Visions
Westend 2003 - Dortmund, Revierpark Wischlingen
Das
Visions Magazin lud am 26.07. und 27.07. alle Musik-Junkies
zum ersten Open-Air Westend-Festival in den Dortmunder
Revierpark nach Wischlingen. Und es war schon erstaunlich,
wieviel Leutz diesem Aufruf folgten. Insgesamt über
5000 Musikfreaks gaben sich zwei Tage die volle Dosis
Rock’n’Roll und feierten mit vielen hochkaraetigen
Bands eine fette Party.
Los gings bereits am Freitag im Dortmunder Sabotage,
wo die Warm-Up Party mit unter anderem “And you
will know us by the trail of dead“ stattfand.
Eigens für diese Veranstaltung setzte die Visions
einen Shuttlebus ein, um die Festivalbesucher vom Gelaende
in die Dortmunder City zu kutschieren.
Wir
nahmen dieses Angebot aber nicht an, und begnügten
uns vielmehr mit Grillfleisch und Flüssignahrung
auf einem abgeernteten Getreidefeld nahe dem Open-Air
Gelände. Im Nachhinein eine pfiffige Idee, hörte
wir doch, dass es mit dem Bustransfer zu später
Nacht nicht allzugut lief. Einige Kollegen verpassten
nämlich wohl aufgrund mangelnder Infos die Rückfahrgelegenheit
und steckten in tiefsten Dortmund fest.
Ob die Jungs es bereits bis Samstagmittag wieder vor
die Bühne im Wischlinger Revierpark geschafft hatten
wissen wir nicht, aber was wir wissen, “Tomte“
lieferten ein sehr gutes Konzert ab. In ihren halbstündigen
Auftritt packten sie eine geballte Landung Hamburger
Schule und hatten schliesslich bei “Schreit den
Namen meiner Mutter“ die “Massen“
auf ihrer Seite.
Und
dann, eben Visions typisch, folgte eine junge sehr erfolgreiche
Band aus Wales, die so gar nicht in den Stil ihrer Stage-Vorgänger
“Tomte“
hineinpassten.
“Mclusky“
zündeten im Zeichen ungezügelten Noise-Rocks
eine Scream-Salve nach der anderen. Ihre Bühnenshow
und der ungemein brutale, geradlinige musikalische Schlag
in die Fresse machten den Auftritt unvergessen und ließen
ihn zum bizarresten Highlight dieser 2 Tage werden.
Leider war nach einer knappen dreiviertel Stunde schicht,
und kurz vor 14 Uhr stand mit “Dredg“
schon die nächste Kombo auf der Bühne. Die
Kerle aus dem kalifornischen Los Gatos mutierten im
letzten Jahr mit dem Majordebüt “El Cielo“
zur Newcomer-Band 2002.
Bei
“Dredg“
wird auf der Bühne fernab jeglicher Schubladen
gerockt, dass einem ganz sternig vor Augen wird. Ihre
Musik-Show begeistert immer wieder aufs Neue, und zog
auch die mittlerweile gut 3000 Menschen vor der Stage
in ihren dämonischen Bann.
Wir nahmen nach dem Auftritt der Amis ersteinmal eine
Auszeit, und vergnügten uns an unserem Auto mit
dem eigens mitgebrachten “Ratskrone“-Schädelbier.
Dieses schlug dann auch ziemlich zeitig an, und verfehlte
seine Wirkung nur insofern, dass es übers Ziel
hinausschoss. Völlig breit und am “Karusselfahren“
wie die Weltmeister stolperten wir in unsere Zelte und
hielten ein gut vierstündiges Nickerchen.
Deshalb
müssen leider die Berichterstattungen über
die Auftritte der “Cooper Temple Clause“,
“Blackmail“, “The Weakerthans“
und “Samiam“ ausfallen. Ich verspreche euch
aber, bei der nächsten Möglichkeit die Bands
zu sehen, ein besonders aufmerksames Auge drauf zu werfen.
Zu den letzten Klängen der britannischen Punkrocker
“A“ hatten wir es dann aber wieder auf das
Festival-Areal geschafft.
Die
wilden Guys machten ihrem Namen als sehenswerte Liveband
mal wieder alle Ehre und rockten in famoser Manier das
Visions-Westend. Ihre Mitgröhl-Songs “Old
Folks“ und “I love Lake Tahoe“ lockten
selbst den trägsten Maulwurf aus der Erdhöhle
und ließen auch seine Hüften wackeln. Schade
war nur, dass inzwischen nicht gerade spärlich
gesäte Regentropfen das Open-Air bereicherten.
Beim
Gig der “Donots“
konnte man fast schon den immer wieder beliebten Sport
des “Pfützendiven“ ausüben. Aus
Schutz vor dem Nass von oben hatten wir uns inzwischen
an einen der zahlreichen Bierstände zurückgezogen,
und bescherten den Betreibern einen “regen Umsatz“.
Die Band aus Ibbenbühren bekamen wir im Prinzip
nur noch am Rande mit. War aber auch nicht so ganz tragisch,
da wir sie mittlerweile bestimmt schon an die 20 Mal
gesehen haben und wußten, was wir bei “Ingo-Döner
und Konsorten“ zu erwarten hatten, nämlich
eine grundsolide, punkrockende Mitternachtshow.
Unser
Hauptaugenmerk lag vielmehr auf hübschen Frauen
und dem kühlenden Gerstengesöff. An einem
vollautomatischen Fotoautomaten ließen wir zu
später Stunde sogar extra dafür unsere Hosen
sacken. Doch gebracht hats nicht viel. Ganz im Gegenteil.
Die meisten nahmen reißaus. Auch wir schleppten
uns irgendwann zurück zum Schlafgemach und träumten
bis in den späten Sonntagvormittag unseren Rock’n’Roll!
Wieder
aufgewacht und mit noch müden Knochen gings gleich
wieder in die Vollen. Bereits zu Beginn des Tages standen
unsere Favoriten auf dem “Prüfstand“.
Mit “Muff
Potter“, “Danko
Jones“ und “Mother
Tongue“ hatten wir bis kurz nach Mittag reichlich
Programm. Um 10 Uhr morgens begannen die Power-Emos
von “Muff Potter“ aus Münster. Mit
ihrem brandneuen Album “Heute wird gewonnen, bitte“
im Gepäck veranstalteten sie einen grandios rockigen
Gottesdienst für alle Frühaufgestandenen.
Besonders hervorheben möchte ich den Song “Wir
sitzen so vorm Molotov“, der, sollte er mal als
Single erscheinen, großes vor sich hat. Aber auch
das übrige Textgut weiß vollends zu überzeugen.
Und
dann gabs nach kurzer Umbaupause “Blues-Rock’n’Roll“
der Güteklasse 1a. Die Kanadier von “Danko
Jones“ touren sich bereits seit geraumer Zeit
in Deutschland den Arsch wund, aber mit riesem Erfolg.
Die Fangemeinde wird stetig größer und man
merkt auf beeindruckende Weise, das der Rock’n’Roll
selten so gelebt hat. Mit Hits wie “I’m
alive and on fire“ und “Born a lion“
versprühten sie auch in Dortmund tonnenweise Adrenalin.
Nach
knapp einer Stunde mußten sie dann aber die Bühne
für “Mother
Tongue“ räumen. Diese Band war für
mich eindeutig die größte Überraschung
des Festival.
Was hier an Live-Energie aufs Parkett gezaubert wird,
hab ich ehrlich gesagt noch nie zuvor gesehen. Ihr Stil
zwischen Emotion und Brachialität, gemixt mit Blues,
Soul, Funk und einer gehörigen Prise Rock, raubt
einem die letzten Worte.
Bereits
seit 1994 gibt es die vier Kalifornier und leider hab
ich sie hier zum erstenmal live gesehen. Aber das wird
tausend-prozentig nicht das letzte Mal gewesen sein.
So liebe Leute, das wars leider damit auch schon von
unserer Bericherstattung “Visions Westend 2003“.
Wir mußten hier bereits am Sonntag Mittag unsere
Zelte abbrechen, da bereits das nächste große
Festival seinen Schatten warf. Von Dortmund machten
wir uns nämlich fluchs auf nach Budapest und nahmen
für euch das dortige Sziget-Fetival
genauestens unter die Lupe.
 Wer
mehr Details über das “Visions Westend 2003“
erfahren, von den interessanten Gigs der “Ceasars“,
“Ash“ und “Black Rebel Motorcycle
Club“ lesen und sich über den spektakulären
Abgang von “... Trail of Dead“ amüsieren
möchte, der schaue bitte unter www.visions.de/news/3300/
oder unter www.visions.de/news/3304/
P.S. Hierr gibt es übrigens noch ein kurzes
Video vom Visions-Westend mit ein paar Elektrolurchen.
Beste Grüße aus Dortmund,
die Festival-Lurche
Hier jetzt nochmal das ganze Line-Up im Überblick:
Samstag, 26.07.
10:30 Monochords
11:10 Miles
11:55 Tomte
12:45 Mclusky
13:45 Dredg
14:50 The Cooper Temple Clause
16:05 Blackmail
17:20 Fireside
18:40 The Weakerthans
20:00 Samiam
21:25 “A“
23:00 Donots
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Sonntag, 27.07.
10:00 Muff Potter
10:40 Danko Jones
11:35 Mother Tongue
12:35 Kettcar
13:40 Aereogramme
14:50 Caesars
15:55 Slut
17:05 ...Trail Of Dead
18:20 Therapy?
19:35 Ash
21:05 Black Rebel Motorcycle Club
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