INTERVIEW
mit FIRE IN THE ATTIC – Sänger Ole Feltes!
Kannst Du bitte kurz etwas über die Band und
die bisherige Bandgeschichte erzählen?
Wir haben die Band Anfang Oktober 2003 gegründet
und noch im gleichen Jahr unsere Debut-EP Desicion&Action
aufgenommen. Diese ist dann im Mai 2004 über Redfield-Records
released worden.
Getragen von der großartigen
Resonanz, die wir für diese ersten 5 Songs erhalten
hatten, haben wir dann einfach versucht, so viele Shows
zu spielen, wie es uns eben möglich war, was dann
etwa 50 in acht Monaten waren.
Vom November des letzten Jahres bis in den Februar
dieses Jahres hinein haben wir uns dann um die Produktion
unseres Debut-Albums gekümmert, das am 11. April
dieses Jahr in die Läden kommen wird. Und jetzt
schauen wir mal, was so passiert… Wie seid Ihr eigentlich auf den Bandnamen
gekommen? Tiefer Hintergrund oder "Geistesblitz"?
Mmh, ich würde sagen: „Tiefgründiger
Geistesblitz“…
Nein, wir haben am Anfang sehr viel hin- und herüberlegt,
da wir nach einem Namen gesucht hatten, der etwas von
der Metaphorik beinhaltet, die wir auch in den meisten
unserer Texte nutzen.
Außerdem fanden wir es wichtig, dass der Name
eine gewisse Energie transportiert, mit der wir uns
und unsere Musik nun mal auch in gewisser Weise identifizieren.
Die eigentliche „Übersetzung“ des
Namens überlassen wir allerdings gerne dem, der
sich jeweilig Gedanken darüber macht. Oft kommen
da übrigens sehr lustige, aber auch viele interessante
Interpretationen zum Vorschein.
Mit welchem Ziel habt Ihr FITA gestartet und
was denkt Ihr jetzt rückblickend über das
vergangene Jahr? Habt Ihr Euch das so vorgestellt?
Wir haben die Band eigentlich vor allem mit dem Wunsch
gestartet, einfach wieder Musik zu machen, nachdem
sich unsere jeweiligen Vorgängerbands aufgelöst
hatten. Wir alle haben auch vorher schon immer sehr
viel Energie in unsere Bands gesteckt und wollten das
auch weiterhin tun.
Wir wollten Shows spielen, unterwegs sein und im
Endeffekt einfach das machen, was uns allen am meisten
Spaß macht.
Wenn ich aber sagen würde, wir hätten mit
der Resonanz gerechnet, die uns dann später entgegengebracht
wurde, wäre das natürlich vollends gelogen.
Als wir die EP aufgenommen haben wussten wir ja noch
nicht mal, ob wir überhaupt ein Label finden,
dass sie veröffentlichen wird, daher sind wir
natürlich ultrazufrieden und sehr glücklich
darüber, wie sich die Dinge bisher entwickelt
haben. Denn, was könnte es Schöneres für
uns geben, als positives Feedback für die Sache
zu bekommen, in die wir alle unsere ganze Energie und
unser ganzes Herzblut legen?! Wie kam der Kontakt mit dem jetzigen Label Redfield
Records zustande und wie ist die Beziehung zueinander?
Wie wird gearbeitet?
Der Kontakt zu Redfield kam dadurch zustande, das
Summer’s
Last Regret, die vorherige Band von Dennis und Richard,
schon eine EP über Redfield raus gebracht hatten.
Somit waren Kai und die anderen Jungs von Redfield
dann die Ersten, die den Kram zu Ohren bekommen haben,
nachdem wir mit den Aufnahmen fertig waren. Die darauf
folgende Zusammenarbeit hätte dann wohl besser
kaum sein können. Da ich in Deutschland eigentlich
kein Label kenne, was auf dieser professionellen Ebene
noch mit so viel Enthusiasmus und Leidenschaft agiert
und auch noch so viel Wert auf die persönlichen
Beziehungen zu den Bands wie auch zu den Medienpartnern
legt, würde mir spontan auch kein Label einfallen,
bei dem wir momentan besser aufgehoben wären.
Wir sind überglücklich mit der Arbeit von
Redfield und freuen uns auf die kommende gemeinsame
Zeit. Welche Erfahrungen habt Ihr bisher mit Eurer
Musik gemacht - positiver, wie negativer Art? Wie
werden
Eure Aktivitäten, Eure Shows, und natürlich
auch Eure EP "Decision & Action" aufgenommen?
Im Prinzip sind wir momentan, was Feedback betrifft,
natürlich extrem verwöhnt.
Die Band spielt nun mal eine große Rolle unserem
Leben und wir stecken viel Zeit und Energie rein und
da freut man sich natürlich umso mehr, wenn das,
was einem am Herzen liegt, so unglaublich nett angenommen
wird.
Jeder tanzende Mensch vor der Bühne, jedes nette
Wort nach einer Show, jeder nette Gästebucheintrag,
jede nette E-Mail entschädigt für alles,
auf das man vielleicht zugunsten einer verschwitzten
Probe oder einer der endlos langen Busfahrten mit vier
Stinkern verzichten musste. Auf der Bühne tobt Ihr Euch total aus. Wie könnt
Ihr Euch vor jeder Show neu motivieren, gerade um so
Gas zu geben und wenn man den einen Tag als Support
von TBS vor über 1.000 Leuten spielt und dann
in der norddeutschen Provinz vor vielleicht 40 - 60
Besuchern?
Nun, abgesehen davon, ob jetzt Tausende oder eine
handvoll Leute vor der Bühne stehen, hat man ja immer auch
einen gewissen Anspruch an sich selbst, eine gute Show
zu spielen.
Es gehört für uns zu den wichtigsten und
auch schönsten Dingen, auf der Bühne zu stehen.
Ich würde mich und meine Einstellung zu der ganzen
Sache schon sehr hinterfragen, wenn ich plötzlich
den Wert unserer Shows an der Zuschauermenge fest machen
würde.
Natürlich ist es ein sehr überwältigendes
Gefühl, auf die Bühne zu gehen und 1000 Menschen
vor sich zu sehen, aber andererseits sind die paar
Leute aus der norddeutschen Provinz auch gekommen,
um ein gutes Konzert zu sehen. Und warum sollten wir
ihnen das verwehren? Was kann ein Fan Eurer EP vom neuen Album "Crash/Rebuild" erwarten?
Habt Ihr Euch musikalisch weiterentwickelt und gefestigt?
Ich denke, das Album stellt die logische Weiterentwicklung
zur EP dar. Die EP war, wenn man so will, ein guter
Anfang für uns. Aber die 5 Songs sind innerhalb
von 2 Monaten entstanden, noch lange bevor wir überhaupt
eine Show zusammen gespielt haben und die Gelegenheit
hatten, uns „musikalisch kennen zu lernen“.
Zwischen Album und EP liegt aber nun etwa ein Jahr
mit über 50 zusammen gespielten Shows und etlichen
Stunden im Proberaum. Da wächst man natürlich
zusammen und entwickelt sich gemeinsam weiter. Ich
glaube, das Album klingt daher erheblich „reifer“ und
ausgewogener als die EP. Was kann man von FITA im Jahr 2005 erwarten? Was ist
sonst noch aufregendes geplant? Werdet Ihr auf Tour
kommen, um die neue Platte zu promoten?
Mit den Erwartungen ist das so eine Sache…
Meistens hat das, was man sich so vorstellt mit dem,
was dann letztendlich passiert nicht allzu viel zu
tun. Daher würde ich an dieser Stelle nur ungern
irgendwelche „Vorraussagen“ bezüglich
des weiteren Verlaufs unserer Band machen.
Was sich aber auf jeden Fall sagen kann ist, dass
wir uns auf das Release unserer Platte in Europa und
Japan
unglaublich freuen und alle total heiß darauf
sind, die neuen Songs live zu spielen. Das ist nämlich übrigens in meinen Augen
die ehrlichste, direkteste und auch schönste Möglichkeit
für Feedback, die man für seine Musik bekommen
kann.
Dabei werden wir im Sommer sehr viele Festivals spielen
und auf jeden Fall im Spätsommer noch einige Wochen
auf Tour sein, worauf wir uns alle sehr freuen. Wie ist Eure Meinung zur aktuellen Musiksituation:
Stichwort Underground vs. Mainstream? Wo seht ihr
Euch selber?
Abgesehen davon, dass ich nicht zu den Menschen gehöre,
die die Qualität von Musik oder einzelnen Bands
daran messen, ob sie auf einem Major-Label sind oder
nicht, sind wir natürlich weit davon entfernt,
eine „Major-Band“ zu sein, da Redfield-Records
schlichtweg kein Major-Label ist. Und unsere, nennen
wir es einfach mal „Infrastruktur“, basiert
nun mal zu großen Teilen auf Underground-Institutionen.
So gut wie alle Leute, die uns bisher geholfen haben,
haben das ohne große finanziellen Interessen
gemacht.
Und ich stell jeden Morgen erstaunt fest, dass da
immer noch kein Ferrari auf mich wartet…
|