| 16.05.
| SC Verl 1:2 - Bremer Brücke unter Schock
Essen loost am Vorabend in Uerdingen, prall gefülltes
Haus, beste Stimmung rund um die"Brücke".
Alle waren sich doch sooo sicher, an diesem 24.05.03
die Rückkehr unserer Lila-Weißen Kicker ins
deutsche Fußballunterhaus feiern zu können.
Fast alle! Trainer Jürgen Gelsdorf hob schon vor
Wochen immer wieder mahnened den Finger und sagte, dass
die Saison erst am 08. Juni beendet sei und vorher konzentriert
und hart gearbeitet werden müsse. Und der Mann
sollte recht behalten. An diesem denkwürdigen Samstagnachmittag
schien sich alles gegen einen Osnabrücker Erfolg
verschworen zu haben.
Dabei begann eigentlich alles nach Plan und niemand
der 14000 im Stadion hätte auch nur im entferntesten
daran gedacht, der SC Verl könnte heute zum Stolpernstein
werden. Von Beginn an übernahmen unsere Spezies
die Spielkontrolle, beherrschten die taktisch schlecht
spielenden Verler (O-Ton ihres Trainers) in allen Belangen,
und wussten mit schönem Kombinationsfußball
zu gefallen. Tore waren nur eine Frage der Zeit. In
der 29. Minute wäre es fast soweit gewesen. Der
von einer Grippe geschwächte Susi Spork setzte
sich gegen zwei Ostwestfalen durch, fintierte Towart
Gößling, scheiterte aber aus spitzem Winkel
am Torpfosten. Drei Minuten später sollte es dann
aber mit einem Goal klappen, dachte zumindest alle.
Es gab Strafstoß! Schüßler wurde im
16er von Kirch elfmeterreif gelegt. Susi versuchte sich
abermals am Einnetzen der runden Kugel. Doch mit einem
schwach platzierten Schuß halbhoch in die Mitte
fand er in Verls Keeper seinen Meister.
Aber auch nach diesem Negativerlebnis machten die "niederen
Sachsen" mit ihrem offensiv ausgelegten Spiel weiter.
Die biederen Gäste konnten in dieser Phase häufig
nur mit Fouls dagegen halten. Herr Siedschlag überschritt
in der 39. Minute dabei allerdings das Maß gehörig
und wurde vom Schiri vorzeitg mit der roten Karte belohnt.
Als 4 Minuten später Arne Tammen endlich den Damm
der Torlosigkeit brach und die Lila Boys mit einem 22m
Freistoß in Front brachte, schien der Weg in die
zweite Bundesliga endgültig gesichert. Mit diesem
tollen Gefühl im Bauch gings in die Halbzeit.
Was im zweiten Durchgang aber geshah, konnte auch Jürgen
Gelsdorf nur mit der fehlenden Routine und Nervenflattern
erklären. Alle 11 Mann der Gastgeber waren plötzlich
wie gehemmt. Sie stellten zwar nach wie vor die technisch
versiertere Mannschaft, ließen aber den Druck
und den absoluten Siegeswillen vermissen. Nach dem Motto
"wir werden hier schon nicht verlieren, irgendwann
fällt das 2:0", gaben sie das Match von Minute
zu Minute mehr aus der Hand. Christian Claassen hatte
zwar in der 697. Minute die große Chance zur Entscheidung,
doch ihm rutschte frei vor dem Kasten ein Flankenball
über den Kopf.
Doch alles in allem lullten die Verler den VfL immer
mehr ein und es verwunderte letztendlich nicht, dass
eine Viertelstunde vor Abpfiff der Ausgleich durch Maurer
passierte. Jetzt flatterten die Hasekicker ähnlich
wie Rot Weiß Essen letzte Woche. Es lief 10 Minute
rein gar nichts mehr zusammen und die Ostwestfalen schlugen
ihrerseits ein zweites Mal eiskalt zu. Kirch traf mit
einer abgefälschten Bogenlampe zur 2:1 Gästeführung.
Dabei sah Kuschi nicht allzu glücklich aus, stand
er doch recht weit vor seinem Gehäuse. Doch auch
die Abwehr hielt einen kollektiven Tiefschlaf und ließ
die Ostwestfalen frei gewähren.
In den letzten Minuten warfen die VfLer dann zwar nocheinmal
alles in die Waagschaale, und hatten auch durch A4 in
der 82.Minute die tausend prozentige Chance zum Ausgleich.
Doch der ehemalige Verler scheiterte aus 4 Metern mit
einem wuchtigen Kopfball am alles überragenden
Keeper Gößling. Ihn stellte Trainer Niehaus
auch ausdrücklich noch einmal aus einem toll kämpfenden
Gästeteam heraus.
Das wars dann aber! Die Osnabrücker unterlagen
sensationell dem SC Verl! Der Schock steckte nicht nur
den Spielern in den Knochen, auch das Publikum war wie
paralesiert. Es war eine merkwürdig ruhige Stimmung
unter den Dach der Fußballkampfbahn und auch Pfiffe
waren kaum zu vernehmen. Jetzt ist Trainer Jürgen
Gelsdorf als Psychologe und Motivator mehr denn je gefragt
um seine Spieler wieder aufzubauen. Doch daran hat wohl
kaum jemand Zweifel, hat der VfL doch zwei weitere Matchbälle
in der Hand. Die Gäste ihrerseits hegen nun wieder
realistische Chancen auf den Klassenverbleib. Um diese
weiter zu nähren, wünschen sie natürlich
dem VfL nächste Woche einen Dreier in der AOl Arena
gegen ihren direkten Konkurenten, die HSV Bubis.
Diesen wünschen wir uns selbstverständlich
auch, um endlich den Aufstieg feiern zu können.
Es werden sicherlich wieder weit mehr als 6000 Osna-Supporter
ihr Team begleiten. Karten für einen Sonderzug
sind in der Geschäftsstelle des VfL erhältlich.
Für nur 9 Euro könnt ihr bei der großen
Aufstiegsparty dabei sein. Bei entsprechend großer
Nachfrage wird sogar noch ein weiterer Entlastungszug
eingesetzt. Also liebe Freunde, greift zu!
(gr) |