| Der
Bochumer Vollblutmusiker Herbert Grönemeyer hat
bei seinem Konzert in der Arena “Auf Schalke“
gut 60.000 Menschen schier in Ekstase versetzt. Obwohl
Herbie seit Monaten tagtäglich von einem Konzert
zum anderen reist, wirkte er kein bisschen müde
oder ausgepumpt. Ganz im Gegenteil. Er genoß die
Ovationen die ihm bei seinem ersten Auftritt in der
Arena entgegengebracht wurden und gab sie auf seine
Art mit einem grandiosen Konzert zurück.
Es
war alles hergerichtet als der Wahl-Londoner gegen 20.30
Uhr die Bühne betrat. Das Wetter hätte nicht
besser sein können, das Dach der gigantischen Multifunktionsarena
war für eine bessere Akustik geschlossen worden
und die Zuschauer ließen die laola Welle durchs
weite Rund schwappen. Die Blicke galten nur noch einem:
Herbert Grönemeyer!
Wie
Phoenix aus der Asche tauchte der Ruhrpottler plötzlich
in der Mitte der Schalke-Arena auf, um sich dann singend
auf dem "Laufsteg" gen Bühne vorzuarbeiten.
Dort erwartete ihn, noch hinter einem Vorhang verborgen,
seine Band. Es gab einen großen Knall, Feuerwerk
schoss in die Luft und die Trennwand fiel. Es war der
Startschuss für einen ganz großen Abend.
Ein
Hit folgte dem anderen. Das Repertoire reichte von den
Straßenfegern "Bochum", "Was soll
das", "Alkohol" und "Männer"
bis hin zu dem neuen Material "Mensch", "Neuland"
und "Der Weg". Herbie traf mit seiner Show,
seiner Songauswahl und seinen kurzen prägnanten
Ansagen ( "Danke, Danke, Danke, grandios")
genau den Nerv seiner Fans. Und die waren in allen Altersschichten
vertreten.
Mama
und Papa waren mit ihren Kindern genauso Augenzeuge
wie frisch verliebte Pärchen. Grönemeyer ist
die perfekte Schnittmenge für viele Generationen
und Musikrichtungen. Fast jeder kann sich in irgendeiner
Form mit diesem Mann identifizieren. Und das zeigte
sich auch in Gelsenkirchen.
Nach
gut einer Stunde Konzert war das passiert, wovon wohl
jeder Musiker in seiner Karriere träumt. Grönemeyer
konnte nicht weitersingen. Aber nicht weil er seinen
Text vergessen hatte oder keine Stimme mehr hatte, nein,
die Halle stand ganz einfach Kopf. Es herrschte so ein
immenses Spektakel, dass Herbie nicht mehr gegen den
"Lärmpegel" ankam.
Die
Zuschauer waren vor Begeisterung so dermaßen außer
sich, dass die von ihnen initiierte mexikanische „La
Ola“ das Konzert knapp 10 Minuten "lahmlegte".
Das einzige was Herbert übrig blieb, war, sich
für diese Zeit auf die Bühne zu setzen, den
Kopf zu schütteln und immer wieder das Wort "Wahnsinn"
Richtung Himmel zu stoßen.
Nach
diesem angenehmen "Zwischenfall" ging es wieder
in die Vollen. Es folgte eine Ladung Musiksalven, die
sich gewaschen hatte. "Vollmond", "Chaos",
"Fanatisch", "Bleibt alles anders"
und "Viertel vor" ließen das Blut der
Fans weiter anschwellen.
Nach
einer kleinen Auszeit kam Herbie wieder auf die Bühne
zurück und spielte insgesamt noch 3 Zugaben. Hier
wurde dann alles reingepackt, was zuvor noch nicht besungen
worden war. Es wurde ein grandioses Abschlußmedley
mit "Mambo", "Demo", "Lache,
wenn es nicht Weinen reicht", "Halt mich",
"Letzte Version", "Flugzeuge im Bauch"
und "Deine Liebe klebt".
Nach
knapp 3 Stunden feinster und bester Unterhaltung sind
wohl auch die letzten geheimen Wünsche (ich erinnere
mich an eine T-Shirt Aufdruck: "...denn Herbie
weiß was Frauen wollen") erfüllt worden.
Was
blieb, war ein begeisterter Grönemeyer, der wohl
selten zuvor solch eine Stimmung erlebt hatte, und die
Erinnerung an ein phänomenales Livekonzert, die
selbst bei einem regelmäßigen Konzertgänger
wie mir noch Monate später Gänsehaut verursacht.
Danke Herbie!
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