| Hamburger
SV Amt. - VfL Osnabrück 0:0 - Aufstieg nochmals
vertagt
Geht dem VfL Osnabrück auf der Zielgraden der Regionalliga
so langsam der Sprit aus? Beim Auswärtsspiel in Hamburg
bei den Amateuren des HSV kamen die Osnabrücker am
Sonntagnachmittag nicht über ein 0:0 hinaus. Da es
zur gleichen Zeit einen 4:1 Auswärtserfolg von Aue
in Dresden und einen 2:1 Heimsieg von Essen gegen Paderborn
gab, mußte die Aufstiegsfeier des VfL nocheinmal
verschoben werden. Momentan sieht es tabellentechnisch
folgendermaßen aus. Erzgebirge Aue steht als erster
Aufsteiger in die 2. Bundesliga fest, Osnabrück braucht
im letzten Heimspiel gegen Holstein Kiel noch einen Punkt
um ganz sicher den Auern in den Profifußball zu
folgen. Das sollte aber wohl nächsten Sonntag irgendwie
zu bewerkstelligen sein.
Der Tag begann für die über
7000 VfL-Fans, die ihren Verein im Hamburger Großstadtdschungel
unterstützen wollten, sonnig und mit viel guter
Laune im Gepäck. Gegen 10 Uhr in der Früh
machten sich zwei völlig überfüllte Sonderzüge
der deutschen Bahn auf gen Norden. Die Stimmung an Board
war prächtig, und mit jedem Bier und Flachmann
wurde eins immer deutlicher: Der VfL wird heute zum
Sprung in die 2. Bundesliga ansetzen. Egal wen man fragte,
es gab immer wieder nur eine Antwort: "Zweite Liga
wir kommen!"
Gegen kurz nach 12 Uhr trafen die beiden "Schwertransporte"
in der Hansestadt ein. Über 1500 Supporter verwandeletn
den Bahnhof durch ihre Sprechgesänge in ein Tollhaus.
Absolutes Gänsehaut-Feeling! Im Stadion gab es
dann noch einen oben drauf! Den Betrachtern bot sich
ein atemberaubender Anblick. Die komplette Gegengrade
war von lila-weißen Anhänger für 90
Minuten in Besitz genommen worden. Für ein packendes
und erfolgreiches Spiel war alles angerichtet.
Punkt 14 Uhr gings dann auch in die Vollen. Der VfL
übernahm von Beginn an das Kommando und ließ
die HSV Amateure gar nicht erst ins Spiel finden. Aus
einer hoch konzentriert arbeitenden und sicher stehenden
Abwehr heraus rollte ein VfL Angriff auf den nächsten
auf den Kasten vom Hamburger Keeper. Doch leider konnten
sich sowohl Vier als auch Claaßen nur selten in
Szene setzen, so dass zwingende Chancen eher Mangelwahre
blieben. In der 22. Minute und in der 33. Minute hatte
Claaßen dann aber mal zwei richtig gute Einschußmöglichkeiten,
die aber von Goalie Frech glänzend pariert wurden.
Mit einem 0:0 gings in die Kabinen.
Unter
den vielen Osnabrücker "Familienausflüglern"
machte sich in der Pause die erste Nervosität breit.
Hier in Hamburg "nur" Unentschieden und Essen
führt gegen Paderborn. Sollte es heute etwa doch
noch nichts mit dem Comeback im Profifußball werden?
Abwarten war der einhellige Tenor, noch waren ja 45
Minuten zu absolvieren.
Diese begannen wie die ersten. Die Jungs von der Hase
ließen zu keiner Zeit des Spiels Zweifel daran
aufkommen, dieses Match nicht gewinnen zu wollen. Sie
beherrschten die HSV Bubis, die im übrigen mit
4 Leudden aus dem Profikader verstärkt wurden,
nach belieben. Nur eins fehlte am heutigen Tage, die
Durchschlagskraft im Sturm. Auch der wiedermal eingewechselte
Isa konnte dieser Misere keine Abhilfe verschaffen.
Als sich alle schon mit einem 0:0 und der Aufstiegsvertagung
abgefunden hatten, wäre es beinahe doch noch passiert.
In der 87. Minute hatte die eingewechselte "Sexmachine"
Schütte die 100 prozentige Chance zum Siegtreffer,
doch scheiterte der Blondschopf völlig frei am
Hamburger Torwächter. Man konnte dem guten Wolfgang
anmerken, je weiter er auf Keeper Frech zueilte, desto
mehr füllte sich seine Hose mit Angstköddeln.
Aber nun, er ist ja auch schließlich kein Torjäger!
Direkt danach bot sich aber noch eine zweite Möglichkeit
für Christian Claaßen. Doch auch er scheiterte.
Sein 30 Meter Geschoß knallte zum Entsetzen der
vielen Fans an das Giebelkreuz des HSV Gehäuses.
Das war die letzte Chance des Spiels. Irgendwie sollte
es heute noch nicht sein.
Doch
für Frust und Entäuschung gibt es keinen Grund.
Der VfL hat heute ein gutes Spiel gezeigt, in Toni Micevski
und Christian Claaßen seine besten Spieler gehabt,
und kann nächste Woche Sonntag (14 Uhr) gegen Holstein
Kiel in Sachen Aufstieg alles klar machen. Trainer Jürgen
Gelsdorf wird in den nächsten Tagen schon die passenden
Worte finden, um seine Mannschaft hoch motiviert in
den Showdown im Fernduell mit Rot-Weiß Essen zu
schicken.
Wer für die Partie gegen Kiel noch keine Karten
hat, dem sei der Vorverkauf dringend empfohlen. Für
den Sitzplatzbereich und die Ostkurve gibt es bereits
keine Tickets mehr, für die Westkurve und die unüberdachte
Nordtribüne werden sich die Eintittskarten in den
nächsten Tagen reger Nachfrage erfreuen. Es wird
fest mit einer ausverkauften Bremer Brücke gerechnet.
(gr) |