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Rock am Ring 2004– Erlebnisbericht 
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Rock am Ring lockte erneut mit grandiosem Line-up.

Als ausgesandte Lurche freuten wir uns tierisch auf die vielen guten Bands. Obwohl wir am Freitag relativ zeitig das traute Heim verließen, waren wir erst gegen 17.00 Uhr am Ring. Also nix wie los. Kein Zeltaufbauen sondern gleich los, denn dort lockte bereits Machine Head vor die Centerstage. Sie spielten zwar nur 7 Songs (2 von der letzten Scheibe), brachten damit aber die Menge schon mal in Wallung. Eine willkommene Vorbereitung auf Motorhead.

Die Altmeister des Rock’n’Roll spielten dann auch eine solide Show. Currywurst/Pommes weiß würden manche sagen: immer lecker, immer gut! Da werden nicht groß Faxen gemacht, dafür aber lassen Mickey, Phil und Lemmy in unnachahmlicher Manier die Boxen dröhnen. Overkill sollte übrigens mindestens zweimal pro Gig gespielt werden! ;-)

Darauf folgten mit einem völlig anderen Sound Evanescence die trotz des Hypes um sie nicht abgehoben sind und sich sehr freuten, am Ring auftreten zu dürfen.

Hauptakt am Freitag Abend auf der Centerstage waren Korn, die Herrscharen von Fans vor die Bühne zogen und diese auch sicher nicht enttäuschten. Es gab in altbekannter Manier richtig was auf die Ohren.

Wir zogen aber noch vor Konzertende weiter, denn Rock am Ring hat bekanntlich mehrere Bühnen.Nach einem Abstecher an der Alternastage vorbei, um eine paar Takte Seeed zu hören, lockte das Talentforum mit ganz anderen Klängen.

Dort rockten „Funeral for a Friend“, „The Datsuns“ und „Danko Jones“, der für Martin das Highlight des Freitags darstellte. Er hat unzählige Fotos geschossen, wovon leider nur wenige zu gebrauchen sind. Allerdings auch Backstage Lemmy abgelichtet, der sich dort nicht zufällig aufhielt, denn Danko rockt wie Sau!!!

Völlig zerfeiert doch bestens zufrieden strumpelten wir dann gegen 5:00 Uhr ins Zelt. Fast wäre Martin wieder wegen zuviel Rock’n’Roll angehalten worden, aber da hatten wir Glück!

Samstag halbwegs ausgeschlafen ging’s zu Jet. Die waren toll. Wer hätte gedacht, dass ein harmlos aussehender Junge so schreien kann. Sportlich! Bei „Are you gonna be my girl“ schienen die Leute allerdings noch nicht ganz wach zu sein, um mitzusingen. Der Song brannte sich trotzdem für eine ganze Weile ins Ohr.

Etwas später folgten Nickelback, die mit einem sichtlich gut gelaunten Chad Kroeger nicht nur Kuschel-Songs wie „How you remind me“ spielten sondern auch mit z. B. „Never again“ ordentlich rockten. Nur etwas Regen trübte den Nachmittag, obwohl an dieser Stelle gesagt werden muss, dass es wohl selten ein so angenehmes Wetter am Ring gab. Jedenfalls Fr. bis So. kaum Regen und auch nicht so erbärmlich heiß wie letztes Jahr. Da kann man prima feiern...

Als wir zur Alternastage gingen hörten wir plötzlich schon Dover-Sound. Da wurde jemand ganz schön schnell, um in die erste Reihe zu kommen. Dover begeistert durch eine sympathische Besetzung und klasse Songs wie z.B. „Die for Rock´n´Roll“ bei denen man selten die Füße still halten kann!

So ging es uns auch bei den Beatsteaks, gefolgt von Bad Religion, Lagwagon und natürlich Turbonegro, die jeweils vor Ihrer Fangemeinde eine super Show spielten! Allein diese fünf Bands in Folge wären ein Top Festival. Da macht das erfrischen nebenbei richtig Spaß!

Das „Highlight“ des Samstag Abends auf der Centerstage sollten mit einem einzigartigen Gitarristen und einem begnadeten (und verrückten) Bassisten die Red Hot Chili Peppers sein. Mit vielen grandiosen Songs und den bekannten Faxen unterhielten sie die Fans gut, ließen aber den berühmten Funken nicht überspringen. Live-Auftritte wie 1985 auf der Loreley wird man wohl eher nicht wieder erleben (vielleicht auch besser für die Band...).

Der ein oder andere von uns machte Samstag richtig meilen, um zwischenzeitlich noch andere Bands zu sehen, so dass wir 1.00 Uhr bei Anthrax derbe platt waren. Diese zogen 15.000 Leute vors Talentforum und gaben zu später Stunde noch richtig Gas, was viele zum mitgröhlen von Hits wie „Antisocial“ veranlasste. Bereits müde gings danach noch zu In Extremo vor die Alternastage, um sich bei Pyroshow und Altdeutschen Texten noch die letzten Biere zu gönnen. Zum Glück wars dann nur noch ein Katzensprung zum Zelt....was für ein Samstag!

Sonntag waren wir nach einer Shuttlebus-Oddysse dann auch endlich mal bei Boef und Reinhard auf dem Caravan-Campingplatz, wo die Nachbarn 47 mal am Tag „Full Metal Jacket“ guckten und damit den ganzen Platz beschallten, was allerdings zu der extrem hohen Tarnhosen-Dichte auf diesem Areal passte. Na ja, wir wurden mit Jägermeister-Artikeln überhäuft, haben österreichische Rauchinfos erhalten und die Jungs haben ein super Mittag gekocht!

Auf den Bühnen spielten Sonntag etliche deutsche Bands: Dick Brave war tip-top und machte richtig gute Laune, wobei es auch einiges zu sehen gab. So wechselten beispielsweise bei „Great Balls Of Fire“ die Musiker reihum die Instrumente. Die Sportfreunde Stiller sind eh Garant für gute Stimmung und bei „Wir sind Helden“ war auch die Band selber von den Socken über den Andrang an der Alternastage. Neben Knallern wie „Guten Tag“ oder „Aureliè“ wurde aber auch mit „Die Zeit heilt alle Wunder“ ganz schön auf die Tränendrüsen gedrückt. „Wir müssen nur wollen“ mussten sich die Leute nicht zweimal sagen lassen, es ging richtig gut ab.

Aber auch vor der Centerstage: Linkin Park ist mittlerweile einer der ganz großen Acts. Durch ihre energiegeladene, abwechslungsreiche Show, in der nicht nur die Hits bestachen, begeisterten sie ihr Publikum. Höhepunkt waren dann aber doch die Toten Hosen. Da ist jedes Lied bekannt (vielleicht sogar ein/zwei Coversongs zuviel) und die Menschenmassen schreien kräftig mit. Wenn Campino dann auf die gigantische Bühne klettert, das Lied abbricht, um dort oben in Ruhe „Das Wort zum Sonntag“ bzw. „Kein Zeitungsknabe wird uns jemals befehlen, was gerade alt oder brandneu ist“ zu singen, dort einen Bengalen zündet, dann ist das schon ganz, ganz großer Sport!

Zum Schluss haben wir dann wieder in Ruhe Bier getrunken und vor der Alternastage bei Moloko der charismatischen Sängerin Roisin Murphy gelauscht. Ein schöner Abschluss für ein erneut aufregendes Rock am Ring Wochenende!

Beeindruckend war wirklich wie vor allen drei Bühnen jeweils eine fantastische Party abgeht. Wenn z.B. zeitgleich die „Chili Peppers“, „Turbonegro“ und „Edguy“ spielen, würd ich mich gerne mal teilen, um überall mitzufeiern. 80 Bands von großer Güte waren der Start in einen wohl grandiosen Festivalsommer 2004! Die Lurche freuen sich jetzt schon aufs Hurricane, Bonn und diverse andere Events. Packt eure Sachen und wir sehen uns vor der Bühne, oder an der Theke.....

[Martin Kienker]
 
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