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ROBERT GUMP unser Korrospondent und Filmexperte aus der Hauptstadt 
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Schluss und Aus

Nun ist sie vorbei, die 52. Berlinale, 12 Tage voller Filme, Events, Empfänge, Partys, etc., 12 Tage, die von einem Cineasten viel abverlangen und für die Journalisten 24 Stunden Stress bedeuten. Ca. 300 Filme gab es zu sehen in den unterschiedlichsten Kategorien (Wettbewerb, Panorama, Forum, Perspektive Deutsches Kino, German Cinema, Retrospektive und Kinderfilmfest), zudem konnte, wer mochte (und das Geld dafür hatte), sich im "European-Film-Market" über neue Produktionen informieren, alles in allem vielleicht noch mal 200 Filme.

Dem ganzen Programm noch nicht überdrüssig, bestand außerdem noch die Möglichkeit auf sogenannten Trade-Shows Filme zu sichten, die in den nächsten Monaten in die Kinos kommen, auch noch mal ca. 20 verschiedene Filme. Ganz zu schweigen von all den Partys, Empfängen und anderen Events.

Aus dieser Fülle an Angebot das Richtige auszuwählen, fällt mehr als schwierig, 26 Filme habe ich mir ausgesucht und sie in zehn Tagen gesehen, also 2 - 3 Filme pro Tag, noch relativ wenig, wenn man bedenkt, dass richtige Hardcore-Cineasten und manche Journalisten auf 6 bis maximal 7 Filme pro Tag kommen bzw. sie sehen müssen. Wie gesagt, den ersten Film kann man bereits um 9 Uhr morgens sehen, den letzten um 23 Uhr. Das da schlafen und vernünftig essen auf der Strecke bleibt, versteht sich von selbst.

Dann schon doch lieber ein etwas kleineres Programm mit nur 26 Filmen, da bleibt auch noch genug Zeit für anderes, für Annehmlichkeiten wie Essen und Partys natürlich. Bei mir war es dieses Jahr der Empfang der Nord-Media GmbH (Filmförderung Niedersachsen), der Brunch der Filmförderung NRW, das feine italienische Essen gestiftet von Senator-/Central-Film und noch ein paar kleinere Empfänge mehr. Hungern mußte ich also nicht und gut zu trinken war auch immer da.

Aber zurück zum eigentlichen Zweck der Berlinale: Filme. Wie jedes Jahr sorgen die Preisträger der Goldenen und Silbernen Bären für Überraschungen und reichhaltige Diskussionen. In diesem Jahr ist es der Animationsfilm "Sen to Chihiro no Kamikakushi" von Hayao Miyazaki, der für Aufregung sorgte und einen Goldenen Bären gewann. Leider muß ich mich hier eines Kommentars enthalten, da ich den Film nicht gesehen habe.

Anders ist es bei dem zweiten mit einem Goldenen Bären ausgezeichneten Film: "Bloody Sunday" von Paul Greengras ist ein beeindruckender und zutiefst erschütternder Semi-Dokumentarfilm über die Ereignisse des sogenannten "Blutigen Sonntag" vom 30.01.1972 im irischen Derry. Nur mir der Handkamera gedreht, liefert er ein beklemmendes Bild der Ereignisse (siehe auch meinen Bericht vom zweiten Tag der Berlinale). Preisverdächtig auf jeden Fall, nur über die Größe des Preises läßt sich hier natürlich streiten.

Der Publikums- und auch Kritikerliebling "8 Femmes" von François Ozon hat dafür "nur" einen Silbernen Bären in der Sparte "Herausragende künstlerische Leistung" bekommen, einen Preis mit dem viele unzufrieden waren und wo sich alle gewünscht hätten, der Film hätte einen Goldenen Bären bekommen.

Zu guter Letzt noch ein Wort zu dem wohl umstrittensten Film der gesamten Filmfestspiele: "Baader" von Christoph Roth bekam den "Alfred-Bauer-Preis (in Erinnerung an den Gründer des Festivals) für einen Spielfilm, der neue Perspektiven der Filmkunst eröffnet. Hier stellt sich die Frage, welche Perspektiven? Auch hier enthalte ich mich jeglichen weiteren Kommentars und verweise auf meine Berichterstattung zum Film selbst (siehe "Tag 10").

Für mich war die Berlinale dieses Jahr eher durchwachsen. Richtig gute Filme waren eher rar gestreut, und eins ist wirklich aufgefallen, im Gegensatz zu den anderen Jahren war die erste Hälfte der Filmfestspiele stärker und besser als die zweite Hälfte.

Das hat sich auch auf den Publikumszuspruch ausgewirkt. Bereits ab Freitag, den 14.02. war alles wesentlich entspannter und der Zugang zu den Kinos war einfacher. Das war in den vergangenen Jahren nicht so, da liefen am letzten Wochenende noch die großen Highlights. Auch eine Art von Änderung, die sich der neue Festivalleiter Dieter Kosslick auf die Fahnen schreiben kann.

Ich bin mit Sicherheit nächstes Jahr wieder dabei und werde wieder für den Lurchen berichten, über Filme, Essen, Trinken, Partys, usw..

Bis spätestens nächstes Jahr ... Ihr Robert Gump.

P.S. Alle weiteren Preisträger finden sich hier.

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