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EVANESCENCE 
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EVANESCENCE oder das berühmte „Was wäre wenn?“.

Gut, diese Frage ist auf jede Band und jeden Künstler irgendwie anwendbar, doch bei keiner Band macht sie so viel Sinn wie bei EVANESCENCE. Mal ganz ehrlich, was wäre, wenn der Film „Daredevil“ nicht gedreht worden wäre? Oder was wäre, wenn „Daredevil“ früher oder vielleicht auch erst später in die Kinos gekommen wäre? Was wäre, wenn EVANESCENCE nicht auf dem Soundtrack von „Daredevil“ vertreten gewesen wären? Was wäre, wenn sich die Produzenten des Films für den Soundtrack nicht Bands aus dem Bereich NuMetal und Alternativ gewünscht hätten? Also, was wäre, wenn niemand den Namen „Evanescence“ hätte richtig ausprechen können?

Eins fällt auf bei diesen vielen Fragen, ohne „Daredevil“ wären EVANESCENCE jetzt nicht da, wo sie sind, an der Spitze der Alternativ- und NuMetal-Bewegung, ja, an der Spitze der Charts. Grund genug einen genaueren Blick auf die Band aus Little Rock / Arkansas zu werfen.

EVANESCENCE (sprich: ev’e-nes’ens) heißt übersetzt das Dahinschwinden, doch was eine gewisse Kurzlebigkeit suggeriert, klingt eher nach einer langen Karriere im Musik-Biz.

Die Band-Gründer Amy Lee und Gitarrist/Songschreiber Ben Moody kennen sich seit ihren frühen Teenager-Zeiten. „Wir waren zusammen im Ferienlager,“ erinnert sich Moody.

„Ich hörte, wie Amy am Klavier Meat Loafs „I’d Do Anything For Love“ spielte. Also ging ich zu ihr rüber und sie sang für mich. Ich war begeistert und habe sie überredet, mit mir in einer Band zu spielen. Wir haben dieselbe Vorstellung, wie gute Musik klingen soll. Wenn wir heute zusammen Stücke schreiben, dann läuft das fast wie von selbst. Wir ergänzen uns perfekt.“

Ende der 90er war die Band ein Exot in der lokalen Musikszene des US-amerikanischen mittleren Westens. „Es gibt dort nur die Auswahl zwischen Death-Metal und harmloser Senioren-Musik,“ beschreibt Amy Lee das Dilemma. „Und Bands mit weiblichen Frontpersonen existieren meines Wissens nach überhaupt nicht.“

Beeinflusst von Künstlerinnen und Künstlern wie Björk, Danny Elfman und Tori Amos fing die Gruppe an, erste EPs mit eigenem Material zu veröffentlichen. Auch ohne Live-Auftritte gelang es EVANESCENCE schnell, sich einen gewissen Ruf zu erarbeiten.

„Das zweite Stück, das wir zusammen geschrieben hatten war eine etwas lächerliche, sieben Minuten lange Wave-Hymne mit dem Titel „Understanding“,“ erzählt Moody. „Und aus irgendeinem Grund hat ein ortsansässiger Rock-Radiosender den Song ziemlich oft gespielt. Das hat unserem Namen in der Stadt einen guten Klang verschafft, obwohl keiner so richtig wusste, wer wir sind und wo man uns treffen kann. Wir konnten es uns einfach nicht leisten, live aufzutreten. Es gab ja nur Amy und mich. Und mehr Musiker hätten wir nicht bezahlen können.“

Das Debut-Album „Fallen“ (siehe auch Kritik im Soundcheck) wurde in Los Angeles zusammen mit dem Produzenten Dave Fortman (BOYSETSFIRE, Superjoint Ritual) aufgenommen. Das Album meistert die schwierige Balance zwischen üppiger Schönheit und unüberhörbarer Härte in äußerster Perfektion. Die erste Single „Bring Me To Life“, eine Mischung aus Piano-Ballade und handfestem Gitarrenrock, ist typisch für die Platte.

In den Texten von EVANESCENCE geht es um ernste Themen wie unerfüllte Liebe, Hoffnungslosigkeit und Angst. Dennoch besteht die Gruppe darauf, dass die Botschaft eine positive ist. „Der Grund, warum wir diese Platte gemacht haben, war auch, anderen Leuten zu zeigen, dass sie mit ihren Gefühlen nicht allein sind,“ erläutert Amy Lee, von der die meisten Texte stammen. „Ängste gehören zum Leben und sind nur menschlich. Jeder hat mal Angst. Wir genauso wie ihr.“

Die Debütsingle „Bring Me To Life“ (auch auf dem „Daredevil“-Soundtrack) schnellte sowohl in ihrer US-amerikanischen Heimat als auch in Europa in kürzester Zeit in die Spitzengruppe der Charts. In Deutschland erreichte der Song sensationell Platz zwei, in England rangierte „Bring Me To Life“ gleich vier Wochen an der Spitze der schnelllebigsten aller Single-Charts.

Doch was sich – zugegebenermaßen - wie die typische Übernacht-Erfolgsgeschichte eines One-Hit-Wonders liest, gerät im Falle EVANESCENCE zum Fortsetzungsroman mit Endlos-Happy-End.

Denn das für Songswriting zuständige Duo Amy Lee und Ben Moody versteht sich nicht nur bestens auf die Komposition interkontinentaler Hitsingles – EVANESCENCE verfügen auch über alle Tugenden einer klassischen Album-Band.

Die eindrucksvolle Bilanz bislang: Weltweit verkaufte sich das Debüt „Fallen“, das neben „Bring Me To Life“ auch die großartige Follow-Up-Single „Going Under“ enthält, mehr als sechs Millionen Exemplare.

In Deutschland fand der Longplayer, der ebenfalls auf Position zwei der Charts peakte, bis dato über 250.000 Käufer und bewegt sich straight auf Platinstatus zu.

Im Oktober rockten Evanescence im Rahmen ihrer ersten großen Deutschlandtour ihre Anhängerschaft – wie bereits in zahlreichen Kontinenten zuvor - souverän gen Glückseligkeit.

Mit „My Immortal“ erscheint nun – rechtzeitig zur Einstimmung auf die besinnlichsten Tage des Jahres - die atemberaubende Vorzeige-Ballade des Albums als dritte Single. Für den Release wurde die dramatische Ode an die (vermeintliche) Unvergänglichkeit der Liebe von der Band vollkommen neu überarbeitet und enthält nun - im Unterschied zur Albumversion - ein bombastisch-furioses Finale.

Kein Zweifel, EVANESCENCE haben es geschafft, doch das „Was wäre, wenn“ wird weiter über der Band hängen wie ein Damokles-Schwert. Das beweisen schon die vielen News, die über EVANESCENCE verbreitet wurden. Da stellen sich Fragen wie: Was wäre, wenn Amy Lee und Ben Moody sich im Streit getrennt hätten? Oder die unerlässliche Frage nach der Zukunft: Was wäre, wenn der Nachfolger von „Fallen“ ein Flop wird?

Doch lassen wir das und sehen wir was das nächste Jahr oder die nächsten Jahre uns bringen werden, ob EVANESCENCE „dahinschwinden“ oder sie trotzig gegen ihren Namen zu Superstars aufsteigen werden.

: Evanescence - My Immortal [Windows Media Video]

Smilo

 
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