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BÖSE
BADEN GEGANGEN
SV Wacker Burghausen - VfL Osnabrück 4:1
Diesen Sonntagsausflug ins Grüne
hätte man sich aus Sicht des VfL Osnabrück
und der gut 300 Schlachtenbummler besser sparen können.
Die Kicker von der Bremer Brücke kamen bei SV Wacker
Burghausen vor 3.700 Besuchern arg unter die Räder,
und verloren auch in dieser Höhe völlig verdient
mit 4:1. Damit dürfte seit gestern auch dem letzten
Träumer klar sein, dass der Lila-Weiße Fußballexpress
in dieser Zweitliga-Saison nur ein Ziel haben kann,
nämlich den Klassenerhalt zu schaffen.
Von Beginn an präsentierten sich die Spieler von
Frank Pagelsdorf im Sportpark zu Burghausen merkwürdig
unsortiert in der Abwehr. Zahlreiche Abstimmungsfehler
und halbherziges Zweikampfverhalten luden die Burghausener
immer wieder zu gefährlichen Angriffen ein. Und
ehe man sich auf der Osnabrücker Seite versah,
stand es auch schon 1:0 für Wacker. In der 6. Spielminute
tankte sich auf dem linken Flügel der Burghausener
Mokhtari gegen den ihm freundlicher Weise Begleitschutz
gebenden Toni Micevski durch und flankte von der Grundlinie
in den Strafraum. Anstatt das der Ball dort von Arne
Tammen oder Marko Tredup geklärt wird, kommt der
quirlige Wacker-Stürmer Reisinger an das Spielgerät
und versenkt es mit einem Hechtkopfball zum 1:0. Goalie
Scheuer hatte nicht den Hauch einer Abwehrmöglichkeit.
Dabei sollte das Spiel nach der Überlegung von
Pargel ganz anders laufen. Mit einem offensiven 3-4-3
System wollte er die Oberbayern permanent unter Druck
setzten und zu spielentscheidenen Fehlern zwingen. Doch
dieses Konzept ging leider zu Beginn überhaupt
nicht auf. Der erste wirklich nennenswerte Vorstoß
der lila Boys resultierte aus der 21. Minute. Leider
verfehlte der Kopfball von Dimi Guscinas das Tor von
Uwe Gospodarek aber knapp. Doch diese Chance schien
so etwas wie ein "Hallo wach" Zeichen für
den VfL zu sein. Die Offensiv-Abteilung mit Benjamin
Schüßler, Marcel Schied und Dimi Guscinas
nahm fortan mehr und mehr am Spielgeschehen teil, und
erspielte sich mehrere gute Einschußmöglichkeiten.
Die größte Chance zum Ausgleich hatte dabei
in der 32. Minute Anel Dzaka. Nach einem brillianten
Dribbling von Schüßler glänzend in Szene
gesetzt, hatte er auf halblinker Position ungefähr
15 Meter vor dem Tor freie Schußbahn. Doch anstatt
die Pille mit Schmackes in die Maschen zu hauen, jagte
er die Kugel "meilenweit" in den heißen
Nachmittagshimmel von Burghausen. Mitten in diese "Sturm
und Drang" Phase hinein fiel dann aber das 2:0.
Wiederum nach einer tränigen Abwehraktion auf dem
Flügel kam der Burghausener Schmidt zum Flanken
und sein Ball fand im Sechzehner Wacker-Abwehrkollege
Frühbeis dessen Kopfball unhaltbar im Osna-Kasten
einschlug. Mit diesem Ergebnis gings kurze Zeit später
auch in die Kabinen.
Für die zweiten 45 Minuten hatten sich die Hasejungs
fest vorgenommen mehr Druck zu entfachen, wie Joe Enochs
später zu Protokoll gab. Und schau an, diesmal
war es nicht nur in der Theorie so, auch auf dem Platz
agierten Spork, Micevski, Schüßler und Co.
wesentlich zielstrebiger. Und bereits nach 10 Minuten
in der zweiten Hälfte gabs zählbares. Dimi
Guscinas erzielte mit einem 25 Meter Sonntagshammer
den Anschlußtreffer und brachte sein Team zurück
ins Spiel. Die VfLer gestalteten jetzt den Spielverlauf
mit und statt wie in der ersten Halbzeit nur zu reagieren,
agierten sie jetzt wie fleißige Arbeitsbienen.
Doch bei allen Bemühungen blieben die eklatanten
Abwehrschwächen unübersehbar. Es stockte einem
jedesmal der Atem, wenn Flanken in den "lila"
Strafraum flatterten. Es war fast schon etwas verwunderlich,
dass die Burghausener bis 11 Minuten vor Schluß
keinen weiteren Treffer erzielten. Doch dann kams richtig
dicke. Innerhalb von 60 Sekunden machten die Wackeren
klaren Tisch. Erst der Brasilianer Everaldo in der 79.
und dann Youssef Mokhtari eine Minute später verpaßten
den VfLern mit ihren Treffern zum 3:1 bzw. 4:1 den fußballerischen
Todesstoß. Die letzten Minuten waren dann nur
noch Schaulaufen. Die Osnabrücker waren nur noch
drauf bedacht, keinen weiteren Treffer zu fangen und
Burghausen spielte wie im Rausch, und war dem 5. Treffer
noch zweimal sehr nahe. Zum Glück blieb es aber
beim für Burghausen hochverdienten 4:1.
Die Osnabrücker Mannschaft war über die gesamte
Spielzeit in Burghausen nicht in Tritt gekommen und
kann sich noch glücklich schätzen nur mit
1:4 verloren zu haben. Vorallem in der Defensive klafften
erhebliche Lücken. Hier muß im Training schleunigst
von Frank Pagelsdorf angesetzt werden, sollen in den
kommenden Wochen Punkte für den Klassenerhalt eingefahren
werden. Die einzigen Spieler die am gestrigen Sonntag
Normalform erreichten waren Benjamin Schüßler
und Guido Spork. Doch das ist viel zu wenig! Hoffen
wir auf Besserung am nächsten Sonntag, wenn Aufstiegsaspirant
Mainz 05 seine Visitenkarten an der Bremer Brücke
abgibt.
Hier nun noch die übrigen Ergebnisse: Karlsruhe-Oberhausen
1:2, Duisburg-Regensburg 2:2, Lübeck-Unterhaching
0:2, Aue-Berlin 2:1, Bielefeld-Ahlen 3:0, Cottbus-Aachen
3:1, Fürth-Trier 4:2, Burghausen-Osnabrück
4:1
(gr) |