| Der
VfL Osnabrück hat in
der ersten Runde des DFB
Pokal nur ganz knapp eine große Überraschung verpaßt.
Die Mannschaft von Frank Pagelsdorf unterlag dem Fußballbundesligisten
Hansa Rostock erst im Elfmeterschießen unglücklich mit
4:5. Vor 10.000 Zuschauern verkaufte sich die Zweitligatruppe
über die gesamte Spielzeit absolut ebenbürtig, und hätte
mit ein bißchen mehr Dusel den Einzug in die zweite
Runde feiern können.
Doch wie heißt der ach so schön zu zitierende Fußballerspruch:
"Erst fehlte das Glück, und dann kam noch Pech
hinzu!"
Dabei hatte der Tag vor dem Spiel recht erfreulich
begonnen. Die Verantwortlichen der Lila-Weißen präsentierten
nämlich für viele etwas überraschend noch eine weitere
Neuverpflichtung für den Defensivbereich. Ab dem kommenden
Wochenende wird der 23 Jährige Dzemel Berberovic aus
Mazedonien den Abwehrverbund stabilisieren helfen.
Der Mazedonier hat bereits 6 Einsätze in der A-Nationalmannschaft
seines Landes hinter sich, und wird mit Sicherheit eine
Bereicherung für den VfL sein. Er unterschrieb bei den
"Brücken-Jungs" einen Einjahres-Vertrag, und
wird nach dieser Saison zu den Werkskickern nach Leverkusen
wechseln. Doch bis dahin gilt seine ganze Liebe der
Lila-Weißen Religion.
Nun zum Spiel. Die Osnabrücker
begannen die Partie sehr stürmisch und offensiv, ohne
allerdings richtig gefährliche Situationen heraufzubeschwören.
Es ergaben sich in der 12. und 14. Minute zwar kleinere
Chance für den VfL, doch Dogan und Guscinas scheiterten
jeweils am eigenen Zielwasser. Ab der 20. Minute kamen
die Männer von der Ostsee immer besser in die Partie,
und hatten mit Standartsituationen durch Plassnegger
und Hill "gute" Torchancen.
Doch Goalie Sven Scheuer strahlte zwischen den Pfosten
große Souveränität aus, und vereitelte neben diesen
2 Möglichkeiten auch noch die Einschußchance von Kientz
in der 29. Minute. Die letzten Minuten vor dem Halbzeittee
gehörten mehr und mehr den Rostockern, doch mit gutem
Stellungsspiel "retteten" sich die Pagelsdorf
Schützlinge mit einem 0:0 in die Kabinen. Ein großes
Lob konnte man zu diesem Zeitpunkt bereits Jens Langeneke
zollen, der den "Superstürmer" Martin Max
vollkommen auf Eis legte.
Im zweiten Durchgang entwickelte sich der Kick in kürzester
Zeit zu einem richtigen Schlagabtausch. Die erste Chance
hatte dabei Rostock, doch war diese Möglichkeit ein
dankbarer Ball für Scheuer. Wenige Minuten später schlugen
die Osnabrücker zurück. Erst scheiterte Schied mit einem
Schuß auf das leere Tor, und dann bringt Dzaka wieder
ein Kunstück fertig.
Diesmal versenkte er aber nicht auf spektakuläre Weise
die Pille in den Maschen, sondern schafft es, das runde
Spielgerät aus kürzester Distanz über das Tor zu schaufeln.
Das war nicht einfach!!! Kurz danach war Rostock wieder
am Drücker, und der VfL konnte von Glück sagen, dass
Arvidson zu genau zielte und den Ball an den Pfosten
setzte.
Nach einem weiteren Aluminiumtreffer der Hanseaten
sieben Minuten später, übernahm die letzten 20. Minuten
der VfL das Spielgeschehen wieder mehr in die Hand,
doch fanden die Offensivbemühungen meist an der Strafraumgrenze
ein Ende. Da es nach 90 Minuten immer noch 0:0 stand,
kam also, was kommen mußte! Dieser zu jeder Zeit spannende
Pokalfight ging in die Verlängerung.
Es waren gerade wieder 2 Minuten gespielt, da hätte
Martin Max fast sein Tor gemacht. Doch er schoß aus
sehr aussichtsreicher Position über das von Sven Scheuer
gehütete Tor. Durch diese Aktion scheinbar etwas gelähmt,
verloren die Osnas immer mehr den Faden, doch mit guter
Abwehrleistung und großem kämpferischen Einsatz erzwangen
sie das Elfmeterschießen. Als Tor wurde das Gehäuse
vor der Ostkurve ausgelost. Eigentlich sollte dies ein
gutes Omen sein, doch gleich der erste Schütze des VfL
verschoß.
Guido Spork setzte das Leder leider ein wenig zu hoch
an, so dass die Kugel über den Kasten flog. Rene Rydlewicz
machte seine Sache da schon besser, und traf zum 0:1
für Hansa Rostock. Dann traf Guscinas zum 1:1, bevor
Martin Max wieder auf 1:2 erhöhte. Als dritter VfL Schütze
trabte Toni Micevski zum Elfmeterpunkt und versenkte
den Ball ganz cool in den Maschen.
Doch die Freude wehrte nur kurz, da Schultz für Rostock
ebenfalls erfolgreich war.
Arne
Tammen ließ sich allerdings auch nicht die Butter vom
Brot nehmen und glich zum 3:3 aus. Als Lantz für Rostock
und Dogan für den VfL ihre Arbeit ebenfalls erfolgreich
erledigt hatten, war es nun an Persson Hansa Rostock
in die nächste Runde zu schießen.
Er verlud Scheuer eiskalt, und ließ damit beim
VfL Osnabrück den Traum einer Pokalüberraschung
wie eine Seifenblase platzen.
Doch an der Bremer Brücke sollte niemand traurig sein.
Mit dieser abgelieferten Leistung kann man ruhigen Gewissens
eine Partie gegen einen höherklassigen Klub verlieren.
Dieses Spiel hat große Hoffnung auf den Klassenerhalt
in der zweiten Liga geweckt, auf den sich die Kicker
jetzt intensiv konzentrieren können.
(gr) |