| Arminia
verprügelt VFL
Arminia Bielefeld - VFL Osnabrück 5:0
Der VfL Osnabrück erlebte beim 0:5 auf der Bielefelder
Alm ein Debakel, welches wohl noch lange als dunkler
Fleck in einschlägigen Chroniken erscheinen wird.
Den mitgereisten Osnabrückern verschlug das Auftreten
der Lila-Weißen zeitweise die Sprache. Es ist
sicherlich möglich, auswärts nach ordentlichem
Kampf (Beispiel Nürnberg, Berlin) zu verlieren.
Auch
ein 0:1 in Regensburg ist trotz schwacher Leistung als
„Ausrutscher“ verzeihlich. Doch so wie in
Bielefeld darf ein Osnabrücker Team ganz ohne Zweifel
nicht auftreten. In Derbys ist Kampf angesagt, keine
Selbstaufgabe.
Dieses 0:5 wird noch lange in den Köpfen der Osnabrücker
Fans herumspuken. Die Fans waren das einzig bundesligataugliche
Element, welches der VfL an diesem Abend vorzuweisen
hatte.
Tausende hatten sich aufgemacht, um ein emotionsgeladenens
Derby voller Kampf, Rasse und Klasse zu sehen.
Zu Beginn der Partie hatten die Osnabrücker Fans
auf der traditionsreichen Bielefelder Alm Heimspielatmosphäre
herbeigezaubert.
Im Laufe der Partie machten sich zwar die Bielefelder
unter den 17.000 Zuschauer verständlicherweise
besser bemerkbar, dennoch unterstützten die fantastischen
Osnabrücker Fans mit einem Support, der aller Ehren
wert war, das Team sogar noch nach dem 0:3! Respekt!
Zunächst
hatte der VfL über gut zwanzig Minuten akzeptabel
mitgespielt. Bis zum 1:0 durch ein Schreckgespenst namens
Marco Küntzel (der bis dahin lediglich zwei Saisontore
erzielt hatte) waren die Lila-Weißen sogar die
bessere Mannschaft. Als dann umgehend eben dieser Küntzel
das 2:0 erzielt hatte, brachen alle Dämme.
Fortan wollte niemand mehr etwas mit dem unangenehmen
Toreschießer zu tun haben. Folgerichtig konnte
der Angreifer noch zwei weitere blitzsaubere Treffer
erzielen. Die völlig indisponierte Osnabrücker
Innenverteidigung mit Jens Langeneke und Gledson, der
besonders beim 3:0 schlecht aussah, war nicht mehr Herr
der Lage.
Da auch die Außenverteidiger Marko Tredup und
vor allen Dingen Deniz Dogan einen schwarzen Tag erwischten,
konnten die Ostwestfalen die Osnabrücker Abwehr
nach Belieben durcheinanderwirbeln.
Ein
zwei Tricks, eine gute Flanke - schon brach die lila-weiße
Defensive zusammen wie ein Kartenhaus. In diesem Zusammenhang
ist auch einmal ein Lob an die Bielefelder Arminia angezeigt.
Das Team, das in den letzten Wochen wahrlich nicht überzeugt
hatte, zeigte Charakter, Spielfreude und Torgefährlichkeit
und ist in dieser Verfassung sicherlich ein Aufstiegskandidat.
Die starken Außen Vata und der gegenüber
seiner Osnabrücker Zeit deutlich verbesserte „Shaggy“
Owomoyela zeigten, wie einfach Fußball sein kann.
Die dazu notwendigen Mittel hatten sich jedoch offenbar
noch nicht bis nach Osnabrück herumgesprochen.
Abgesehen davon, dass das Osnabrücker Mittelfeld
de facto nicht auf dem Platz war und selbst einfachste
Pässe nicht ankamen, waren im Sturm Marcel Schied
und Addy Menga völlig wirkungslos. Um auswärts
bestehen zu können, sind bestimmte Tugenden gefragt,
die der VfL derzeit offenbar nicht abrufen kann.
Nach dieser bitteren "Klatsche" bleibt nur
zu hoffen, dass sich der VfL schnell von diesem Schock
erholt. Die Chance zur Rehabilitierung gibt es bereits
am kommenden Dienstag im Heimspiel gegen die formstarke
Elf von Rot-Weiss Oberhausen, die mit einem 3:1 Heimsieg
gegen den 1.FC Nürnberg vorübergehend auf
den zweiten Tabellenplatz geklettert ist.
(gr) |