| EUPHORIE ADE!
VfL
Osnabrück - Karlsruher SC 1:2
Ja, ja liebe Sportzfreunden in aller Welt. So schnell
kanns gehen. Schwebten die Fans des VfL
Osnabrück noch am vergangenen Wochenende auf
Wolke sieben und träumten von einem Durchmarsch
in die erste Liga, so wurden sie am gestrigen Sonntagnachmittag
brutal auf den Boden der Realität zurückgeholt.
Der VfL Osnabrück
unterlag vor knapp 15.000 Besuchern im Schwitzkasten
"Bremer Brücke" dem Karlsruher SC unglücklich
mit 1:2.
Dabei begann alles soo vielversprechend. Schon gut
eine Stunde vor dem Anpfiff waren die Ränge des
lila-weißen Göttertempels prall gefüllt,
Fallschirmspringer sorgten für Kurzweil und die
deutschen "Altpunks" von Extrabreit
verlangten den Mikros alles ab um den Schlachtenbummlern
gehörig einzuheizen. Selbst für die gut 500
Gästefans hatten die Osnabrücker Gastgeber
ein Schmankerl parat. Eigens für sie wurde das
Badener Lied angestimmt und sorgte so für beste
Stimmung im weiß-blauen Block. Und dann kamen
sie endlich, die Mannschaften.
Der VfL Osnabrück
begann quasi mit dem Team, dass sich vor einer Woche
in Ahlen als Drei-Punkte-Garant bewährt hatte.
Einzig Christian Claaßen blieb zunächst auf
der Bank, für ihn stürmte der albanische Wirbelwind
Harun Isa. Die Osnabrücker begannen die Partie
sehr engagiert ohne allerdings das Gehäuse von
Gästegoalie Fischer in Gefahr zu bringen. VfL Trainer
Frankie Pagelsdorf meinte später, dass der Einsatz
zwar stimmte, aber es zu diesem Zeitpunkt keinen konstruktiven
Spielaufbau gegeben habe. Das ermöglichte dem KSC
mit überraschend geringem Einsatz und mäßig
dosierter Laufbereitschaft relativ schnell dem Lila-Weißen
Angriffschwung den Gar ausmachen.
Mit blitzschnellen und brandgefährlichen Kontern
düpierten die Badener in der Folgezeit ein ums
andere Mal die "Swamp-City" Viererkette, und
schließlich fiel dann auch in der 22. Minute der
verdiente Führungstreffer der Karlsruher. Der quirlige
Ivan Saenko setzte sich nach einem Fehler von Joe Enochs
im eins zu eins Duell gegen den diesmal längst
nicht so sicher agierenden Sven Scheuer durch und schob
den Ball zum 0:1 in die Maschen. Nach diesem Rückstand
kamen die Osnabrüker bis zur Halbzeitpause zwar
wieder etwas besser ins Spiel, erkämpften sich
auch einige kleine Torgelegenheiten, bissen sich aber
im großen und ganzen an der gut gestaffelten Badenser
Defensive die Kauleisten aus. Zur Pause konnte man also
nichts gutes für die zweiten 45 Minuten erwarten,
zu souverän trumpften die Spieler von KSC-Trainer
Lorenz Günther Köstner auf.
Doch was keiner zu glauben vermochte, wurde blanke
Realität. Der VfL kam wie verwandelt aus der Kabine.
Die lila gedressten Kicker krempelten bei unmenschlich
heißen Temperaturen ihre Trikots noch einmal weiter
nach oben und heitzten den Karlsruher in der zweiten
Hälfte kräftig ein. Es folgten Torchancen
im Minutentakt. Die größte Möglichkeit
bot sich dabei kurz nach Wiederanpfiff Arne Tammen.
Der Verteidiger war bei einer Freistoßflanke
vom jetzt ebenfalls auf Hochtouren funktionierenden
Guido Spork weit aufgerückt, und sein mächtiger
Kopfball verfehlte das Ziel nur um Millimeter, das schweißgetränkte
Leder klatschte an das Quergebälk. Es schien nur
noch eine Frage der Zeit zu sein, wann der zahlreich
erschienene Osnabrücker Anhang endlich den ersten
Heimspieltreffer bejubeln konnte.
Doch mitten in die Sturm- und Drangphase hinein platzte
die nächste KSC Bombe. Wiederum Ivan Saenko, mit
dem VfL Captain Joe Enochs seine liebe Müh und
Not hatte, verwandelte in der 56. Minute einen Freistoß
zum zu diesem Zeitpunkt mehr als schmeichelhaften 0:2.
VfL Torhüter Sven Scheuer machte dabei eine alles
andere als glückliche Figur. Doch das die Osnabrücker
weiter im Rennen blieben, und bis zum Schluß auf
ihre ersten Heimpunkte hoffen durften, verdankten sie
dem kleinen Marcel Schied. Direkt im Gegenzug nahm er
einen Pass des ansonsten total neben sich stehenden
Guscinas auf, und schloß den Spielzug mit dem
Anschlußtreffer zum 1:2 ab.
In der letzten halben Stunde spielten dann eigentlich
nur noch die Lila-Weißen. Mit den eingewechselten
Toni Micevski, Christian Claaßen und Angelo Vier
bekam der Kick noch mal frischen Schwung, und beinahe
hätten die Zuschauer noch den Ausgleich bejubeln
dürfen. Gegen eine inzwischen dezimierte Karlsruher
Elf, Saenko sah wegen wiederholten Zeitspiels völlig
zurecht die gelbrote Karte, verpasste Micevski in der
88. Minute die riesen Chance zum Unentschieden. Er verfehlte
aus kürzester Distanz mit einem nicht mehr richtig
zu kontrollierenden Kopftoß das Tor des KSC. Das
wars dann aber mit der Osnabrücker Herrlichkeit!
Trotz enormer Leistungssteigerung im zweiten Durchgang
verlor der VfL sein erstes Meisterschafts-Heimspiel
gegen den Karlsruher SC mit 1:2. Trainer Pagelsdorf
zollte der Mannschaft trotz dieser Niederlage für
ihr engagiertes Spiel (in der 2. Halbzeit) bei diesen
extremen Temperaturen ein Kompliment. Beste Akteure
auf Seiten der Kicker von der Hase waren der Abwehrspieler
Jens Langeneke und Mittelfeldspieler Guido Spork.
Sollten die VfLer nächste Woche im tiefesten Bayernland
bei den wackeren aus Burghausen eine ähnlich couragierte
Leistung abliefern, können sie durchaus auf Punkte
hoffen. Wir drücken die Daumen!
Hier nun noch die übrigen Ergebnise: Rot Weiß
Oberhausen-LR Ahlen 1:3, Union Berlin-Energie Cottbus
0:1, Regensburg-Fürth 0:0, Nürnberg- Burghausen
2:0, Lübeck-Bielefeld 0:0, Unterhaching-Duisburg1:0,
VfL Osnabrück-Karlsruher SC 1:2, Trier-Aue 2:1
(gr) |