Musik  
musik
dvd pop rock
mp3
 
Elephant Man - elefantastisch 
NAVIGATION
• Musik News
• Musik Reviews
• Swamp City
• Band Archiv
• Festivals
• Fussball
• Musik Videos
• Gimmicks
• Dr. Winter
• Porno News
• Kommentar
• Lyrics
• Community
• Impressum
NEWSLETTER
 
eintragen
austragen
 
space
 

Spiderman, Superman, Elephant Man. Von wem sprechen wir hier eigentlich?

Wer ist dieser knallig kostümierte, leicht lispelnde und schwer verrückte Typ, der irgendwie verdammt an einen aufgeputschten und randalierenden Ol’ Dirty Bastard erinnert?

Ein Superheld der Dancehall, das trifft es wohl am besten. Aber er wäre kein Superheld, würde er es nicht beweisen, ständig Grenzen sprengen und mit jedem neuen Tune erneut über sich hinauswachsen.

Wie das im Einzelnen aussieht? Befassen wir uns ein wenig mit dem Phänomen O’Neil Bryan, dem Elephant Man und Energy God.

scare dem crew

Geboren als eines von 14 Kindern am 11.9.74, verbringt er die ersten 20 Jahre seines Lebens in Seaview Gardens, einer desolaten, harten und abgewrackten Community im Westen Kingstons. In seiner direkten Nachbarschaft leben Leute wie Shabba Ranks und Bounty Killer, und O’Neils Deejay-Karriere war wie vorherbestimmt.

Er fand Gleichgesinnte in Harry Toddler, Nitty Kutchie und Boom Dandemite, und mit Schützenhilfe von Bounty Killer ging unter dem Namen Scare Dem Crew der Wahnsinn erst richtig los. Grell gefärbte Haare, schrille Outfits, nicht enden wollender Output und vier Monsteregos, die wie auf Tonnen von Crack und Testosteron deejayen, bis alles zu spät ist. Und die Jungs haben damit eine Welle losgetreten, von der sie nichts ahnen konnten. Die Basis war noch Dancehall, aber die Attitüde war mit einem Mal purer Punkrock. Das prägt einen Künstler.

Kein Wunder eigentlich, dass in diesem Chaos-Haufen die Egos irgendwann verrückt spielen, und die Scare Dem Crew sich Anfang 1999 trennt. Elephant Man is on the scene.

workaholic

Das Bild des hardest working man in showbiz ist schon längst zu abgegriffen, um den Elephant Man aka Ele (sprich: Ellie) treffend zu beschreiben. Sein Vocal-Stil ist so unique und gleichzeitig variabel, es gibt keinen halbwegs heissen Riddim, auf dem er nicht wenigstens mit einem Tune vertreten ist, keinen Tag, an dem er keine Lyrics schreibt, und am Ende kriegt er sie alle. Die smoothen Ladies, die hot gals, die bad bwoys... einfach alle.

Ele wechselt die Themen schon wieder, bevor andere überhaupt dazu kommen, auf den Zug zu springen - er hat soviel Liebe für die massive da draussen, dass er Jedem exakt den Style zu liefern versucht, der ihn nächtelang wach hält. Jeder soll sich hier einloggen können.

energy god

Wir einnern uns an den 11. September 2001. Ein gewisser O’Neil Bryan versucht gerade von Miami nach Jamaica zu fliegen, um seinen 27. Geburtstag zuhause zu feiern, als plötzlich die Welt unterzugehen scheint. Wenig später war Elephant Man’s „The Bombing" überall. Und somit vermutlich der ehrlichste und mitreissendste Track zum 11. September, der im allgegenwärtigen Wahn entstanden ist. Ele hat seine Sternstunde, Ele ist on top.

„Everybody ‘fraid to fly through the bombing / Bush nah trust no guy through the bombing / so many innocent die through the bombing / look like a world war three a fi happen"

Ein Schritt in der Karriere des Elephant Man, der exemplarisch für seine Professionalisierung steht. Er hat das Game begriffen, ist vom durchgeknallten Scare Dem Crew-Member zum bewussten Top-Entertainer geworden und weiss, was er will. Oft provokant, manchmal streitbar, aber immer eigensinnig und zielstrebig.

comin’ 4 you / log on

Als 2000 endlich das Solo-Debütalbum „Comin’ 4 You" auf Greensleeves erschien, kam das einem kleinen Aufstand gleich. Konventionen und feste Größen der modernen jamaikanischen Musik schienen hinfällig, Ele’s Musik klang wie ein unehelicher, verärgerter Sohn zweier gegensätzlicher Kulturen und hinterließ deutliche Spuren.

Seinen nächsten Höhepunkt fand dieser Hype dann in „Log On", einem monströsen Hit-Tune, zu dem es auch einen eigenen Tanz gab (!), und der dem zweiten Album den Namen geben sollte. „Log On" wurde ein Meilenstein und zentraler Punkt für die expandierende Dancehall-Kultur, der viel bewegt hat und Elephant Man einen erneuten Energieschub versetzt hat.

higher level

„Log On" zeigte im vergangenen Jahr schon deutlich den Weg, den Ele musikalisch einschlagen wollte, und der auf „Higher Level" mehr als konsequent fortgeführt wird. Die Grenzen zwischen Dancehall, HipHop und allem Anderen verschwimmen zusehends, man wusste: so klingt der irrste Gangsta-Rap in Kingston.

Die einzelnen Zutaten sind vom Feinsten - die heissesten Riddims, die brennendsten Tunes aus dem letzten Jahr des Elephant Man, keine B-Ware weit und breit - aber was am Ende zählt, ist nur das Ergebnis. Und das ist auf seine Weise einfach so sympathisch frisch, übertrieben und jiggy, dass zu keiner Sekunde Zweifel aufkommen, wer da seine Trademarks setzt.

Egal, ob er R. Kelly oder Nena neu interpretiert und mit einer ordentlichen Hormonspritze belebt, egal wie gewollt trashig das Artwork angelegt ist, eins sollte klar sein. Elephant Man mag völlig geisteskrank, hyperaktiv und wirr sein. Never mind. Er ist aber auf jeden Fall der einnehmendste, kraftvollste und beeindruckendste Superheld, den die Musikwelt derzeit zu bieten hat, und auf seinem „Higher Level" angekommen.

 
>> Mehr Infos zu dem Thema findet ihr hier
 
  Open Erotik - DVD Versand
space
space