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VFL
überwintert als Schlußlicht
VFL Osnabrück - RW Oberhausen 0:2
Die Winterpause kommt für den VfL Osnabrück
zur rechten Zeit. Nach drei mehr oder weniger deprimierenden
Niederlagen in Folge haben die Lila-Weißen nun die
Chance, das Geschehene zu verarbeiten und zum Rückrundenstart
mit frischen Kräften wieder anzugreifen. Derzeit
kann der VfL mit den stärkeren Mannschaften der Liga
nicht mithalten- diese bittere Erkenntnis mussten die
10.300 Zuschauer aus der Partie gegen Rot-Weiß Oberhausen
mitnehmen.
10.300
Zuschauer: In Anbetracht des Bielefeld-Fiaskos, welches
erst wenige Tage zurückliegt, eine sensationelle
Kulisse. Diesen Zuspruch der Osnabrücker Fans nahm
Präsident Dr. Rasch zum Anlass, den Osnabrücker
Fans für die Unterstützung zu danken. Trotz
des unbefriedigenden Tabellenplatz unter den ersten
vier der Zuschauertabelle zu stehen- das ist mehr als
bemerkenswert. Auch im Spiel gegen RWO unterstützten
die Anhänger ihren Verein, Unmutsäußerungen
blieben weitestgehend aus. Nach den zuletzt gezeigten
Leistungen, dem Verletzungspech und dem Auftreten der
stärksten Auswärtsmannschaft der Liga hatten
zahlreiche Fans nicht mit einem Sieg gerechnet.
Ihre Befürchtungen bestätigten sich über
90 Minuten. Die starken Oberhausener waren von den überwiegend
harmlosen Osnabrückern kaum zu gefährden.
In der gesamten Partie erspielten sich die Lila-Weißen
lediglich vier veritable Torchancen, die einmal mehr
nicht genutzt wurden. Ganz anders die Oberhausener:
Hatten sie ihre Gefährlichkeit in der Anfangphase
bereits angedeutet, so wurden ihre Bemühungen kurz
vor dem Halbzeitpfiff des sicheren Schiedsrichters Albrecht
belohnt. Der teilweise übermotivierte (Trainer
Andersen) Adrian Aliaj nutzte einen eklatanten Stellungsfehler
in der neuformierten Hintermannschaft des VfL und erzielte
einen herrlichen Treffer. Dass es danach schwer werden
würde, war allen klar. Die Konterstärke der
Oberhausener ist hinreichend bekannt; dieses Plus der
Ruhrpottler wird besonders bei eigener Führung
deutlich.
So
war es kaum überraschend, dass der eminent flinke
und torgefährliche Ouedraogo bei einem dieser schnellen
Vorstöße die Entscheidung erzielte. Philipp
Haastrup, der in der rechten Innenverteidigung spielte,
sah bei diesem Treffer, wie schon bei einer elfmeterreifen
Situation im ersten Spielabschnitt, nicht besonders
gut aus. Statt Haastrup war in gut informierten Kreisen
Ex-Nationalspieler Rene Schneider in der Startaufstellung
erwartet worden. Dieser jedoch saß 90 Minuten
nur auf der Bank.
Gegen die starken Ouedraogo, Aliaj und Velichkov hatten
auch die anderen Defensivkräfte Jens Langeneke,
Stefan Leimbrink und Marko Tredup ihre Probleme. Durch
die deutliche Überlegenheit der Oberhausener im
Mittelfeld kam es immer wieder zu gefährlichen
Situationen. Joe Enochs, Guido Spork und Anel Dzaka
konnten den Spitzenleuten vom Niederrhein nur selten
Paroli bieten. Guido Spork wurde bei einer fehlerhaften
Ballannahme in der ersten Halbzeit vom Publikum ausgepfiffen,
war in dieser Situation jedoch nicht wirklich schuldig,
da der aufgewühlte Rasen den Ball verspringen ließ.
Anel Dzaka ist weit von seiner bereits gezeigten Form
entfernt, es gelingt ihm derzeit nicht, die dringend
erforderlichen Impulse nach vorne zu bringen. In der
Offensive war Addy Menga wie schon in Bielefeld überfordert
und über die gesamte Spielzeit vollkommen abgemeldet.
Der achtfache Torschütze Marcel Schied wurde –wie
bereits vom Oberhausener Erfolgstrainer Jörn Andersen
angekündigt- in Sonderbewachung genommen. Gegen
den überragenden Hugo Costa bekam der Jungstar
keinen Stich. Costa zeigte eine Abwehrleistung der alten
Schule. Eisenhart, aber gar nicht mal unfair, immer
nah am Mann, stets hinter dem Angreifer- Karl-Heinz
Förster und Claudio Gentile hätten ihre Freude
an dem Oberhausener gehabt. Als weitere Offensivkraft
fungierte bis zur 66. Minute Benjamin Schüßler.
Dieser begann hochmotiviert und konnte die ansonsten
stets sattelfeste RWO-Abwehr mehrfach durcheinanderwirbeln.
In der zweiten Halbzeit, als kantige Angreifer beim
Stande von 0:1 gefragt waren, mussten Schüßler
und Anel Dzaka den in der Folgezeit wirkungslosen Christian
Claaßen und Angelo Vier weichen. Nach dem 0:2
hatten die Lila-Weißen zwar noch einige Torchancen,
Trainer Andersen hatte jedoch zu recht „keine
Angst“.
Auch Frank Pagelsdorf erkannte den Sieg der Oberhausener,
die „klar besser waren als wir“ neidlos
an. Kämpferisch konnte und wollte der Fußballlehrer
seinem Team jedoch keinen Vorwurf machen. Auf Verstärkungen
in der Winterpause angesprochen, teilte Pagelsdorf mit,
dass in dieser besonderen Situation die Verpflichtung
des ein oder anderen Spielers durchaus denkbar sei.
Auch Klubchef Rasch kündigte an, dass der Verein
im Rahmen seiner Möglichkeiten alles tun werde,
um den Klassenerhalt zu realisieren.
(gr) |