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Tadellose
Leistung
VFL Osnabrück - FSV Mainz O5 2:2
Der VfL Osnabrück
zeigte am gestrigen Sonntag Nachmittag an der heimischen
Bremer Brücke eine nahezu tadellose Leistung, und trotze
dem großen Ligafavoriten FSV Mainz O5 ein hochverdientes
2:2 Unentschieden ab. Mit ein wenig mehr Fortune und
etwas konzentrierterer Defensivarbeit kurz nach der
Halbzeitpause wäre vor knapp 12.000 Zuschauern im Osnabrücker
Fußballground sogar ein Sieg möglich gewesen.
Die Mannschaft des VfL Osnabrück präsentierte sich gegenüber dem Auswärtsauftritt letzte Woche in Burghausen wie ausgewechselt, und spielte nach einer etwas nervöseren Anfangsviertelstunde ihren Gegner aus Rheinland-Pfalz nahezu an die Wand. Trainer Frank Pagelsdorf nahm gegen Mainz die beiden wieder genesenen Defensiv-Spezialisten Sidney Santos de Brito und Mile Bosic in die Anfangsformation, dafür mußten sich Arne Tammen und Toni Micevski vorerst mit der so ungeliebt, harten Auswechselbank anfreunden. Vielleicht bediengt durch diese Umstellungen wirkte die Hintermannschaft des VfL zu Anfang des Spiels etwas unsortiert und fing sich bereits nach 7 Minuten das erste Mainzer Gegentor. Der Lila-Weiße Abwehrstratege Mile Bosic nahm im eigenen Strafraum den Ball so ungeschickt mit der Hand mit, dass Schiedsrichter Scheppe gar nichts anderes übrig blieb, als auf den ominösen weißen Punkt elf Meter vor dem Tor zu zeigen. Unter dem lautstarken Jubel von etwa 600 mitgereisten Mainzelmännchen drosch Thurk die Kugel eiskalt in die Tormaschen. Doch jetzt trat bei den Osnas etwas ein, was man so in dieser jungen Spielzeit noch nicht gesehen hatte. Anstatt sich geschockt und gelähmt vom frühen Rückstand zu präsentieren, drehten die Hasejungs richtig auf, und brachten die Mainzer mit tollem Offensiv-Fußball ein ums andere Mal in größte Verlegenheit. Vorallem der im zentralen Mittelfeld spielende Guido Spork avancierte in dieser ersten Hälfte zum alles überragenden Kicker. Immer wieder kurbelte er die Offensivbemühungen an, und hatte somit auch größten Anteil am schnellen Ausgleich in der 14. Minute. Er flankte nach einer bereits abgewehrten Offensivaktion das Leder erneut scharf in den Mainzer Strafraum, wo sich zum Jubel der vielen Lila-Weißen Schlachtenbummler deren Abwehrspieler Jürgen Kramny als sehr freundlich erwies, und den Ball in das von Dimo Wache sonst glänzend gehütete Mainzer Tor schob. Nicht müde werdend setzten Schüßler, Spork und die ganzen anderen Strategen mit teilweise begeisterndem Kombinations-Fußball nach, und der Erfolg stellte sich auch noch prompt vor der Pause ein. Mit einem Tor des Monats, alles andere wäre maßlos untertrieben, erzielte Anel Dzaka in der 38. Minute den 2:1 Führungstreffer. Er nahm im Mainzer Strafraum eine Flanke von der rechten Außenbahn im Fallen mit der Hacke direkt ab, und versenkte die Pille zum zweiten Mal in der Torbude. Der Jubel bei Trainer Pagelsdorf und den tausenden Fans kannte keine Grenzen. So ein Wahnsinnstor hatte die Bremer Brücke schon seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen. Kurze Zeit später verabschiedeten sich die Teams für 15 Minuten in die Kabinen. In der zweiten Halbzeit gings leider wieder so los, wie wir es in der ersten auch schon erlebt hatten. Die Hintermannschaft der Lila gedressten war irgendwie noch nicht ganz auf dem Platz, und ehe sich alles geordnet hatte, stand es schon 2:2. Der gerade eingewechselte Gerber stand nach einem blitzgescheiten Pass von Azaouagh völlig frei vor VfL Schlussmann Sven Scheuer, und hatte seinerseits keine Mühe diesen zu umkurven und den Ausgleichstreffer zum 2:2 zu erzielen. Die Osnabrücker zeigten sich wiederum nur wenig geschockt, und versuchten mit druckvollem Angriffs- und Kombinationsfußball das Match noch für sich zu entscheiden. Doch die erste Hälfte hatte sehr viel Kraft gekostet, und es verwunderte daher nicht, das der Spielfluß aus dem ersten Durchgang nicht mehr ganz so aufkam. Dennoch hätte der Lila-Weiße Siegtreffer bei etwas mehr Konzentration von Harun Isa noch fallen können, ja sogar müssen. Leider vergab Hartmut in der 69. Minute aber allzu fahrlässig diese Großchance. Trotz vieler weiterer Anstrengungen blieb es am Ende beim für Mainz glücklichen 2:2. So schwang dann am Ende auch etwas Erleichterung im Kommentar vom Mainzer Trainer Jürgen Klopp mit, als er zu Protokoll gab, dass sein Team schon besser gespielt hätte.
Die Mannschaft des VfL Osnabrück kann sich bis auf
ihre Unkonzentriertheiten zu Beginn der beiden Halbzeiten
eigentlich nichts vorwerfen lassen. Überragende Spieler
waren beim VfL einmal mehr Guido Spork, der unter seinem
neuen Coach Frank Pagelsdorf endlich die Diskrepanz
zwischen Anspruch und Wirklichkeit zu überwinden scheint,
und der Kunsttorschütze Anel Dzaka. Weitere Fleißnoten
verdienten sich Jens Langeneke, Marcel Schied und Marko
Tredup. Tritt die Mannschaft am nächsten Wochenende
ähnlich kompakt und spielfreudig im DFB-Pokal gegen
Hansa Rostock auf, muß dem VfL Fan um sein Team nicht
bange sein. Eine Überraschung wäre durchaus im Bereich
des möglichen.
Hier nun alle Ergebnisse des vierten Spieltags: Ahlen-Karlsruhe
1:2, Regensburg-Lübeck 0:4, Oberhausen-Burghausen 1:2,
Unterhaching-Bielefeld 1:0, Berlin-Fürth 3:0, Aachen-Aue
1:0, Trier-Duisburg 1:1, Osnabrück-Mainz 2:2
(gr) |