| Rock
am Ring lockte erneut mit grandiosem Line-up.
Als ausgesandte Lurche freuten wir uns tierisch auf
die vielen guten Bands. Obwohl wir am Freitag relativ
zeitig das traute Heim verließen, waren wir erst
gegen 17.00 Uhr am Ring. Also nix wie los. Kein Zeltaufbauen
sondern gleich los, denn dort lockte bereits Machine
Head vor die Centerstage. Sie spielten zwar nur 7 Songs
(2 von der letzten Scheibe), brachten damit aber die
Menge schon mal in Wallung. Eine willkommene Vorbereitung
auf Motorhead.
Die
Altmeister des Rock’n’Roll spielten dann
auch eine solide Show. Currywurst/Pommes weiß
würden manche sagen: immer lecker, immer gut! Da
werden nicht groß Faxen gemacht, dafür aber
lassen Mickey, Phil und Lemmy in unnachahmlicher Manier
die Boxen dröhnen. Overkill sollte übrigens
mindestens zweimal pro Gig gespielt werden! ;-)
Darauf
folgten mit einem völlig anderen Sound Evanescence
die trotz des Hypes um sie nicht abgehoben sind und
sich sehr freuten, am Ring auftreten zu dürfen.
Hauptakt am Freitag Abend auf der Centerstage waren
Korn, die Herrscharen von Fans vor die Bühne zogen
und diese auch sicher nicht enttäuschten. Es gab
in altbekannter Manier richtig was auf die Ohren.
Wir zogen aber noch vor Konzertende weiter, denn Rock
am Ring hat bekanntlich mehrere Bühnen.Nach einem
Abstecher an der Alternastage vorbei, um eine paar Takte
Seeed zu hören, lockte das Talentforum mit ganz
anderen Klängen.
Dort
rockten „Funeral for a Friend“, „The
Datsuns“ und „Danko Jones“, der für
Martin das Highlight des Freitags darstellte. Er hat
unzählige Fotos geschossen, wovon leider nur wenige
zu gebrauchen sind. Allerdings auch Backstage Lemmy
abgelichtet, der sich dort nicht zufällig aufhielt,
denn Danko rockt wie Sau!!!
Völlig zerfeiert doch bestens zufrieden strumpelten
wir dann gegen 5:00 Uhr ins Zelt. Fast wäre Martin
wieder wegen zuviel Rock’n’Roll angehalten
worden, aber da hatten wir Glück!
Samstag
halbwegs ausgeschlafen ging’s zu Jet. Die waren
toll. Wer hätte gedacht, dass ein harmlos aussehender
Junge so schreien kann. Sportlich! Bei „Are you
gonna be my girl“ schienen die Leute allerdings
noch nicht ganz wach zu sein, um mitzusingen. Der Song
brannte sich trotzdem für eine ganze Weile ins
Ohr.
Etwas
später folgten Nickelback, die mit einem sichtlich
gut gelaunten Chad Kroeger nicht nur Kuschel-Songs wie
„How you remind me“ spielten sondern auch
mit z. B. „Never again“ ordentlich rockten.
Nur etwas Regen trübte den Nachmittag, obwohl an
dieser Stelle gesagt werden muss, dass es wohl selten
ein so angenehmes Wetter am Ring gab. Jedenfalls Fr.
bis So. kaum Regen und auch nicht so erbärmlich
heiß wie letztes Jahr. Da kann man prima feiern...
Als wir zur Alternastage gingen hörten wir plötzlich
schon Dover-Sound. Da wurde jemand ganz schön schnell,
um in die erste Reihe zu kommen. Dover begeistert durch
eine sympathische Besetzung und klasse Songs wie z.B.
„Die for Rock´n´Roll“ bei denen
man selten die Füße still halten kann!
So
ging es uns auch bei den Beatsteaks, gefolgt von Bad
Religion, Lagwagon und natürlich Turbonegro, die
jeweils vor Ihrer Fangemeinde eine super Show spielten!
Allein diese fünf Bands in Folge wären ein
Top Festival. Da macht das erfrischen nebenbei richtig
Spaß!
Das
„Highlight“ des Samstag Abends auf der Centerstage
sollten mit einem einzigartigen Gitarristen und einem
begnadeten (und verrückten) Bassisten die Red Hot
Chili Peppers sein. Mit vielen grandiosen Songs und
den bekannten Faxen unterhielten sie die Fans gut, ließen
aber den berühmten Funken nicht überspringen.
Live-Auftritte wie 1985 auf der Loreley wird man wohl
eher nicht wieder erleben (vielleicht auch besser für
die Band...).
Der
ein oder andere von uns machte Samstag richtig meilen,
um zwischenzeitlich noch andere Bands zu sehen, so dass
wir 1.00 Uhr bei Anthrax derbe platt waren. Diese zogen
15.000 Leute vors Talentforum und gaben zu später
Stunde noch richtig Gas, was viele zum mitgröhlen
von Hits wie „Antisocial“ veranlasste. Bereits
müde gings danach noch zu In Extremo vor die Alternastage,
um sich bei Pyroshow und Altdeutschen Texten noch die
letzten Biere zu gönnen. Zum Glück wars dann
nur noch ein Katzensprung zum Zelt....was für ein
Samstag!
Sonntag
waren wir nach einer Shuttlebus-Oddysse dann auch endlich
mal bei Boef und Reinhard auf dem Caravan-Campingplatz,
wo die Nachbarn 47 mal am Tag „Full Metal Jacket“
guckten und damit den ganzen Platz beschallten, was
allerdings zu der extrem hohen Tarnhosen-Dichte auf
diesem Areal passte. Na ja, wir wurden mit Jägermeister-Artikeln
überhäuft, haben österreichische Rauchinfos
erhalten und die Jungs haben ein super Mittag gekocht!
Auf den Bühnen spielten Sonntag etliche deutsche
Bands: Dick Brave war tip-top und machte richtig gute
Laune, wobei es auch einiges zu sehen gab. So wechselten
beispielsweise bei „Great Balls Of Fire“
die Musiker reihum die Instrumente. Die Sportfreunde
Stiller sind eh Garant für gute Stimmung und bei
„Wir sind Helden“ war auch die Band selber
von den Socken über den Andrang an der Alternastage.
Neben Knallern wie „Guten Tag“ oder „Aureliè“
wurde aber auch mit „Die Zeit heilt alle Wunder“
ganz schön auf die Tränendrüsen gedrückt.
„Wir müssen nur wollen“ mussten sich
die Leute nicht zweimal sagen lassen, es ging richtig
gut ab.
Aber
auch vor der Centerstage: Linkin Park ist mittlerweile
einer der ganz großen Acts. Durch ihre energiegeladene,
abwechslungsreiche Show, in der nicht nur die Hits bestachen,
begeisterten sie ihr Publikum. Höhepunkt waren
dann aber doch die Toten Hosen. Da ist jedes Lied bekannt
(vielleicht sogar ein/zwei Coversongs zuviel) und die
Menschenmassen schreien kräftig mit. Wenn Campino
dann auf die gigantische Bühne klettert, das Lied
abbricht, um dort oben in Ruhe „Das Wort zum Sonntag“
bzw. „Kein Zeitungsknabe wird uns jemals befehlen,
was gerade alt oder brandneu ist“ zu singen, dort
einen Bengalen zündet, dann ist das schon ganz,
ganz großer Sport!
Zum
Schluss haben wir dann wieder in Ruhe Bier getrunken
und vor der Alternastage bei Moloko der charismatischen
Sängerin Roisin Murphy gelauscht. Ein schöner
Abschluss für ein erneut aufregendes Rock am Ring
Wochenende!
Beeindruckend
war wirklich wie vor allen drei Bühnen jeweils
eine fantastische Party abgeht. Wenn z.B. zeitgleich
die „Chili Peppers“, „Turbonegro“
und „Edguy“ spielen, würd ich mich
gerne mal teilen, um überall mitzufeiern. 80 Bands
von großer Güte waren der Start in einen
wohl grandiosen Festivalsommer 2004! Die Lurche freuen
sich jetzt schon aufs Hurricane, Bonn und diverse andere
Events. Packt eure Sachen und wir sehen uns vor der
Bühne, oder an der Theke.....
[Martin Kienker] |