| VFL
Osnabrück - Eintracht Trier 3:0
Dem VfL Osnabrück gelang gegen Eintracht Trier
ein wichtiger Heimsieg nach Maß. Durch das 3:0
gegen das Team von Paul Linz konnten die Lila-Weißen
erstmals nach dem 3. Spieltag die Abstiegsränge
verlassen. Nicht nur das deutliche Ergebnis stimmte
die 11.000 Zuschauer im stimmungsvollen Stadion an der
Bremer Brücke froh- auch die Leistung aller Osnabrücker
Akteure war aller Ehren wert.
Die Fans, die in der Vorwoche den weiten Weg nach Regensburg
angetreten hatten, erkannten ihrem VfL von Spielbeginn
an nicht wieder. Nichts war mehr zu spüren von
den Unsicherheiten, der Sturmflaute und den Mittelfeldproblemen,
die die Beobachter den Osnabrückern attestieren
mussten. Gegen Trier jedoch zeigten die Lila-weißen
das, was der deutsche Nationaltorhüter unlängst
recht offen für sein Team gefordert hatte.
Frank Pageldorf hatte aus der schwachen Leistung in
Süddeutschland Konsequenzen gezogen, verbannte
Guido Spork von Beginn an auf die Bank und brachte mit
Angelo Vier und Christian Claaßen, der erst zum
zweiten Male in der Anfangsformation stand, neue Leute
für die Offensive. Der Fußballlehrer begründete
die Maßnahme später damit, dass er Risiko
gehen wollte.
Dieses Risiko habe sich gelohnt. In der Tat zeigten
die beiden frischen Kräfte ein gutes Spiel. Christian
Claaßen erzielte den wichtigen Führungstreffer
und freute sich nach der Partie, dass er damit der Mannschaft
sehr helfen konnte. Nach zwei Verletzungspausen sei
er wieder richtig fit und erhalte durch sein erstes
Saisontor Auftrieb. Auch der Einsatz von Angelo Vier
für den formschwachen Guscinas zeigte Wirkung:
Der kantige Angreifer machte eines seiner besten Spiele
im lila-weißen Dress, sorgte in der Offensive
für Unruhe, verteilte klug die Bälle und hatte
zudem etliche gute Szenen in der Defensive.
Paul Linz, der in Osnabrück noch immer zahllose
Freunde hat, zeigte sich nach der Partie geschockt vom
Auftritt seiner Mannschaft. Nur über 20 Minuten
habe man gesehen, wie das Team spielen könne. Für
die nächsten Wochen kündigte er an, nunmehr
die Zügel anziehen zu wollen. Er habe sich lange
genug vor seine Mannschaft gestellt, nun werde die Mannschaft
einen anderen Paul Linz kennenlernen, den „fiesen“
Paul Linz. Er wünschte den Spielern ironisch „viel
Spaß dabei“.
In
der Tat liessen die Spieler aus der alten Römerstadt
vieles vermissen. Namen wie Harry Koch, Hasan Vural,
Markus Lösch, Rudi Thömmes und Nico Patschinski
deuten darauf hin, dass die erfahrene Mannschaft ein
ordentliches Potential hat. An der Bremer Brücke
riefen sie dieses glücklicherweise nicht ab. Harry
Koch beispielsweise, der immerhin mit dem 1. FC Kaiserlautern
Deutscher Meister war, fiel lediglich durch ein Foulspiel
auf, welches mit der gelben Karte geahndet wurde.
Durch die starke VfL-Defensive, in der der sichere
Timo Ochs, die starken Jens Langeneke, Gledson, Marko
Tredup und Dzemal Berberovic nur selten etwas anbrennen
liessen, erarbeiteten sich die Trierer kaum Chancen.
Im Mittelfeld waren sie den Osnabrückern ebenfalls
unterlegen, in der Abwehr teilweise ein Torso. Paul
Linz verwandte später vielsagend den Begriff „Hühnerhaufen“.
Da
die Trierer mit 24 Gegentreffern die schwächste
Abwehr der Liga besitzen, war das Spiel für Marcel
Schied wie gemalt. Immer wieder wurde der quirlige Angreifern
von Anel Dzaka, Joe Enochs, Benjamin Schüßler
und Co. schön in Szene gesetzt, erarbeitete sich
zahlreiche Chancen und erntete mit zwei Treffern den
Lohn seines engagierten Auftritts. Mit jetzt sieben
Saisontreffern ist er den erfolgreichsten Torjägern
der Liga nah auf den Fersen. Durch den Powerfußball
ihres VfL waren die Fans bester Dinge.
Die Ostkurve nutzte diese schöne Stimmung zu einer
wunderbaren Aktion. Immer wieder schallte ein langegezogenes
„Vaueeefffflllllll“ durch das Stadion, die
Nord- West- und Südtribüne antwortete jeweils.
Dieses „VfL-Echo“ bereichert die Stimmung
ungemein und verdient noch zahlreiche Wiederholungen.
Insgesamt war es ein schöner Fußballabend,
der den Hoffnungen auf einen souveränen Klassenerhalt
erneut reichlich Nahrung gab.
(gr) |