Musik  
musik
dvd pop rock
mp3
 
Taubertal Festival 2003  
NAVIGATION
• Musik News
• Musik Reviews
• Swamp City
• Band Archiv
• Festivals
• Fussball
• Musik Videos
• Gimmicks
• Dr. Winter
• Porno News
• Kommentar
• Lyrics
• Community
• Impressum
NEWSLETTER
 
eintragen
austragen
 
space
 

08.08. – 10.08. Rothenburg o. d. Tauber

...Und so machten wir uns diesen unendlich heißen Sommer mal wieder auf, um Euch ein alteingessenes Festival aus deutschen Landen näher zu bringen.

Dass es sich dabei nicht um irgendein x-beliebiges Open-Air handelte, wurde schon beim flüchtigen Blick auf das Billing deutlich. Neben dem Farin Urlaub Racing Team hatten unter anderem auch noch die internationalen Topacts “The Cardigans“ und Ville Vallos “Him“ ihr Jawort fürs Taubertal-Festival gegeben. Doch zur allgemeinen Überraschung stahl ein “kleiner“ Act aus Ibbenbüren “Rock-City“ ihnen allen die Show. Aber fangen wir von vorne an.

Da außer unserem Sommer-Hobby “Festival-Hopping“ auch noch ein richtiger Beruf existiert, konnten wir erst Freitag Mittag aus Swamp-City gen schönes Taubertal aufbrechen. Mit Staus und zähfließendem Verkehr benötigten wir knappe 6 Stunden bis zum Zielort.

Doch trotz der stressigen Anreise herrschte ausgesprochen gute Stimmung, konnten wir doch, gerade angekommen, direkt ins “Sound for Nature“ Zelt zu den Megakerls durchstarten. Die vier Junges aus der Nähe von Würzburg begeisterten während ihrer gut halbstündigen Show die gut 300 Leute im Zelt dermaßen, dass sogar Zugaberufe laut wurden.

Diese Bitte ließen sich die Megakerls natürlich nicht entgehen, und gaben noch zwei weitere Kostproben aus ihrem Anfang September erscheinen Debütalbum “Wir stören auch nur kurz“ zum besten. Danach war allerdings Sense, schließlich wollten an diesem Abend auf noch Künstler wie “Mellow Mark“ und “Muff Potter“ auf die Stage.

Ich verließ ersteinmal das Zelt und flitzte im Sauseschritt vor die Hauptbühne, wo ich endlich mal die Chance hatte die “Letzte Instanz“ live zu sehen. Aus den kuriosesten Gründen hatte es vorher nie geklappt. Aber ehrlich gesagt hat mich deren “Mittelalter-Show“ mit Feuerspucken und einigem mehr überhaupt nicht vom Hocker gerissen, so dass ich mich lieber an den Rand bzw. in die Tauber begeben habe, um im dortigen Biergarten bei herrlichem bayrischen Gerstengebräu das schöne Wetter zu genießen.

Dort verbrachte ich dann auch bestimmt eine geschlagene Stunde, und beinahe wäre mir ein überaus “sympathischer“ Anblick entgangen. Auf der Bühne standen nämlich mittlerweile die holländischen “Opern-Metal-Helden“ von Within Temptation, die mit Frontfrau Sharon den Adel nicht nur was fürs feine Gehör zu bieten haben, sondern auch fürs mitessende Auge. Aber damit soll es auch reichen, schließlich geht’s in erster Linie um die Musik, und die wurde in exzellenter Weise von den 6 Holländern dargeboten.

Vor allem ihre Single “Ice Queen“, die ja bis zuletzt hartnäckig von MTV boykottiert wurde, brachte das zahlreich anwesende Festivalvolk zum brodeln. Diese einstündige Show hat richtig Spaß gemacht, und diese hammermäßige Stimme mit dem absolut fetten Sound wird wohl noch heute in so manchem Kopf herumspuken.

Nach Within Temptation wurde es sehr ruhig, dunkel, ja vielleicht sogar ein bisserl sentimental. Das deutsche “Underground-Projekt“ Deine Lakaien hatte seinen Auftritt und ließ Stille und Besinnung ins Taubertal einkehren. Ihre Symbiose aus elektronischer und akustischer Musik kam im Taubertal bei vielen Fans zwar nicht so an, aber die beiden Lakaiena zogen eigenwillig, ihrer Musik voll entsprechend, ihr vor Ideen und melancholischer Schönheit strotzendes Programm durch. Als so manchem Zuhörer der Kragen zu platzen drohte, fand der düstere Auftritt "endlich" ein Ende, und es dauerte gar nicht lang, da stand schon der Topact des ersten Abends auf der Bühne. Der finnischen Love-Metal Band Him wurde der Headlinerpart dieses Tages übertragen, und Ville Vallo wurde mit seinen unterkühlten Kollegas dieser Herausforderung zu jeder Sekunde des Konzertes voll gerecht.

Vorallem der Stoff des neuen Albums kam bei den deutlich in Überzahl befindlichen Weibchen hammermäßig an. "The Funeral of Hearts" beschloß schließlich nach einem sehr guten Gig das Taubertal für den ersten Tag, und die 10.000 Musikfans gingen frohlockend zu ihren Zelten zurück, wo noch bis früh in den Morgen bei immer noch schweißtreibenden Temperaturen (23 Grad!!!) massig Aftershowpartys gefeiert wurden.

Selbstredend war es Samstag Vormittag natürlich reichlichst leer vor den Bühnen drunten im Tal. Was eigentlich schade war, denn man verpasste eine doch recht interessante Annekdote von den Newcomern "Union Youth". Die Jungs, die sich selbst als die Hoffnungsträger deutscher Rockmusik bezeichnen, haben wohl anscheinend einen so hohen Status erreicht, dass sie es nicht mehr nötig haben, vor weniger zahlreichem Publikum zu spielen. Anders jedenfalls kann ich mir das assige Verhalten der drei nicht erklären. Was war passiert?

Nach wiederholten Ton- und Rückkopplungsproblemen, was sicherlich nervig ist, verließ die Band die Bühne, und schickte ihren Tourmanager an die Front, um das Problem zu lösen. Als dieser endlich Erfolg hatte, und Union Youth hätten weiterspielen können, machten die einen völlig auf angepißt und erklärten ihre Show für beendet. Leider war wie schon erwähnt vor der Stage sehr wenig los, so dass das Pfeiffkonzert recht schwach ausfiel. Schade eigentlich! Doch eins haben Union Youth geschafft: Sie bekommen von uns schon jetzt eine Auszeichnung für das unprofessionellste Verhalten 2003!

Nach Union Youth kamen Suit Yourself auf die Bühne. Aber diese Rockband hatte mehr den Anspruch eines Pausenfüllers, als eines großartigen Rockacts. Insgesamt war es doch etwas pfad, was die Kerle darboten. Ganz anders sah die Geschichte da schon bei Kettcar aus. Die fünf Hamburger machen mit ihrer sehr eigenwillige Mischung aus deutschem Poprock und Hamburger Schule Elementen alles andere als glatte Rockmusik. Sie lassen ihre Marshall Amps richtig qualmen und begeisterten in diesem Jahre nicht nur das Taubertal. Ein wunderbarer Auftritt an einem kochend heißen Samstag Nachmittag. Applaus!

Um Punkt 17:00 gings mit Blackmail weiter im Programmablauf. Und schau da: Sänger Aido mal etwas anders. Blackmail knüpften bei ihrem Liveact endlich mal an die gute Qualität ihrer Alben an. Erquickend und super fetzig präsentierten sie ihr Liedgut den doch mittlerweile 4.000 Freaks vor der Hauptbühne. Besonders angetan war Blackmail-Frontmann Aido von den vielen orangenen Jägermeisterhüten, die ein paar Stunden zuvor von einem Merchandisegeschwader verteilt wurden. Was Wunder, sind doch die Kräuterlikörlieferanten die Haus- und Hofgäste von Blackmail.

Oberkiffer und bayrische Liedermacherlegende Hans Söllner ließ ich wohl wissend meiner niederbayrischen Sprachschwierigkeiten sausen, und sah mir lieber im Sound for Nature Zelt die deutsche Rock, Reggae, Punk und Pop Band "Seltsam" an. Leider steht der Name Pate für diese Musik. Es ist ein sehr, sehr gewöhnungsbedürftiger Sound, der leider auch mit nichts anderem Interessantem aufwarten kann. Das Songwriting ist nur mittelmäßig und auch die Bühnen-Präsenz läßt noch arg zu wünschen übrig. Aber was nicht ist, kann ja noch werden!

Nach diesem musikalischen Reinfall eilte ich aus dem Zelt schnelller wieder heraus, als ich reingekommen war, um auf keinen Fall die Crossover-Legende Such a Surge aus Braunschweig zu verpassen. Zum wiederholten Male rockten sie nun das Taubertal, aber wieder und wieder ist es ein Erlebnis dabei zu sein. Mit ihrem kraftvollen Gesang und der imensen Bühnenpower setzten sie die Zuschauer immer wieder unter Strom, und machten sie somit fix und fertig. Nach einer Stunde Spielzeit war bei 8.000 Leute nur noch ein Wunsch, nämlich der nach Wasser! Dieses bekamen sie auch, und zwar nicht zu knapp! Die Co-Headliner Donots sorgten in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Wassermann für "Schwimmbad-Atmosphäre" im Taubertal. Immer wieder wurde ein dickes C-Rohr eines Feuerwehrwagens in die Menge gehalten, um das Fußvolk mit dem begehrten Naß zu versorgen.

Aber das war nicht das einzige was die 5 Ibbenbührener Punks zu Wege brachten. Wie Eingangs schon erwähnt, stahlen sie allen! anderen Bands mit einer irren Performance die Show. Ich habe die Donots bestimmt schon an die 30 mal gesehen, aber diese Show wird als eine der besten ever tief in meinem Gedächtnis bleiben. Was Ingo, Guido, Eike und wie sie alle heißen hier an Druck und Spielfreude dem tobenden Publikum boten, ist fast nicht in Worte zu fassen. Gerade Ingo, der es als Frontwiesel wie kaum ein zweiter versteht das Publikum mit einzubeziehen, heizte die Stimmung immer wieder an. Als Höhepunkt ließ er sich zum Ende des Konzerts von seinen Fans "quer durch das Tal" auf ein Kamerapodest tragen. Von dort gab er abschließend "We are not gonna take it" als Rausschmeißer sozusagen, zum besten.

Für den Headliner des Samstags war es nach so einem Auftritt natürlich alles andere als einfach die Spannung aufrecht zu halten. Doch "Seeed" wären nicht "Seeed", wären sie daran gescheitert. Dat Tal bebte zwar nicht mehr ganz so wie noch ein paar Minuten zuvor, aber ihr Style zwischen Dub Hop, Ragga und Mönchskutte versetzte das sonst so verträumte Nest in fette Vibration. Es hatte sich inzwischen auch wieder ein größerer Frauenanteil vor der Bühne breit gemacht, und die sangen und tanzten bis zum bitteren Ende lauthals mit. Gegen kurz vor eins in der Nacht konnte dann vermeldet werden: Seeed fertig, zweiter Tag vorbei!

Am Sonntag nahm ich mir dann auch ersteinmal eine Auszeit. Morgens lange ausschlafen, soweit das bei diesen tropischen Temperaturen überhaupt möglich war, dann früh nachmittags ein paar Würstchen und Steaks grillen, und zum Abschluß in netter Runde ein paar Bierchen schlürfen. Mit anderen Worten hab ich quasi den ganzen Tag mit unserem Team auf dem Campingplatz abgehangen und die erste Kombo, die mich an diesem Tage begrüßen durfte, waren die Cardigans gegen 19:30 Uhr.

Verpaßt hat ich bis dato Bands wie Underwater Circus, Substyle, Readymade, Evan Dando und vorallem die Emergenza Siegerehrung.Beim Emergenza Band Contest nahmen die besten europäischen Nachwuchsbands teil und spielten sich drei Tage lang so gut es ging in die Herzen des Taubertals. Eine Jury kürte am Sonntagnachmittag den Sieger und die weiteren Platzierten. Gesehn hätt ichs schon gern, aber so eine Grillparty wie wir sie hatten, war auch nicht schlecht.

Doch zurück zu den schnuckeligen Schweden. Die Cardigans bewiesen einmal mehr, wieso sie zu den erfolgreichsten und besten Musikacts aus dem hohen Norden zählen. Ihr zuckersüßer Pop, der doch irgendwie nach dem Rock der großen weiten Welt klingt, verzauberte sowohl die jungen als auch die älteren Semester. Viele Frauen schnappten sich einfach ihren Freund und tanzten fortan wild drauflos.

Es war ein wirklich sehr nettes Bild, was einem da vor die Linse kam. Dieses sollte sich bei der allerletzten "Taubertal 2003 Band" auch nicht mehr ändern. Nach all dem Feiern, Springen, Hüpfen und Tanzen wollten die knapp 15.000 nochmal richtig gefordert werden.

Und wer anders, als Farin Urlaubs Racing Team wäre dafür geeigneter. Der Frontmann der besten Band der Welt hielt mit seinem Soloprojekt die Leute anderthalb Stunden dermaßen in Partylaune, dass sie ihn ohne wilde Zugabenforderungen nicht gehen ließen. Und das, wo sie doch alle schon mindestens 3 Tage am Stück Party hinter sich hatten. Respekt Herr Urlaub! Das wars für dieses Jahr!

Tschüß vom wohl schönsten Open-Air Festival "Taubertal 2003".

Euer Lurchteam | Taubertal 2003 Fotogalerie

 
>> Mehr Infos zum Taubertal Festival
 
  Open Erotik - DVD Versand
space
space