| Der
erste Heimsieg ist vollbracht
VFL OSNABRÜCK - SPVGG UNTERHACHING 2:1
Na endlich! In den Zeiten der Trainer Ultimaten (Stevens,
Jara, Votava, Kuntz, Peter usw.)gehen die Spieler des
VFL Osnabrück andere Wege, und siegen bevor es
zu solch akut bedenklichen Aktionen kommen kann. Nach
90 durchweg spannenden aber selten hochklassigen Minuten
erkämpften sich die Lila Weißen Boys einen
hauchdünnen 2:1 Heimerfolg gegen Mitaufsteiger
Spvgg Unterhaching. Vor gut 10.000 Zuschauern erlöste
Mittelfeldspieler Benjamin Schüßler seine
Teamkollegen und Trainer Frank Pagelsdorf in der Schlußminute
mit dem glücklichen aber nicht unverdienten Siegtreffer.
Noch
bevor die Partie bei trüben Nieselwetter begann,
gab es schon die ersten Überraschungen. Sowohl
Toni Micevski als auch Christian Claaßen standen
an diesem Tage in der Startformation des VfL und verdrängten
die etatmäßigen Kräfte Benjamin Schüßler
und Sidney Santos de Brito ersteinmal auf die Ersatzbank.
Frank Pagelsdorf löste also einmal mehr mit seinen
Personalentscheidungen so manche Verwunderung bei den
Fans an der Bremer Brücke aus.
Das Spiel war noch nicht einmal 10 Minuten alt, der
VfL hatte bis dato leichtes spielerisches Übergewicht,
da klingelte es wiedereinmal in der von Timo Ochs gehüteten
lila-weißen Bude. Nach einer von Francisco Copado
scharf hereingeschlagenen Freistoßflanke köpfte
Jan Seifert aus 5 Metern ziemlich unbedrängt zur
1:0 Führung für die Münchener Vorstädter
ein. Christian Claaßen machte bei diesem Gegentor
keinen allzu glücklichen Eindruck, ließ er
doch den kopfballgefährlichen Seifert sträflich
ungedeckt. Es dauerte eine ganze Weile, bis sich der
VfL Osnabrück von dem frühen Rückstand
erholte, und wieder mit schnellen Angriffen für
Gefahr auf das Hachinger Tor sorgte.
Ab
der 20. Minute ca. versuchten vor allem 2 Spieler die
Bemühungen des VfL zu forcieren. Guido Spork und
Anel Dzaka krempelten in dieser Phase beispielhaft die
Ärmel hoch und zeigten unermüdlichen Einsatzwillen.
Nach und nach drängten die Spieler aus Osnabrück
ihre Widersacher aus Bayern in deren eigene Hälfte
zurück, und sorgten mit Disatanzschüssen für
einige Gefahr.
In der 26. Minute mußte der junge Hachinger Torwart
Heerwagen sein ganzes Können aufbieten, um einen
14 Meter Distanzschuß von Anel Dzaka auf Kosten
einer Ecke zu entschärfen. In der 37. Minute hatten
die 10.000 Besucher den Torschrei schon auf den Lippen.
Nach einer Ecke von dem ansonsten über weite
Strecken der Partie enttäuschenden Toni Micevski
wurde der Kopfball von Copado Bewacher Gledson in aller
letzter Sekunde von einem Abwehrspieler von der Hachinger
Torlinie gekratzt. Es war zum Haare raufen! Das Spiel
schien mal wieder seinen VfL typischen Gang zu nehmen.
Zahlreiche gute Chancen werden fahrlässig ausgelassen,
womit der Gegner mit Minimalaufwand zu Punktgewinnen
kommt. Doch als wollten uns die Kicker eines besseren
belehren, fiel in der 44. Minute dann doch noch der
längst verdiente Ausgleichstreffer. Nach einem
"Luftloch" von Spork und einem "Querschläger"
von Joe Enochs kam der Ball zu Anel Dzaka, der Goalie
Heerwagen mit einem Lupfer in die lange Torwartecke
keine Chance ließ. Die Freude über den Ausgleichstreffer
war riesig. Mit diesem 1:1 gings in die Halbzeitpause.
Nach dem Wechsel machte der VfL Osnabrück mächtig
Druck, und wollte mit aller Macht die 2:1 Führung
erzielen. In der 48. Spielminute bot sich dazu dann
auch eine riesengroße Chance, doch im Anschluß
an eine Ecke strich der 15 Meter Distanzschuß
von Anel Dzaka Zentimeter am linken Torpfosten vorbei.
Das hätte eigentlich die Führung sein müssen.
Die Hachinger konnten sich in den ersten 20 Minuten
des zweiten Spielabschnitts nur noch gelegentlich aus
ihrer eigenen Hälfte befreien, zu groß war
der Druck der VfLer. Doch anstatt diese Situation mit
einem Tor zu krönen, verpuffte ab der 65. Minute
das Match immer mehr, und wurde nur selten noch Zweitliganiveau
gerecht. Das lag zum einen daran, dass die Münchener
Vorstädter nicht so recht konnten, da ihr offensivstärkster
Mann Copado von Gledson total abgemeldet wurde, und
zum anderen agierten die Osnabrücker im Spielaufbau
viel zu häufig mit der Brechstange. Der inzwischen
eingewechselte Benjamin Schüßler war der
einzige, der ab und an mit Einzelaktionen das Unterhachinger
Tor in Gefahr brachte. Doch abgesehen von einem Kopfball
des schwachen Berberovic in der 79. Minute mußte
der Gästegoalie nichts Schlimmes befürchten.
Als sich beide Teams mit dem 1:1 Unentschieden anzufreunden
schienen, kam das diese Saison schon so oft herbeigesehnte
Glück doch noch zum Lila-Weißen Traditionsverein.
Quasi wie aus heiteren Himmel fiel nach glänzender
Vorarbeit von Anel Dzaka das vielumjubelte 2:1. Kein
anderer als Benjamin Schüßler schob das Leder
eiskalt aus 5 Metern ins lange Torwarteck. Das war der
Hachinger K.O., denn kurze Zeit später pfiff Schiri
Jansen die Partie ab.
Der VfL Osnabrück bot in seinem fünften Heimspiel
die vielleicht schlechteste spielerische Leistung, doch
im Gegensatz zu den vorausgegangen Partien blieben die
3 Punkte diesmal an der Bremer Brücke. Mit diesem
Erfolgserlebnis schaffte das Team von Frank Pagelsdorf
in der Tabelle den Anschluß an das Mittelfeld.
Mit einem weiteren Erfolg am nächsten Sonntag in
Regensburg könnte die Mannschaft sogar nach langer
Zeit die Abstiegsränge wieder verlassen.
Hier nun die übrigen Ergebnisse: Nürnberg-Regensburg
3:2; Burghausen-Aue 2:0; Oberhausen-Lübeck 3:3;
KSC-Fürth 1:0; Aachen-Trier 2:0; Berlin-Bielefeld
1:0; Ahlen-Duisburg 2:3; VfL-Unterhaching 2:1
(gr) |