| Niederlage
in Regensburg
Jahn Regensburg - VfL Osnabrück 1:0
In einer schwachen Partie, die keinen Sieger verdient
hatte, unterlag der VfL Osnabrück Jahn Regensburg
mit 0:1. Die Lila-Weißen schenkten die Möglichkeit,
sich ins Mittelfeld der Tabelle abzusetzen, leichtfertig
her. Man wird in den nächsten Wochen kaum mehr
auf einen derartig schwachen Gegner wie die Regensburger
treffen. Der VfL rettete mit der Niederlage dem umstrittenen
Jahn-Coach Ingo Peter vorerst den Job- das jedoch konnte
nicht das Ziel der Mission gewesen sein.
Der Regensburger an sich ist ein typischer bayerischer
Grantler. Bereits vor der Partie konnte man allerorten
hören: „Mit der Aufstellung packen mers nimmer!“
Viel zu defensiv, mit zu vielen ungeliebten ehemaligen
Nürnbergern im Team, ohne Carsten Keuler- alles
das passte den Zuschauern nicht. Das „Granteln“
nahm im Verlauf der Partie immer mehr zu, regelmäßig
wurde die Demission von Ingo Peter gefordert. Im Gegenzug
verzichteten die Regensburger fast völlig auf die
Anfeuerung ihres Teams. So waren über weite Strecken
fast ausschließlich die mitgereisten 200 Osnabrücker
Fans zu hören.
Diese sind zu bedauern, da sie 1.100 Kilometer auf
sich nahmen, um einen Kick zu sehen, der auf schwachem
Regionalliganiveau stand. Diejenigen Osnabrücker
jedoch, die bereits Tage vorher angereist waren und
die Gelegenheit nutzten, sich Regensburg intensiv anzuschauen,
waren ein wenig zufriedener. Ein Besuch der alten Stadt
ist zu empfehlen. Häuser, Tore und Brücken
künden von einer stolzen und ruhmreichen Vergangenheit.
Die Gegenwart jedoch ist auch in Regensburg eher trist.
Dem VfL ist zum Vorwurf zu machen, das zunächst
völlig verunsicherte Team des Jahn nicht ausreichend
unter Druck gesetzt zu haben. Die Fehlerquote bei den
Süddeutschen war immens, nur selten lief der Ball
über mehr als drei Stationen. Auch Torhüter
Peter Martin schloß sich beispielhaft dieser Verunsicherung
an. So ließ er in der Anfangsphase ein harmlose
Rückgabe ins Aus gehen und segelte kurz darauf
an einer Flanke vorbei. Als der Keeper jedoch merkte,
dass der VfL-Sturm eher ein laues Lüftchen war,
wurde er –wie der Rest des Teams- zunehmend sicherer.
Chancen konnten sich die Bayern dennoch kaum erarbeiten.
Dieses
lag zum einen an der destruktiven und technisch schwachen
Spielweise des Jahn und zum anderen an der überragenden
Leistung des Osnabrückers Gledson. Im Alleingang
entschärfte der „brasilianische Zehnkämpfer“
die Angriffsversuche der Bajuwaren. Kamen die Regensburger
mit einer Standardsituation doch einmal vor das Osnabrücker
Tor, so entschärfte der sichere Timo Ochs diese
Torgelegenheiten. Da in der ersten Halbzeit auch Marko
Tredup auf der rechten Seite sowie Jens Langeneke einen
guten Job machten und lediglich Sidney mit einer schwachen
Leistung abfiel, brannte in der Defensive nichts an.
Als Gledson jedoch mit einem Schlag auf den Oberschenkel
ausfiel, war es um die Sicherheit in der Hintermannschaft
geschehen. Zur Halbzeit war bereits Berberovic für
Sidney gekommen, für Gledson kam dann der unauffällige
Bozic. Marko Tredup wechselte auf die linke Seite und
konnte nicht mehr die entsprechenden Impulse geben.
Jens Langeneke wurde nun unsicherer und produzierte
mehrere Abspielfehler. In dieser Phase habe „man
um das Gegentor gebettelt“, so Frank Pageldorf
später. Die stärkeren Spieler wurden bereits
genannt, im Mittelfeld und in der Offensive herrschte
in der Regel ein grausiges Gewürge und Geholze
vor.
Guido Spork konnte das Heft nicht in die Hand nehmen,
Anel Dzaka ging völlig unter und Kapitän Joe
Enochs war ebenfalls von der Rolle. Im Offensivbereich
mühte sich Benjamin Schüßler wie üblich
und ging weite Wege. In der Rückwärtsbewegung
eroberte er gut einige Bälle, nach vorne war Schüßler
abgemeldet.
Dieses galt auch für Marcel Schied, der in enge
Bewachung genommen wurde und somit lediglich zu zwei
Kopfballgelegenheiten kam. Als Totalausfall entpuppte
sich Dimitrijus Guscinas, der zu keiner Phase des Spiels
Bindung zu seinen Mitspielern fand und keinen Zweikampf
gewann, geschweige denn sich eine Torgelegenheit erarbeitete.
Erst spät wurde für ihn Angelo Vier eingewechselt,
der in der Schlussphase aber auch nicht mehr zum Zuge
kam.
(gr) |