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"The Sky is falling and i want my mommy " 
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Die Fakten

1. An der Ostküste der USA wurden am Dienstag morgen vier Boeing-Verkehrsmaschinen entführt.

2. American Airlines Flight 11, mit 81 Passagieren und 11 Flugbegleitern an Bord, crasht kurz vor 9 Uhr morgens Ortszeit in den nördlichen Turm des World Trade Center.

3. 15 Minuten später: United Airlines Flight 175 von Boston nach Los Angeles, mit 56 Passagieren und 9 Besatzungsmitgliedern, crasht in den südlichen Turm.

4. Um 9:45 startet in Washington Dulles Airport American Airlines Flight 77 auf dem Weg nach Los Angeles, mit 58 Passagieren and 6 Besatzungsmitgliedern an Bord - und crasht wenige Minuten später auf das Pentagon.

5. Gegen 10:45 kehrt United Airlines Flight 93 auf dem Weg von Newark, New Jersey nach San Francisco, urplötzlich um, nimmt Kurs auf Washington - und stürzt, mit 38 Passagieren und 7 Besatzungsmitgliedern an Bord, in einer unbewohnten Gegend ab.

Auch diese Maschine wurde von Kidnappern entführt. Es wird spekuliert, dass die Maschine entweder von Militärjets abgeschossen wurde, oder dass der Pilot die Maschine bewusst in einem unbewohnten Gebiet havarierte, um Schlimmeres zu verhindern.

6. Eine Autobombe explodiert vor dem Aussenministerium.

7. Beide brennenden Türme des World Trade Centers stürzen schließlich in sich zusammen und begraben tausende Menschen unter sich. Später stürzen auch - teilweise hohe - Nebengebäude ein.

Manhattan gleicht einem Schlachtfeld und wurde hermetisch abgeriegelt. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Todesopfer weit über 10.000 beträgt.

Es gibt noch immer keine gesicherten Angaben zur Urheberschaft der Anschläge.

 

Klicken zum vergrößernFassungslos sitzen wir vor dem Monitor und verfolgen mit offenen Mündern die Zerstörung Manhattens. Ein militärisch geplanter Vernichtungsschlag auf zivile Ziele, der sich jedem historischen Vergleich entzieht.

Eine "Kriegserklärung an die gesamte zivilisierte Welt" nennt der deutsche Bundeskanzler den Angriff. Und in jener zivilisierten Welt wird dies genauso empfunden - in Deutschland zumal, dem engsten Verbündeten der USA auf dem europäischen Kontinent.

Angst vor dem großen, dem globalen Krieg mit einer völlig neuen Schlachtordnung kriecht in die Herzen und Hirne - Furcht davor, dass maßlose Gewalt mit ebenso maßloser Gegengewalt beantwortet werden könnte.

Diese Terrorattacke hat mit einem Schlag alle Gewissheit der "Neuen Weltordnung" zerstört, die der Vater des amtierenden US-Präsidenten Gerog W. Bush nach dem Ende des kalten Krieges zu erkennen glaubte.

Die USA, der Weltpolizist und Wertewächter, entdeckt plötzlich zweierlei: dass es irgendwo, von irgendwem unermesslich gehasst wird. Und das es auf ungeheurliche Weise verwundbar ist.

Dabei hatte es durchaus Vorahnungen gegeben. Samuel Huntigton, Harvard Politologe, sprach vom "Zusammenprall der Kulturen", warnte seine Heimat, sie sei "die einsame Supermacht" - "ein isoliertes Land, außer Tritt mit dem Rest der Welt" und von zwei Drittel der Weltbevölkerung als Bedrohung empfunden.

Seine Sünden sind "Macht, Größenwahn, Gier", schrieb Huntington damals - ein Bild das mit der Selbstwahrnehmung der meisten seiner Landsleute nicht im geringsten übereinstimmte.

Hip-Hop und Coca Cola, Baywatch und Microsoft: waren es nicht die Segnungen der amerikansichen Zivilisation, die von Nowosibirsk bis Daressalam alle lieben, alle brauchen, alle haben wollen? Ja - und eben deshalb symbolisieren sie den Dämon der Globalisierung, der in die fernsten Ritzen drängt und Identiät zerstört. Ihn zu töten heißt den Drachen zu töten.

OSAMA BIN LADEN, der schwerreich "Pate" des islamistischen Terrors, bläst seit Jahren von Afghanistan aus zum Angriff gegen den "großen Satan" USA: Auf sein Konto gehen verheerende Anschläge in Saudi-Arabien, im Jemen, in Kenia, in Tansania.

Schon im August 1998 rächte sich Washington mit Luftschlägenauf den Sudan und Afgahnistan.
"Dies sei der Krieg der Zukunft" schwante es US-Außenministerin Madeleine Albright damals.

"Der Krieg hat begonnen" konterte Bin Laden; und aus Kairo drohte die Terrortruppe Al-Gama'a al-Islamiyya: "1 Millarde Muslime stehen bereit, um ihre Körper in Bomben zu verwandeln".

Es offenbart sich, wie verwundbar die Supermacht ist: Während die 400 Meter hohen Türme des World-Trade-Center in sich zusammensacken, bricht nebenan Chaos an der Wall Street aus. Die internationalen Finanzmärkte stürzen in Turbulenzen, Öl- und Goldpreise schießen nach oben.

Mit eiskalter Präzision haben die Terroristen ins Herz der gültigen Weltordnung gezielt - und einen Volltreffer gelandet. Das Imperium americanum wankt. Es wird gewiß hart zurückschlagen gegen die Angreifer.

Aber jene schweigende Mehrheit der Weltbevölkerung, die in Amerika die häßliche Fratze der Globalisierung sieht, wird es dabei nicht auf seiner Seite haben. "Die Schurken-Supermacht" (Huntington) muss erkennen, wie gefährlich ihr selbstgewisser Unilateralismus wird.

Im ersten halben Jahr seiner Amtszeit hat Präsident Georg W. Bush die Russen brüskiert und die Chinesen verärgert, er hat Kopfschütteln bei den Europäern und blankes Entsetzen bei den südkoreanischen Verbündeten ausgelöst.

Tatenlos hat seine Regierung zugeschaut, wie sich Israelis und Palestinänser blutig ineinader verbissen. Jetzt hat er einen Krieg im eigenen Land. Einen Krieg von so gewaltiger Symbolkraft, dass sich über die Folgen nur spekulieren läßt. Der Traum der Hightech-Nation von Sicherheit und Unverwundbarkeit ist zerstoben. Nichts ist mehr so, wie es vor diesem schwarzen Dienstag war.

Die Opfer der Globalisierung schlagen zurück: Die Silhouette des brennenden World Trade Center wird das erste Wahrzeichen sein für die kommenden Konflikte des 21. Jahrhunderts. Die "zivilierte Welt" wird dann nicht mehr wiederzuerkennen sein.

Auszüge DIE WOCHE 14.09.2001- Mehr zu diesem Thema findet ihr hier im Newz-Flash

Mehr zu diesem Thema findet ihr in unserem Leitartikel zum 11.09.2001 "The Sky is falling and i want my mommy" und in dem Kommentar "Die Propaganda immer schön auslöffeln" von Fritzie Kleingeld sowie in den Glossen "Ich bin ein Afgahne" , "Die Welt kommt über uns".

Wenn ihr zu diesem Thema reden wollt so sei euch unser Diskussionsboard empfohlen.

Angst vor dem Flächenbrand

In einer Zeit des Aneinandervorbeilebens und der Interessenlosigkeit
des Gegenüber und dem Rest der Welt tragen wir alle einen Teil Schuld an dieser unvorstellbaren Tat.

Downtown sollte eine Gedenkstätte werden. Mit einem riesigen Schild auf den Trümmern:

"Liebe Landsleute:
Hier starben 30.000 Menschen - so viele wie in einem Jahr an Schusswaffen!"

 
>> Mehr Infos zu dem Thema findet ihr hier
 
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