frisch und vorwärts gewandt klingt, ohne dabei unser musikalisches Fundament zu kompromittieren, was sich zeitweise als schwierige, aber letztendlich unheimlich lohnende Aufgabe herausstellte.
TERTIA ist stellen weise der Versuch, klanglich die verbindendste Musik rüber zu bringen, die wir als 5 individuelle Musiker kreieren können.
Und ja, da gibt es wirklich eine Story, welche sich thematisch durch das Album zieht, aber das ist etwas, was wir niemals jemandem außerhalb der Band enthüllen würden. Wir wollen, dass die Stories, die wir mit unserer Musik erzählen, so subjektiv und individuell wie möglich sind, so dass die Zuhörer sich vorstellen können, was sie wollen und ihre eigene Bedeutung in der Musik finden.

ELEKTROLURCH:
Habt ihr irgendwelche Favoriten auf dem neuen Album, und wenn ja, warum?

PHIL:
Ich glaube, jeder von uns hat verschiedene Lieblingssongs auf dem Album. Ich persönlich bin sehr stolz auf “The Raven”, “Epochs in Dmaj” und “Malacoda”. Die Songs kamen dem sehr nahe, was wir uns ursprünglich vorgestellt haben, wenngleich sie auch während des Aufnahmeprozesses ein Eigenleben entwickelt haben. Es ist schwierig für mich, einzelne Stücke herauszuheben, da wir versucht haben, ein zusammenhängendes Album von Beginn bis zum Ende zu machen, wobei jeder Song eine bestimmte Funktion erfüllt, was den gesamten Flow und das Erzählende angeht. Ich sehe TERTIA als einen großen Song mit verschiedenen Bewegungen und dynamischen Höhen und Tiefen.

ELEKTROLURCH:
Eure Musik ist sehr bildhaft, visuell angelegt. Seid Ihr beeinflusst von Filmen oder Kunst?

PHIL:
Absolut! Tatsächlich würde ich sogar sagen, dass unsere Musik sogar mehr von diesen Dingen beeinflusst ist, als von anderer Musik oder Bands.

ELEKTROLURCH:
Eure Songs sind recht komplex, vielschichtig aufgebaut und folgen nicht den Gesetzen des “Mainstream-Songwritings”. Kannst Du uns eure Art des Songwritings beschreiben und wie diese die Studioarbeit beeinflusst?

PHIL:
Wenn wir uns hinsetzen und einen Song schreiben, dann interessiert uns nichts anderes, als die Richtung, die er einschlagen soll, die Stimmung, die er vermitteln soll und wie sich diese Stimmung während des Songs entwickelt. Wir probieren viele Sachen aus, wenn wir einen Song schreiben und für gewöhnlich ist jeder von uns sehr ehrlich, wenn es darum geht, ob man meint, ein Part funktioniert oder nicht.
Ideen an die Wand zu schmeißen und zu sehen, ob sie dran kleben bleiben, ist ein wichtiger Teil des Prozesses, genauso wie die Kommunikation zwischen uns 5 Bandmitgliedern. Wir wollen mit jedem Song Geschichten erzählen und oftmals haben Stories keinen festgelegten Weg, wie sie sich entwickeln. Unsere Musik versucht das widerzuspiegeln, auf ihre eigene Art zu entwickeln und mit ihrer eigenen Sprache.

ELEKTROLURCH:
Gab es irgendwelche verrückten Recording Methoden oder interessante Anekdoten während der Aufnahmen, die Du uns verraten kannst?

PHIL:
Als wir ins Studio gingen, hatten wir eine ziemlich klare Vorstellung von dem, was wir machen wollten und wie wir unser Ziel erreichen wollten. Speziell für dieses Album haben wir viel Zeit auf Pre-Production und Demos verwendet um unsere Ideen zu bündeln und eine einheitliche Richtung für die Produktion zu kreieren. Einmal im Studio angelangt, gab es eigentlich keine großen Überraschungen mehr. Nur eine Menge Arbeit und Konzentration darauf, dass sich unsere Ideen im Studio übersetzen.

ELEKTROLURCH:
Heutzutage gibt es nicht wenige Bands, die mit den typischen Post Rock-Zutaten, wie dem Kontrast zwischen seichten und harten Parts, Stille und Lärm und natürlich der berühmten “Wall of Sound” arbeiten. Wie versucht ihr euch von diesen Bands abzugrenzen und euch einen eigenständigen Sound zu bewahren?

PHIL:
Um ganz ehrlich zu sein, versuchen wir Musik zu schreiben nur mit CASPIAN im Kopf und uns nicht zu vergleichen mit anderen Bands, die die gleiche Art von Musik machen. Wenn wir etwas machen, das uns gemeinsam ein Lächeln auf die Gesichter zaubert, dann behalten wir es und spielen es. Wir machen uns mehr Gedanken darum, wie sich unser Material zu unseren alten Veröffentlichungen verhält und wie wir sicher gehen können, dass wir uns nicht wiederholen, als dass wir uns darum kümmern, einzigartig im Post Rock-Genre zu sein.

ELEKTROLURCH:
Welchen Einfluss hat das Touren und das Reisen auf Eure Musik?

PHIL:
Das Touren hat unsere Denkweise auf vielfältige Art beeinflusst. Diese Erfahrungen schlagen sich nicht direkt in der Musik nieder, vielmehr manifestieren sie sich in unserer Persönlichkeit, was dann letztendlich unsere Einstellung zur Musik beeinflusst. Wir haben jetzt in über 15 verschiedenen Ländern gespielt, und das Kennenlernen verschiedener Kulturen, lässt dich realisieren, wie enorm die Welt ist, und das da viel mehr draußen ist, als die kleine Stadt in Massachusetts, aus der wir kommen. Psychologisch gesehen, erschafft das ein Gefühl der Offenheit, und ich denke, dieses findet seinen Weg in einen vermehrt breiteren Ansatz, den wir beim Songwriting haben. Wenn du viel auf Tour bist bedeutet das aber auch, dass sich ein Gefühl der Trennung und der Einsamkeit einstellen kann, da man von seinem Heim und den Freunden getrennt ist. Ich denke, dieses Gefühl von Trennung spiegelt sich auch in den dunkleren Momenten von TERTIA wider, allerdings nicht in einer depressiven, hoffnungslosen Art und Weise. TERTIA ist wahnsinniger, chaotischer und dichter als einiges von unserem vorherigen Material. Und das steht für vieles, was Touren bedeuten kann.

ELEKTROLURCH:
Wie sehen Eure Zukunftspläne aus? Gibt es da ein bestimmtes Ziel, auf das Ihr hinarbeitet, das Ihr mit CASPIAN erreichen wollt?

PHIL:
Wir wollen das nächste Jahr mit dem Album im Gepäck so viel touren und vor möglichst vielen Leuten spielen wie irgend möglich. Dann werden wir damit beginnen ein neues Album zu schreiben, das hoffentlich genauso widerspiegelt, wie wir uns fühlen, wie dies gerade TERTIA tut. Da gibt es noch viele Erfahrungen und Ereignisse, die auf uns warten, und wenn wir diese für uns selbst und unsere Musik nutzen können, dann haben wir noch jede Menge Sprit in unserem Tank, um dies noch eine ganze Weile tun zu können!

ELEKTROLURCH:
Danke für‘s Gespräch, und beste Wünsche für das neue Album und die kommenden Tourneen!

Jens für Elektrolurch.com

 
>> Mehr Infos zu dem Thema findet ihr hier
 
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