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Osnabrück – Holstein Kiel 2:0 - Swamp City
is back....AUFSTIEG
Der VfL Osnabrück gewann am Sonntagnachmittag in
beeindruckender Manier das alles entscheidende Aufstiegsspiel
gegen den KSV Holstein Kiel mit 2:0. Durch diesen Sieg
vor ausverkauftem Haus lösten die Osnabrücker
das Ticket für die 2. Bundesliga und stießen
zeitgleich die Essener Rot-Weißen in ein Tal der
Tränen. Diese kamen bei den Amateuren des SV Werder
Bremen nämlich nicht über ein mageres 0:0 hinaus
und müssen ein weiteres Jahr in der Regionalliga
ihr Dasein pflichten.
Schon Stunden vor dem Anpfiff herrschte rund um die
Bremer Brücke sensationelle Stimmung, jeder Besucher
hatten sich ausschließlich auf das eine Thema
eingeschworen: Aufstieg des VfL in die 2. Liga! Ob vom
Greis zum Säugling, vom Punk zum Versicherungsvertreter,
alle waren gekommen um live dabei zu sein. Die mit 18500
Fans aus allen Nähten platzende Bremer Brücke
glich einem Hexenkessel. Hier durfte und konnte am heutigen
“Tag der Entscheidung“ einfach nichts schief
gehen.
Als wollte die Mannschaft von Trainer Jürgen Gelsdorf
dies unterstreichen, legte sie von der ersten Minute
an los wie die berühmt berüchtigte Feuerwehr.
Torchancen über Torchancen wurden erspielt, nur
leider fand sich keiner, der die Dinger mal versenkt
hätte. Unser brasilianischer Wirbelwind Sidney
versuchte es in der 6. Minute mit einem klasse 16 Meter
Schuß ebenso vergeblich, wie Goalgetter Angelo
Vier in der 11. Minute mit einem prächtigen Kopfball
nach einer Flanke vom heute sehr gut aufspielenden “Susi“
Spork. Beide Male parierte Manuel Greil im Tor der Holsteiner
ganz hervorragend.
Nach dem ersten gut 20 minütigen Angriffsschwung
der Lila-Weißen beruhigt sich der Kick ein wenig
und die Kieler kamen etwas besser ins Spiel, ohne jedoch
gefährliche Aktionen herauf zu beschwören.
Ein Weitschuß von Rohwer in der 22. Minute und
eine bessere Rückgabe von Schultz 4 Minute später
stellten “Kuschi“ Kuschmann vor keine echte
Herausforderung.
Der am heutigen Tag überragende Toni Micesvki
leitete in der 35. Minute mit einem fulminanten Solo,
bei dem er vier Kieler auf einem Bierdeckel großen
Areal stehen lässt wie Slalomstangen, die Osnabrücker
Schlussoffensive der ersten Halbzeit ein. Doch irgendwie
wollte das erlösende Tor noch nicht fallen. Angelo
Vier versiebte eine Möglichkeit nach der anderen,
und als er doch mal erfolgreich war, untersagte Schiri
Gangelmann unter wilden Protesten von Spielern und Fans
dem Treffer die Anerkennung. So ging es mit einem 0:0
zum Pausentee.
In der zweiten Halbzeit legten unsere Lila-Weißen
Boys noch eine Schippe drauf und schnürrten die
Kieler in ihrer eigenen Hälfte förmlich ein.
Man wollte sich gar nicht erst dem Risiko eines Gegentreffers
aussetzten und auf eventuelle Schützenhilfe der
Bremer Amateure hoffen, hier war der absolute Siegeswille
einer wie entfesselt aufspielenden Truppe bis unters
Stadiondach zu spüren. Torchancen im Minutentakt
waren die Folge. Doch Spork (60. min.), Claaßen
(65. min.) und Vier (72. min.) scheiterten reihenweise
entweder am grandios haltenden Ex-VfLer Greil oder am
Aluminium des Tores der Störche. In der 79. Minute
hatte das Warten dann allerdings endlich ein Ende. Christian
Claaßen durchbrach mit einem unhaltbaren 20 Meter
Freistoß flach ins linke Toreck den Bann der Erfolgslosigkeit
und ließ sowohl Tainer Gelsdorf als auch 18500
Zuschauer “ausrasten“. Die Stimmung war
auf dem Siedepunkt angelangt. Das I-Tüpfelchen
setzte in der Schlussminute Sidney Santos de Brito mit
dem 2:0. Ein herrlicher Schuß aus spitzem Winkel
fand den Weg ins obere Tordreieck. Kurz danach war “Feier“-Abend
und die Regionalliga für den VfL Vergangenheit!
Die Stadiontore öffneten sich und zig tausende
Anhänger stürmten bei mittlerweile sintflutartigen
Regenfällen, Blitz und Donner das grüne Geläuf
und feierten mit ihren Spieler die Rückkehr in
den Profifußball. Der Rasen verwandeltete sich
in sekundenschnelle in ein Lila-Weißes Fahnenmehr.
Unglaubliche Szenen spielten sich ab. Wildfremde Menschen
lagen sich in den Armen, “Souvenirjäger“
sicherten sich die Trikots ihrer Lieblinge, rissen Grasplaggen
aus dem Erfolgsrasen und reckten sie wie einen grade
verliehenen Pokal gen Himmel. Noch bevor es mit einem
Autokorso auf den Rathausplatz ging, präsentierten
sich die Kicker ihrem unglaublichen Support auf der
Ehrentribüne der Brücke. Jeder einzelne Spieler
wurde frenetisch gefeiert, schließlich haben sie
alle zusammen zu diesem unschlagbaren Kollektiv beigetragen.
Ohne diesen Zusammenhalt in der Truppe wäre dieser
sportliche Triumph auch gar nicht möglich gewesen,
wie Präsident Dirk Rasch und Trainer Jürgen
Gelsdorf auf der Pressekonferenz nochmals betonten.
Ab 17.30 Uhr startete dann auf den Rathausplatz die
riesen Aufstiegsparty. Knapp 6000 Fans, darunter auch
zahlreiche Kieler Anhänger, waren vom Stadion herüber
gekommen, um dieses nicht alltägliche Spektakel
mit zu erleben. Das Bier floss in Strömen und die
Atmosphäre war unbeschreiblich. Die Mannschaft
und Trainer Jürgen Gelsdorf wurden im Rathaus von
Oberbürgermeister Fip empfangen und herzlichst
beglückwünscht. Auf der bereitstehenden “Partystage“
bekam der Aufstiegstrainer dann ersteinmal seine verdiente
Bierdusche verabreicht, die er nach anfänglichem
Zögern aber sichtlich genoss. Alle Spieler, von
Uwe Brunn über Joe Enochs bis hin zu “Sexmachine“
Wolfgang Schütte, feierten ausgelassen und bei
bester Stimmung den Aufstieg bis tief in den Abend.
Immer wieder wurden die Gassenhauer “Nie mehr
3. Liga“ und “So ein Tag, so wunderscön
wie heute“ angestimmt und der ganze Platz gröhlte
in einer Inbrust mit, dass man glatt Gänsehaut
bekam. Als absoluter Verkaufsschlager erwies sich das
Aufstiegs T-shirt des VfL. Die Jungs von der Geschäftstelle
mussten in ihrem Container Schwerstarbeit leisten. Wer
noch keines haben sollte, in der Geschäftsstelle
oder unter www.vfl.de könnt ihr noch zu schlagen.
Aber Eile ist geboten!
Am späten Abend machte sich die Mannschaft dann
ins Alando Palais auf, und feierte bis in den frühen
morgen die große Aufstiegssause weiter. Viele
Fans hatte auf den weiten Weg ins Alando nicht mehr
so richtig Lust, sie blieben lieber in der Altstadt
und verwandelten dort die Kneipen in wahre VfL Hochburgen!
Es herrschte eine Bombenstimmung und die Nacht wurde
zum Tage gemacht.
Von der ganzen Redaktion des Elektrolurchen und der
Firma Goldrush einen herzlichen Glückwunsch VfL
Osnabrück.
(gr) |