| Willkommen
im Theater der unumstößlichen Meinungen immens
hohen Wetteinsätze.
Heute zeigen wir: Der Kapitalismus hat unseren
Fußball kaputt gemacht.
Ach, wenn ich doch nur Günter Netzer wäre.
Dann hätte ich immer Recht. Natürlich will
ich kein schwuler Langhaar-Kommunist sein, aber das
Sozialamt will meine Miete nicht mehr zahlen und den
Schluck gibt’s auch nicht umsonst. Dann möchte
ich doch lieber Plattitüden mit Delle austauschen,
bei den Damen ein Stein Brett und eine Hand im Höschen
haben.
Aber,
es ist wie überall: Ohne Moos nix los. Nicht mal
den Monatsbeitrag für den SV Schinkel 04 bekomme
ich zusammen. Dabei bin ich doch der Mittelfeld-Stratege
der Alt-Herrenmannschaft. Seit Jahren trage ich den
Trainingsanzug meines Freundes und Kollegen Carl Giga
auf, aber jetzt sind die Löcher nicht mehr zu stopfen.
Ach, wo sind die Zeiten der Dynamos und Lokomotives
geblieben? Zeiten, in denen Trainingsanzüge aus
Plaste und Elaste überall zu erschwinglichen Preisen
erhältlich waren und einem die Kinder nicht das
Butterbrot aus der Hand gerissen haben, weil sie es
dem Vater nicht gönnen und es selber essen wollen.
Diese gemeinen Biester!
Und
woran wird in harten Zeiten als erstes gespart? Natürlich
beim Fußball. Dem höchsten Kulturgut, das
wir Deutschen uns in Jahrtausenden erstritten haben
und das zahlreiche Nobelpreisträger hervorgebracht
hat.
Paul Breitner, wo ist Deine Mao-Bibel? Hol sie wieder
raus. In der Bundesliga gibt es nichts mehr zu verdienen.
Effe und Basler sind abgehauen und scheffeln jetzt Petro-Dollars.
Lasst uns Revolution machen. Nieder mit den Palästen!
Schlagt die Kapitalisten, wo ihr sie trefft.
Euer Dr. Bob Mega |