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Schluss
und Aus
Nun ist sie vorbei, die 52. Berlinale, 12 Tage voller
Filme, Events, Empfänge, Partys, etc., 12 Tage,
die von einem Cineasten viel abverlangen und für
die Journalisten 24 Stunden Stress bedeuten. Ca. 300
Filme gab es zu sehen in den unterschiedlichsten Kategorien
(Wettbewerb, Panorama, Forum, Perspektive Deutsches
Kino, German Cinema, Retrospektive und Kinderfilmfest),
zudem konnte, wer mochte (und das Geld dafür hatte),
sich im "European-Film-Market" über neue
Produktionen informieren, alles in allem vielleicht
noch mal 200 Filme.
Dem
ganzen Programm noch nicht überdrüssig, bestand
außerdem noch die Möglichkeit auf sogenannten
Trade-Shows Filme zu sichten, die in den nächsten
Monaten in die Kinos kommen, auch noch mal ca. 20 verschiedene
Filme. Ganz zu schweigen von all den Partys, Empfängen
und anderen Events.
Aus dieser Fülle an Angebot das Richtige auszuwählen,
fällt mehr als schwierig, 26 Filme habe ich mir
ausgesucht und sie in zehn Tagen gesehen, also 2 - 3
Filme pro Tag, noch relativ wenig, wenn man bedenkt,
dass richtige Hardcore-Cineasten und manche Journalisten
auf 6 bis maximal 7 Filme pro Tag kommen bzw. sie sehen
müssen. Wie gesagt, den ersten Film kann man bereits
um 9 Uhr morgens sehen, den letzten um 23 Uhr. Das da
schlafen und vernünftig essen auf der Strecke bleibt,
versteht sich von selbst.
Dann
schon doch lieber ein etwas kleineres Programm mit nur
26 Filmen, da bleibt auch noch genug Zeit für anderes,
für Annehmlichkeiten wie Essen und Partys natürlich.
Bei mir war es dieses Jahr der Empfang der Nord-Media
GmbH (Filmförderung Niedersachsen), der Brunch
der Filmförderung NRW, das feine italienische Essen
gestiftet von Senator-/Central-Film und noch ein paar
kleinere Empfänge mehr. Hungern mußte ich
also nicht und gut zu trinken war auch immer da.
Aber
zurück zum eigentlichen Zweck der Berlinale: Filme.
Wie jedes Jahr sorgen die Preisträger der Goldenen
und Silbernen Bären für Überraschungen
und reichhaltige Diskussionen. In diesem Jahr ist es
der Animationsfilm "Sen to Chihiro no Kamikakushi"
von Hayao Miyazaki, der für Aufregung sorgte und
einen Goldenen Bären gewann. Leider muß ich
mich hier eines Kommentars enthalten, da ich den Film
nicht gesehen habe.
Anders ist es bei dem zweiten mit einem Goldenen Bären
ausgezeichneten Film: "Bloody Sunday"
von Paul Greengras ist ein beeindruckender und zutiefst
erschütternder Semi-Dokumentarfilm über die
Ereignisse des sogenannten "Blutigen Sonntag"
vom 30.01.1972 im irischen Derry. Nur mir der Handkamera
gedreht, liefert er ein beklemmendes Bild der Ereignisse
(siehe auch meinen Bericht vom zweiten Tag der Berlinale).
Preisverdächtig auf jeden Fall, nur über die
Größe des Preises läßt sich hier
natürlich streiten.
Der
Publikums- und auch Kritikerliebling "8 Femmes"
von François Ozon hat dafür "nur"
einen Silbernen Bären in der Sparte "Herausragende
künstlerische Leistung" bekommen, einen Preis
mit dem viele unzufrieden waren und wo sich alle gewünscht
hätten, der Film hätte einen Goldenen Bären
bekommen.
Zu guter Letzt noch ein Wort zu dem wohl umstrittensten
Film der gesamten Filmfestspiele: "Baader"
von Christoph Roth bekam den "Alfred-Bauer-Preis
(in Erinnerung an den Gründer des Festivals) für
einen Spielfilm, der neue Perspektiven der Filmkunst
eröffnet. Hier stellt sich die Frage, welche Perspektiven?
Auch hier enthalte ich mich jeglichen weiteren Kommentars
und verweise auf meine Berichterstattung zum Film selbst
(siehe "Tag 10").
Für
mich war die Berlinale dieses Jahr eher durchwachsen.
Richtig gute Filme waren eher rar gestreut, und eins
ist wirklich aufgefallen, im Gegensatz zu den anderen
Jahren war die erste Hälfte der Filmfestspiele
stärker und besser als die zweite Hälfte.
Das hat sich auch auf den Publikumszuspruch ausgewirkt.
Bereits ab Freitag, den 14.02. war alles wesentlich
entspannter und der Zugang zu den Kinos war einfacher.
Das war in den vergangenen Jahren nicht so, da liefen
am letzten Wochenende noch die großen Highlights.
Auch eine Art von Änderung, die sich der neue Festivalleiter
Dieter Kosslick auf die Fahnen schreiben kann.
Ich
bin mit Sicherheit nächstes Jahr wieder dabei und
werde wieder für den Lurchen berichten, über
Filme, Essen, Trinken, Partys, usw..
Bis spätestens nächstes Jahr ... Ihr Robert
Gump.
P.S. Alle weiteren Preisträger finden
sich hier.
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