Discharge
1977 gründen die beiden Roberts Brüdern Tony
'Bones' und Terry 'Tezz', sowie Roy 'Rainy' Wainwright
und ein paar Kumpels in Stoke, England ne Punk-Band.
Tezz schreit ins Micro und Bones und Rainy schreddern
die Klampfen. Als im Laufe der Zeit ein Kerl namens
Cal als Sänger einsteigt, verkrümelt sich
Tezz an die Drums und Rainy an den Bass. Außer
ein paar drittklassigen Auftritten passiert zunächst
nicht viel, bis jedoch mit Mike Stone jemand auftaucht,
der nicht nur einen kleinen Plattenladen, sondern auch
ein eigenes Label besitzt. Dieser macht den Jungs schnell
klar, dass sie überhaupt keine musikalischen Fähigkeiten
hätten, aber dafür live mächtig was los
machen würden. Da man von Punk-Bands zu dieser
Zeit in der Regel nicht mehr erwartet, nimmt er sie
kurzerhand für Clay Records im Februar 1980 unter
Vertrag.
Unter
dem Einfluss der Sex Pistols, The Clash und The Damned,
entscheiden sie sich für den Namen Discharged.
Die erste EP "Realities Of War" knüppeln
sie 1980 in drei Stunden ein. Da Stone keinen Vertrieb
hat, klappert er einfach die einzelnen Plattenläden
ab und verhökert die Scheiben vor Ort. Etwas später,
erscheint im selben Jahr die zweite EP "Fight Back".
Nach und nach kommen auch Gigs außerhalb ihrer
Heimatstadt hinzu und während eines gemeinsamen
Konzertes mit einer aufstrebenden jungen Band namens
U2, reihert Cal erst mal ausgiebig auf die Bühne.
Im nächsten Jahr stehen "Decontrol" und
"Why" auf dem Veröffentlichungsplan,
wobei auf letzterem ein Herr namens Bambi die Drums
vermöbelt, da Tezz mit diversen anderen Punk-Combos
als Gitarrist umher zieht.
Doch
auch Bambi macht schnell Platz für Garry Maloney.
Mit ihm entsteht dann das erste reguläre Album
"Hear Nothing, See Nothing, Say Nothing".
Tatsächlich tritt daraufhin ein Major Label an
sie heran, doch sie bleiben loyal zu Mike Stone und
lehnen ab. Doch auch ohne Major Label touren sie inzwischen
durch Europa und sogar die USA und Kanada.
Nach ihrer Rückkehr zeigt sich Bones von Discharge
angeödet und verlässt die Band um mit seinem
Bruder (der inzwischen Bass spielt und später auch
mal bei Ministry, den U.K. Subs und Batallion Of Saints
auftauchen soll) die Broken Bones zu gründen. Mit
Neuklampfer Peter 'Pooch' Pyrtle ändert sich auch
der Sound von Discharge.
Mit
einer deutlichen Metal-Schlagseite präsentiert
sich die Band fortan, was Pooch aber nicht wirklich
bei der Stange hält (er gründet Hells Bells)
und auch Gary verabschiedet sich 1983. Zusammen mit
Gitarrist Les Hunt und Drummer Nick Haymaker veröffentlichen
Cal und Rainy dann "Never Again" worauf einige
Singles und EP Tracks enthalten sind.
Danach herrscht eigentlich hauptsächlich Verwirrung
und als '96 dann "Grave New World" erscheint,
ist Gary zu Discharged zurückgekehrt und bringt
gleich einen zweiten Klampfer namens Stephen Brooks
mit. Cals Versuche, gesanglich eine Mischung aus King
Diamond und AC/DC zu imitieren gehen voll in die Hose
und vor allem die Fans machen ihnen live die Hölle
heiß und kloppen die Jungs sogar zusammen. Rainy
packt daraufhin seine Sachen und auch Cal fliegt Anfang
'87 aus der Band.
Danach
geschieht nicht wirklich viel, außer dass Cal
"Never Again" neu auflegt und "Discharge
1980- 1986" raus bringt. Ende '89 folgt mit "Live
At The City Garden New Jersey" die erste und mit
"The Nightmare Continues" ein Jahr später
die zweite Live Scheibe. 1991 raufen sie sich dann nochmal
zusammen und schreiben neue Songs.
"Massacre Devine" greift zwar lange nicht
auf die Wurzeln der Band zurück, die sie inzwischen
zur Legende gemacht haben, geht aber, genau wie "Shootin'
Up The World" als anständige Metal-Scheibe
durch, bei der eigentlich nur Cals Gesang nach wie vor
nervt.
1997
steht dann mit Cal, Rainy, Bones und Tezz tatsächlich
wieder das Original Line-Up beisammen, kommen aber bis
2002 mit keinem neuen Album um die Ecke, da es immer
wieder Probleme mit Label und andern Dingen gibt.
Doch auch Metallica zollen ihren alten Helden auf ihrer
Garage Inc. Doppelscheibe ihren Tribut. Mit dem schlicht
"Discharged" betitelten Album, steht 2002
dann eine CD in den Regalen, die einen deutlichen Schritt
zurück zu den Wurzeln macht und zumindest Freunde
von Bones' Side-Projekt Broken Bones erfreuen dürfte.
Discografie
2002
Discharge
1996
Live Nightmare Continues
1993
Shootin' Up The World
1991
Massacre Devine
1989
live At The City Garden New Jersey
1986
Grave New World
1984
Never Again
1982
Hear Nothing, See Nothing, Say Nothing
1981
Why
Discharge Tour
Booking: MAD
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