| Willkommen
im Theater der Illusionen, der schemenhaften Parallel-Welten
des verträumten Schlafes, der actiongeladenen Romanzen
und des 4-4-2.
Heute zeigen wir: Die Rückkehr der Sackkratzer.
Lange Zeit mussten sie sich bei flirrender Luft und
sengenden Temperaturen in Dörfern verdingen oder
nutzlose Turniere wie den Liga-Cup spielen, aber jetzt
verrichten sie ihr zweifelhaftes Handwerk wieder mit
dem Emblem der Bundesliga auf dem Ärmel.
Was ist passiert? Am 1. Juni schloss die Bundesligasaison
2003/2003 ihre Tore. Lange Zeit war es still geworden
um unsere Helden, deren Sackratten sie zum Wahnsinn
treiben.
Viele haben ihre Klöten in die Sonne gelegt, um
die vermaledeiten Parasiten verlustig zu gehen, aber
kaum rollt der Ball, sind auch die kleinen Quälgeister
wieder aktiv.
Da
hilft kein Pulver, keine Tinktur und auch keine Intimrasur,
Sackratten gehören zum Fußball wie der Fußball.
Schnell werden da rassistische Äußerungen
getätigt, die in dieser Form nicht auf den Platz
gehören.
„Es sind die Kanaken, die die Sackratten in die
Bundesliga importiert haben“, rufen die wenigen
verbliebenen deutschen Spieler, die anonym bleiben wollen,
weil ihre Namen nicht bekannt werden sollen. MV ist
zufrieden.
Seine
langjährige Basis-Arbeit hat sich gelohnt. Schon
die primitivsten Formen des winzigen, aber so zähen
Bazillus hat der rührige Gerhard schon in den 60er
Jahren, als noch niemand mit einer derartigen Schwemme
an Sackratten rechnen konnte, den ausländischen
Mitspielern untergejubelt, weil er ein Mann ist, der
Visionen hat und die Zukunft klar vor Augen sieht.
Leider mussten sich dann auch deutsche Helden wie Uwe
Seeler oder Horst Hrubesch des öfteren ans Gemächt
fassen und vor laufenden Kameras kratzen, kratzen, kratzen.
Euer Dr. Bob Mega |