| 16.05. | Rot-Weiß
Essen 1:3 - Da lacht das Lila-Weiße Herz
"Den
VfL in seinem Lauf hält weder Pleß noch Bongartz
auf", so oder ähnlich könnte man Honnies
legendäre Sozialismus-Floskel momentan abwandeln.
Schier unbesiegbar scheint heuer die Gelsdorf Truppe
daherzukommen, sieht man mal von dem "windigen
Mißgeschick" bei den grün-weißen
Adlern aus dem Münsterland ab.
In Essen wurde das Team von der Brücke wieder
einmal fantastisch supportet. Knapp 5000 Fans machten
sich mit einem Sonderzug, 4 Bussen und einer endlosen
Autokarawane auf, um ihrer Mannschaft bei Gipfeltreffen
ganz nahe zu sein.
Der "Entlastungszug" der Deutschen Bundesbahn
(Ey: die Experten nehmen ihr tolles Preissystem wieder
zurück. Glückwunsch für diese grandiose
Entscheidung!!!), rollte gegen 16.30 in den Ruhrpott
los. Es war eine einzige Partykolonne, die sich da 2
Stunden über die deutschen Gleisanlagen bewegte.
Selten hat Bahnfahren soviel Spaß gemacht.
Als gegen kurz nach 19.00 Uhr auch die letzten Vollblut-VfLer
im pickepacke vollen Essener Georg-Melches Stadion ihren
Platz gefunden hatten, bat Schiri Anklam beide Teams
zum Kick-Off.
Von Beginn an präsentierte sich die "Gelsdorf
Connection" in blendender Verfassung. Taktisch
optimal eingestellt zeigten sie den 19000 Essener Zuschauer,
der Mannschaft von RWE und Trainer Harry Pleß
wie ein echter Spitzenreiter auswärts aufzutrumpfen
hat. Das "Pott-Team" hatte bis zur 36. Minute
nicht eine Tormöglichkeit, doch durch eine kleine
Unaufmerksamkeit fingen sich die Niedersachsen das völlig
unverdiente 1:0 durch Essens Topscorer Achim Weber.
Zu diesem Zeitpunkt hörte man dann auch das erste
Mal den Rot-Weißen Anhang lautstark jubeln.
Doch im Stile eines Tabellenführers schlugen die
Mannen von der Hase zurück. Christian Claaßen
verwandelte unmittelbar vor der Pause einen 18m Freistoß
mit einem trockenen Schuß in den linken Torgiebel.
Dieser Ausgleich war so was von verdient, dass jegliche
Spielanalyse überflüssig ist.
Im zweiten Durchgang machten Micevski, Spork und Co.
dort weiter, wo sie im ersten aufgehört haben.
Mit einer sicher stehenden Abwehr, einem genial funktionierendem
Mittelfeld und brandgefährlichen Stürmern
waren sie an diesem Abend einfach zwei Klassen besser
als ihr Gegner.
Was etwas überraschte, war die Tatsache, dass
von den RWE Fans sehr wenig Unterstützung für
ihr Team kam. Vermutlich waren sie auch auf so souverän
agierende Gäste nicht eingestellt. Zwischen der
55. und 70. Minute gab es zwar eine kleine Drangperiode
von Rot-Weiß, aber ernsthaft gefährden konnten
sie das von Kuschi gehütete Tor nicht.
In der 74. Minute passierte dann, was passieren musste.
Der VfL nutzte endlich eine seiner Chancen zur 2:1 Führung
durch Christian "Doppelpack" Claaßen.
Die Essener völlig geschockt, luden in Person von
Heiko Bonan den "VfL Toni" nur zwei Minuten
später sogar zum 3:1 ein. Der in diesem Kick wieder
einmal überragende Mazedonier nahm einen katastrophalen
Rückpaß von Bonan dankend an, umspielte den
Essener Torwächter Sejna und netzte zur Entscheidung
ein.
Die letzten 15. Minuten waren dann Freude pur. Die
Osnabrücker Fanscharr blickte sich immer wieder
verwundert an, hat es doch so einen grandiosen Auswärtserfolg
lange nicht mehr gegeben.
Nach dem Schlusspfiff schwappte sogar noch die lila-weiße
Welle über die Ränge der "Arena".
Mannschaft und Trainer bedankten sich freudetrunken
bei ihrem vielleicht wichtigsten Gut, den besten Fans
der Liga!
Was soll man noch viele Worte verlieren. Es ist nun
mal so:" Wir kommen zum Glück aus Osnabrück"!
Also dann bis Samstag vor vermutlich ausverkaufter
Hütte gegen den SC Verl! Wenn alles rund läuft,
kann dort schon der Aufstieg gefeiert werden.
(gr) |