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 Heute
schreibt Euch ein von glücklichen Menschen umgebener
Bob Mega aus der Umkleidekabine des FC St. Pauli. Während
in der Kabine der Gastmannschaft ein wutentbrannter
Uli Hoeneß seine Spieler mit Nürnberger Rostbratwürsten
vermöbelt, feiern die Spieler des FC St. Pauli
eine Golden Shower Party. Menschen wie Thomas Meggle
und Andre Trulsen, Menschen, die sich nie zuvor im Leben
gesehen haben, fallen sich in die Arme und küssen
sich. Es herrscht eine unvergleichbare Atmosphäre.
Wer hätte das je für möglich gehalten?
Menschen strömen durch's Brandenburger Tor, das
gestern noch von bis an die Zähne bewaffneten Soldaten
bewacht wurde.
 "Marx
ist tot, Jesus lebt," ruft ein kleiner Mann neben
mir mit Nickelbrille und wird von Ordnern abgeführt
und in eine Zwangsjacke gesteckt. "Das ist Wahnsinn.
Ich kann das noch gar nicht glauben. Nach all den Jahren
sehe ich meine Verwandten endlich wieder." Die
Menschen heulen Rotz und Wasser. Glückwunsch-Telegramme
aus der ganzen Welt treffen ein. Ein großer Mann
sagt mit belegter Stimme: "Es wird niemand schlechter
gehen, aber vielen besser." Der FC Bayern ist gefallen.
Ich
gehe rüber in die Kabine der Bayern, um zu kondolieren.
Otzmar Hitzfeld ist - wie immer - ganz fairer Sportsmann
und Gentleman. Mit dem Kopf schlägt er immer wieder
gegen die Wand der Kabine bis seine Stirn weiß
ist vom Kalk. Wie ein Schamane wieder holt er die Worte:
"Wir werden Deutscher Meister. Wir werden Deutscher
Meister. Wir werden Deutscher Meister." Der große
Stratege hatte seine Mannschaft perfekt eingestellt,
aber sie müssen seine Zeichnung nicht kapiert haben.
Sie hatten nicht damit gerechnet, dass auf dem Rasen
des Millerntors keine Bananenschalen liegen und damit,
dass da noch eine andere Fußballmannschaft herumlief.
Plötzlich
öffnet sich die Tür, künstlicher Nebel
wird in die Kabine geblasen und eine Fanfare ertönt.
Alle blicken gespannt auf. Giovanne Elber freut sich:
"Aah, des isse Siegfried und Roy," faselt
er und grinst. Dann werden seine Gesichtszüge ernst.
Es ist der Kaiser, nein, der Kanzler, nein, der Ministerpräsi
Bayerns, Edmund Stoiber.
Er
hebt sein Zepter und brüllt los: "Des is ja
a unglaubliche Frechheit. Diese Chaot' n, diese Saupreiß'
n, also, mei Lieba, so geht's a net alleweil. Wenn des
nauskommt, dass jetz a jeder g' winnen konn gegen mir,
wo da mir spiel'n den allerbest'n Fußboil von
da Welt, da, äh, sag, äh, i a mal, ja des
geht a net, wo komm mir denn da hin, wenn's da alleweil
die narrischen Monnschoften kümmen tun, wo die
vielleicht a noch so Aaslännder homm in derer Monnschoft
und woll'n a net des i der Kanzler wird von dera Verein,
denn hamm wer den Salat, und mit mehr Kindergeld kannst
a eh vergess'n, des zahlt die Merkel a nimmer. I weiß,
es ist a Bastard, oiber was soll i denn moch'n, i bin
halt a Mannsbild und dera Merkel a Frauenzimmer und
dann is halt a passiert. Jetzt is zu spät und dä
Bastard kümmt. Abtroib'n kannst a vergess'n, wo
i a doch katholisch bi. Schauts mi net so blöd
an und halts die Gosch'n."
Tja, und was ist mit St. Pauli? Die haben schon wieder
gewonnen.
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